Hydronephrose

Hydronephrose

Der Begriff „Hydronephrose" setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: „hydro-" (Wasser) und „nephros" (Niere). Dies bedeutet, dass es sich bei der Hydronephrose um eine Erweiterung des Nierenbeckens handelt, die durch einen gestörten oder verminderten Abfluss des Urins verursacht wird. Diese Erkrankung ist ernst, da das Fehlen einer Behandlung dazu führen kann, dass die betroffene Niere ihre Funktionen verliert und dies den Zustand des Lebens bedrohlich macht.

Ursachen und Formen der Hydronephrose

Die Hydronephrose kann angeboren oder erworben auftreten; bei Kindern liegt sie meist im Rahmen einer angeborenen Fehlbildung, während sie bei Erwachsenen in der Regel erworben ist.

Zu den häufigsten Ursachen der Hydronephrose bei Kindern gehören angeborene Fehlbildungen des Nierenbeckens oder der Harnleiter. Eine erneute Entstehung kann auf strukturelle Veränderungen der Niere oder des Abflusses (Harnleiter, Harnröhre und manchmal auch Blase) zurückzuführen sein, die durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden, wie beispielsweise eine Pyelonephritis, ein Prostataadenom, Zysten oder Strikturen.

Die Hydronephrose kann einseitig (betroffen ist nur eine Niere) oder beidseitig auftreten. Eine beidseitige Hydronephrose entsteht, wenn der Abfluss des Urins in den unteren Abschnitten – Harnblase und Harnröhre – gestört ist, was zu einer Vergrößerung des Nierenbeckens und einem erhöhten Druck führt, wodurch beide Nieren leiden. Bei Kindern liegt die Hydronephrose meist einseitig vor.

In diesem Fall, bei dem sich unter dem Druck des Urins nicht nur das Nierenbecken, sondern auch der Harnleiter erweitert hat, spricht man von einer Ureterohydronephrose.

Stadien der Hydronephrose

Man unterscheidet drei Stadien der Hydronephrose:

  • Bei der ersten Stufe der Hydronephrose kommt es zur Dehnung des Nierenbeckens infolge des erhöhten Druckes des Urins; in dieser Phase ist die Funktion der Niere noch nicht beeinträchtigt, doch das Organ ist bereits vergrößert.
  • Bei der zweiten Stufe erfolgt eine weitere, signifikante Erweiterung des Nierenbeckens und der renalen Schalen; daraufhin presst der Liquor, der in den Kanälchen enthalten ist, auf das Nierenparenchym, wodurch die Niere unter dem Einfluss des Druckes atrophiert; auf diesem Stadium wird die Funktion der Niere wesentlich beeinträchtigt.
  • Bei der dritten Stufe nimmt die Atrophie des Nierengewebes zu und geht in einen irreversiblen Prozess über; die Funktion der Niere wird allmählich verloren, bis im Endstadium ein Nierenversagen eintritt. Eine solche Niere stellt eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit dar.

Die Symptome der Hydronephrose

Das Ausmaß der Symptome der Hydronephrose hängt vom Stadium ab, in dem sich die Erkrankung befindet. Die frühen Symptome sind oft nicht ausgeprägt, weshalb die Erkrankung manchmal erst im fortgeschrittenen Zustand entdeckt wird.

Bei Neugeborenen zeigt die Hydronephrose gewöhnlich keine oder nur sehr geringe Symptome bis zum dritten Stadium; es sei denn, es tritt eine erhöhte Unruhe des Kindes auf. Manchmal findet sich bei der Hydronephrose bei Neugeborenen im Urin eine Beimischung von Blut. Die Hydronephrose bei Neugeborenen ist in der Regel bereits vorab bekannt, da sie während der pränatalen Ultraschalldiagnostik des Fötus auffindbar ist. Bei Kindern späteren Alters sowie bei Erwachsenen kann die Erkrankung zufällig, beispielsweise bei einer Untersuchung aus anderem Anlass, aufgedeckt werden.

