Piperasin

Piperazin 0,5 g

Piperasin – ein Entwurmsmittel.

Pharmakologischer Effekt

Die therapeutische Wirkung erfolgt durch den Wirkstoff Piperazin adipata, der Nematoden mit einer Effektivität von bis zu 95 % lähmt; bei wiederholter Anwendung beträgt die Wirksamkeit 100 %.

Darreichungsform

Piperasin ist als Tablette und Lösung verfügbar; diese galenischen Formen sind speziell für den Einsatz in der Kinderheilkunde geeignet.

Anwendungshinweise für Piperazin

Das Präparat wird zur Behandlung von Enterobiose (Infektion mit Hakenwürmern) sowie bei Spulwurmbefall eingesetzt.

Besonders hervorzuheben ist, dass Piperazin das einzige Entwurmungspräparat darstellt, welches Frauen während der Schwangerschaft verabreicht werden kann.

Stillende Mütter können bei Infektionen mit Haken- oder Spulwürmern ebenfalls ausschließlich Piperazin einnehmen.

Anwendungsmethode

Bei der Spulwurmkur erhalten erwachsene Patienten eine Einzeldosis von 1,5 bis 2 g Piperazin; dabei ist die zulässige zirkadiane Dosierungsgrenze von 3–4 g einzuhalten.

Die kinderspezifischen Dosierungen betragen: 1,5 bis 2 g für Kinder ab 13 bis 15 Jahren; 1 bis 2 g für Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren; 0,75 bis 1,5 g für Kinder zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr; 0,5 bis 1 g für Kinder zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr sowie 0,3 bis 0,6 g für Kleinkinder bis zum sechsten Lebensjahr.

Zur Behandlung der Spulwurmkur wird Piperazin über zwei Tage täglich in zwei Einzeldosen verabreicht; jede Dosis wird jeweils eine Stunde vor dem Essen eingenommen.

Bei der Enterobiose werden dieselben Dosierungen wie bei der Spulwurmkur angewendet, jedoch über einen längeren Zeitraum von fünf Tagen; zur vollständigen Befreiung von den Fadenwürmern sind 1 bis 3 Kurse mit wöchentlichen Pausen zwischen ihnen erforderlich.

Da das Präparat die Würmer lediglich lähmt und deren Vermehrung verhindert, um eine Vergiftung durch Zerfallsprodukte zu vermeiden, müssen die Würmer aus dem Mastdarm mittels einer reinigenden Einlaufbehandlung entfernt werden; die Lösung besteht aus 200–600 ml Wasser mit Zugabe von Soda (0,25 Teelöffel pro 100 ml).

Das Einlaufverfahren wird bei der Spulwurmkur nach Abschluss der Behandlung sowie bei der Enterobiose zwischen den Kursen während jeder wöchentlichen Pause durchgeführt.

Während des Stillens oder in der Schwangerschaft ist die Anwendung von Piperasin bei Wurminfektionen nur nach ärztlicher Beratung und unter diesem Schema zulässig.

Die gegenwärtige Entwurmungstherapie mit Piperasin erfordert die Beachtung einer speziellen Diät oder die Einnahme von Abführmitteln (mit Ausnahme von Fällen, in denen eine Patientin an Verstopfung leidet).

Bei der langwierigen Behandlung der Enterobiose ist es notwendig, strenge Regeln der täglichen Hygiene einzuhalten.

Positive Bewertungen zu Piperasin belegen, dass das Präparat bei Einhaltung der vorgeschriebenen Dosierung und unter Beachtung ärztlicher Empfehlungen zur ambulanten Anwendung geeignet ist.

Nebenwirkungen

Piperazin-Tabletten

Piperasin kann Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen.

Es liegen Berichte über Nebenwirkungen von Piperasin bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz vor: Bei ihnen können Tremor, Halluzinationen, Muskelschwäche, Sehstörungen sowie Koordinationsstörungen und Euphorie auftreten.

Bei Überdosierung des Mittels können Tremor und Muskelschwäche auftreten. Zur Behandlung der Folgen einer Vergiftung wird der Magen gespült; es werden Abführmittel und Adsorbentien verabreicht. Falls erforderlich, erfolgt eine Sauerstofftherapie oder Bluttransfusion. Bei Auftreten verschiedener neurologischer Störungen im Rahmen einer Überdosierung erhält der Patient Thiamin.

Kontraindikationen

Piperasin ist gemäß den Anweisungen bei Infektionen des Zentralnervensystems organischer Natur, bei langdauernder Niereninsuffizienz sowie bei Hypersensibilität kontraindiziert.

Bei der Verabreichung des Präparats ist zu berücksichtigen, dass es die Nebenwirkungen von Chlorpromazin verstärkt.

Ob Das sollten Sie wissen:

In Großbritannien existiert ein Gesetz, das Chirurgen erlaubt, einem Patienten eine Operation zu verweigern, wenn dieser raucht oder Übergewicht hat. Der Mensch soll auch in diesem Fall auf schädliche Gewohnheiten verzichten; ihm wird die operative Intervention nicht auferlegt.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt