Glibenclamid

Glibenclamid in Tablettenform Glibenclamid – orales hypoglykämisches Arzneimittel.

Darreichungsform und Packungsinhalt

Tabletten: platt-zylindrische Form, glatte Oberfläche; weiß oder weiß mit leichter grauer bis gelber Färbung. Vertriebsformen: Umrißpackungen à 10 Tabletten (1, 2 oder 3 Packungen), Polymerbehälter à 20, 30 oder 50 Tabletten sowie Papppackungen mit 1 Behälter.

Wirkstoff: Glibenclamid; Dosierung: 5 Milligramm pro Tablette.

Hilfsstoffe: Lactose-Monohydrat (Milchzucker), Magnesiumstearat, Povidon (niedermolekulares medizinisches Polyvinylpyrrolidon) sowie Kartoffelstärke.

Anwendungshinweise: Die Gabe dieses Arzneimittels ist indiziert zur Therapie des Diabetes mellitus Typ 2, wenn eine rein diätetische Behandlung nicht ausreicht.

Hinweis: Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz oder bei älteren Erwachsenen sollte die Anwendung aufgrund des erhöhten Risikos für Hypoglykämien kritisch evaluiert werden.

Kontraindikationen

  • Diabetes mellitus Typ 1;
  • Infektionskrankheiten
  • Ausgeprägte Funktionsstörungen der Nieren und/oder der Leber
  • Störungen des Mikrozirkulationsystems im Schweregrad
  • Ketoazidose, diabetisches Koma sowie Hypoglykämie
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Durchführung schwerwiegender chirurgischer Eingriffe
  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sulfonamid-Präparaten und deren Derivaten

Vorsicht bei Anwendung: Patienten mit Leber- und/oder Nierenpathologie (einschließlich in der Anamnese); bei langanhaltendem Alkoholismus; bei Funktionsstörungen von Schilddrüse und Nebennieren; bei fieberhaften Zuständen

Anwendungsform und Dosierung

Tabletten 20 bis 30 Minuten vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit einnehmen

Der Arzt bestimmt die Dosierung individuell basierend auf dem Schweregrad des Diabetes, dem Alter des Patienten und dem Blutzuckerspiegel.

Die übliche mittlere Tagesdosis liegt zwischen 2,5 und 15 Milligramm bei einer Einnahmehäufigkeit von 1 bis 3 Mal täglich; in seltenen Fällen wird eine höhere Dosis von mehr als 15 Milligramm pro Tag verwendet, was die hypoglykämische Wirkung jedoch nicht wesentlich erhöht.

Die Anfangsdosis für Patienten im fortgeschrittenen Alter beträgt 1 Milligramm pro Tag.

Die Anfangsdosis des Präparats beim Übergang von Biguaniden beträgt 2,5 Milligramme pro Tag.

Zur Kompensation der Störungen des Wasserstoffwechsels nach Absetzen der Biguanide kann die Glibenclamid-Dosis bei Bedarf alle 5 bis 6 Tage auf 2,5 Milligramm erhöht werden; ist eine solche Kompensation nicht möglich, sollte der Übergang zur Kombinationsbehandlung mit Glibenclamiden und Biguaniden im Laufe von 4 bis 6 Wochen geplant werden.

Nebenwirkungen

Die Anwendung dieses Präparats kann folgende Nebenwirkungen hervorrufen:

  • Seitens des endokrinen Systems: Hypoglykämie bis zum Koma (das Risiko für deren Auftreten lässt sich durch eine korrekte Bestimmung, Beachtung des Dosierungsregimes und der Diät verringern);
  • Im Bereich des Nervensystems treten selten Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Lähmungen, Schwäche sowie Empfindungsstörungen auf;
  • Im Bereich des Verdauungssystems: Gefühl von Schwere im Oberbauch, Übelkeit und Durchfall; selten Cholestase und funktionelle Leberstörungen.
  • Im Bereich des Hämopoetischen Systems treten selten Thrombosen sowie eine Panzytopenie auf;
  • Allergische Reaktionen: Pruritus und Exantheme.
  • Dermatologische Reaktionen: Selten tritt eine Photosensibilisierung auf.

Besondere Hinweise

Die Behandlung muss unter systematischer Kontrolle des Blutzuckers und seiner täglichen Bestimmung im Urin erfolgen.

Während der Einnahme des Präparats ist ein Alkoholkonsum zu vermeiden, da dies die Entwicklung der beschriebenen Hypoglykämie sowie dysulfiramähnlicher Reaktionen begünstigen kann.

Im Falle einer Hypoglykämie muss das Glukosedefizit umgehend kompensiert werden: Bewusste Patienten nehmen orale Glucose oder Zuckerslösungen ein; bei Bewusstlosigkeit wird dem Patienten intravenöse Glucose oder Glukagon (intravenös, intramuskulär oder subkutan) verabreicht. Um Rückfälle zu vermeiden, sollte die Ernährung der Patientinnen in dieser Phase um Kohlenhydrate angereichert werden.

Arzneimittelwechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von Sulfonylharnstoffen, Beta-Blockern, Allopurinol, Anabolika, Zimtidin, Cyclophosphamid, Clofibrat, Isosorbiddinitrat, Monoaminoxidasehemmern (MAO), Salicylaten, Tetrazyklinen sowie ethanolhaltigen Präparaten kann die hypoglykämischen Effekte von Glibenclamid verstärken.

Bei Patientinnen, die gleichzeitig Chlorpromazin, Barbiturate, Diazoxid, Phenothiazine, Phenytoin, Acetazolamid, Glukokortikoide, sympathikomimetische Mittel, Indometacin, Nikotinate in hohen Dosen, Saluretika, orale Kontrazeptiva sowie Östrogene und Lithiumsalze einnehmen, ist eine Senkung des Effektes von Glibenclamid und ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Hyperglykämie möglich.

Haltbarkeit und Lagerungsbedingungen

Aufbewahrung an einem für Kinder unzugänglichen, lichtgeschützten Ort bei einer Temperatur von maximal 25 °C.

Die Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

Ob Wichtige Hinweise:

Der menschliche Magen kommt auch mit Fremdkörpern zurecht; es ist bekannt, dass Magensäure sogar Münzen auflösen kann.


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