Prostatabiopsie

Prostatabiopsie durchführen Zur Bestätigung eines Prostatakarzinoms und zur Ermittlung des Tumorstadiums wird eine Prostatabiopsie durchgeführt. Dabei werden Gewebeproben entnommen, um sie histologisch sowie zytologisch zu untersuchen.

Die Biopsie erfolgt in drei Verfahrensvarianten:

  • Unter manueller Palpation (blind): Der Patient liegt auf dem Rücken, die Beine sind gebeugt. Die Lokalanästhesie erfolgt mit speziellen Anästhetika. Anschließend führt der Arzt vorsichtig Gleitschläuche in den Mastdarm ein; deren Bewegung wird vom Finger gesteuert. Es werden 4–6 Biopsiepunkte entnommen. Diese Methode gilt als veraltet und wird aufgrund des fehlenden direkten Sichtkontakts zur Prozedur seltener angewendet.
  • Die polyfokale Biopsie: Sie erfolgt unter transrektaler Ultraschallkontrolle. Aus dem Organ werden Gewebeproben aus 12 definierten Punkten entnommen.
  • Die saturative Biopsie gilt als führende und genaueste Diagnosemethode: Das Untersuchungsmaterial wird aus 24 Punkten der Prostata entnommen. Durch dieses Verfahren kann ein Prostatakarzinom im frühen Stadium erkannt werden.

Aussagen zur Durchführung der Prostatabiopsie

Unterscheidung zwischen Erst- und Wiederholungsbiosepsie.

Eine Primärbiosepsie wird bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom durchgeführt:

  • bei einem erhöhten Wert des prostatspezifischen Antigens (PSA) über 4 ng/ml;
  • nach der Aufspürung mittels transrektaler oder transabdomineller Ultraschalluntersuchung hypoechogener Zonen in der Prostata;
  • nach der Aufspürung von Knoten oder Verdichtungen in der Prostata;

Wiederholung der Biopsie, wenn das Ergebnis der primären Diagnostik negativ ist und dies für folgende Fälle gilt:

  • bleibt der Wert des prostatespezifischen Antigens (PSA) erhöht und steigt weiter an;
  • liegt die Dichte des Antigens bei mehr als 15 %
  • Das Verhältnis des freien Antigens zum Gesamtantigen liegt unter 10 %;
  • Bei der primären Biopsie wurde eine hochgradige prostatespezifische intraepitheliale Neoplasie (PIN) aufgedeckt.
  • Bei der ersten Untersuchung wurde ungenügendes Material entnommen.

Wird die Prostatabiopsie bei geringfügiger Pathologie durchgeführt, so wird nur eine lokale Anästhesie angewendet – unter Verwendung von Katedschel, Lidocain-Gel und ähnlichen Präparaten. Die Anwendung einer intravenösen Narkose ist für seltene Fälle zugelassen, da sie Komplikationen hervorrufen kann.

Die Durchführung einer Prostatabiopsie erfolgt ausschließlich nach Einholung der Patientenzustimmung.

Vorbereitung auf die Biopsie

Vor der Durchführung der Biopsie unterzieht sich der Patient verschiedenen Untersuchungen: Blut für die allgemeine Analyse, Urin zur Untersuchung der Flora und zum allgemeinen Screening. Wenn der Patient Antikoagulanzien einnimmt, müssen diese eine Woche vor der Biopsie abgesetzt werden; dazu gehören Heparin, Acetylsalzsäure (Aspirin), Clopidogrel (Trombostop), Low-Molekulare-Heparine (Fraxiparin) sowie Warfarin (Sinkumar). Zudem sind die Bestimmung des Prothrombinindex (PT) und der prothrombzeitlichen Zeit erforderlich. Wenn die Präparate nicht abgesetzt werden können, muss die Prostatabiopsie unter stationären Bedingungen durchgeführt werden.

Vorbereitung auf die Prostatabiopsie Eine Nahrungsaufnahme kurz vor dem Eingriff ist unerwünscht; am Tag der Biopsie wird ein leichtes Frühstück zugelassen. Zusätzlich erfolgt eine Einlaufbehandlung (Klistier) am Abend des Vortages und am Morgen des Eingriffstages. Falls notwendig, nimmt der Patient nach ärztlicher Empfehlung Antibiotika für 24 Stunden bis zum Eingriff sowie weitere 3–4 Tage nach der Biopsie ein.

Kontraindikationen für die Durchführung einer Biopsie

Eine Prostatabiopsie darf nicht bei Vorhandensein einer akuten Entzündung im Mastdarm, Blutungen, Stuhlresten oder einer akuten Prostatitis durchgeführt werden.

Komplikationen der Prostatabiopsie

Obwohl die Biopsie in den meisten Fällen ambulant durchgeführt wird, ist es ratsam, am Tag der Prozedur einen Krankenschein auszustellen.

Nach einer Prostatabiopsie treten selten Komplikationen auf; beobachtet werden können Blut im Stuhl und Urin, Fieber, Harnwegsbeschwerden, Entzündungen der Hoden, Nebenhoden und Prostata sowie Bewusstseinsstörungen oder Blutungen aus dem Mastdarm.

Sollten Komplikationen infolge der Prostatabiopsie auftreten, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Ob Das sollten Sie wissen:

Im Darmkanal vermehren sich Millionen von Bakterien; sie leben und sterben. Man kann sie nur bei starker Vergrößerung erkennen, wenn man sie in einer gewöhnlichen Kaffeetasse zusammengetragen hätte.


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