Manchmal äußert sich die Hydronephrose bereits in einer renalen Kolik; charakteristisch ist jedoch, dass die Erkrankung häufig durch einen Harnstein hervorgerufen wird. Bei fortschreitendem Verlauf treten als Hauptsymptome ein quälender, stumpfer und ständiger Schmerz im Nierenbereich sowie Anzeichen einer verminderten Nierenfunktion auf: Ödeme und Bluthochdruck infolge des gestörten Wasserhaushalts. Zudem ist das Auftreten von Blut im Urin (Hämaturie) eines der häufigen Symptome.

Die Diagnostik der Hydronephrose

Eine führende Methode zur Diagnose einer Hydronephrose ist die Ultraschalluntersuchung der Nieren und ableitenden Harnwege. Als ergänzende Verfahren werden farbkodierte Doppler-Sonographie, radioisotopne Renografie sowie in manchen Fällen Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt; zudem kann bei Bedarf eine endoskopische Untersuchung – Ureterozystoskopie oder Uretroskopie – durchgeführt werden. Diese Verfahren dienen der Visualisierung der inneren Struktur von Niere, Harnleiter und der sie versorgenden Gefäße.

Da die Hydronephrose das Risiko einer Infektion erhöht, wird ein Bakterienbefund im Urin nachgewiesen. Zur Beurteilung der Nierenfunktion werden Funktionsuntersuchungen des Urins durchgeführt (z. B. nach Simenizki oder Netscheporenko).

Behandlung der Hydronephrose

Der einzige Behandlungsweg für eine Hydronephrose ist die Operation

Die Behandlung der Hydronephrose erfolgt primär chirurgisch. Eine konservative Therapie wird lediglich zur Beseitigung einer Sekundärinfektion eingesetzt oder dient als Vorbereitung auf die Operation, um die Symptome zu lindern.

Das Ziel der Operation ist die Entfernung des Hindernisses, das den normalen Harnabfluss behindert. Da für jeden Fall ein individueller Ansatz erforderlich ist, bleibt die Auswahl der chirurgischen Methode dem Chirurgen überlassen. Heute erfolgt die operative Behandlung endoskopisch, ohne dass große und traumatische Schnitte notwendig sind.

Der Endoskop wird durch zwei kleine Zugangsöffnungen in den Bauchraum eingeführt; alle Eingriffe werden unter visueller Kontrolle am Monitor mit feinen chirurgischen Instrumenten durchgeführt. Diese Methode reduziert das Trauma der Operation erheblich, minimiert das Risiko postoperativer Komplikationen und gilt als blutarm.

Bei Kindern im frühen Alter kann eine Hydronephrose in einem gering ausgeprägten Stadium ohne ärztliche Intervention beobachtet werden. In solchen Fällen wird empfohlen, die Entwicklung mittels Ultraschall alle 2 bis 4 Monate zu kontrollieren. Eine Hydronephrose der ersten oder zweiten Stufe kann sich bei Kindern im ersten Lebensjahr oft spontan zurückbilden, sodass eine chirurgische Behandlung nicht zwingend erforderlich ist. Steigt jedoch das Stadium auf die dritte Stufe oder verschlimmern sich die Symptome, ist ein dringender chirurgischer Eingriff notwendig.

Im Terminalstadium der Hydronephrose kommt es zum Funktionsverlust der Niere. Solche Operationen werden üblicherweise bei älteren Patienten durchgeführt, wenn die regenerativen Funktionen des Organismus bereits stark eingeschränkt sind.

Ob Wissenswertes: Bei einem Kuss verlieren sich beide Partner jeweils um 6,4 Kilokalorien pro Minute; dabei tauschen sie jedoch fast 300 verschiedene Bakterien aus.

Eine Hydronephrose ist eine Erweiterung des Nierenbeckens und der ableitenden Harnwege infolge einer Störung des Harnabflusses. Sie entsteht meist durch einen Verschluss (Obstruktion), beispielsweise durch einen Harnstein, eine strukturelle Fehlbildung oder eine Kompression durch ein Tumorgewebe. Das gestaute Urin führt zu einem Druckanstieg in der Niere, was die Funktion des Organs beeinträchtigt und langfristig zur Vernarbung sowie zum Funktionsverlust führen kann.


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