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Hypothalamisches Syndrom

Hypothalamisches Syndrom – Symptome, Formen, Behandlung Komplex mit trophischen, endokrinen, vegetativen und psychischen Störungen

Man unterscheidet folgende Formen der Erkrankung:

  • Vegetative-Vaskuläre Störung
  • Zerebrale (hypothalamische) Epilepsie
  • Neurotrophe Formen
  • Störungen der Temperaturregulation
  • Pseudoneurasthenische Syndrome
  • Psychopathologische Syndrome
  • Neuromuskuläre Formen
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus

In der klinischen Praxis tritt am häufigsten eine vegetative Dysregulation auf (32 %); das Syndrom mit Vorherrschen endokriner Störungen zeigt sich bei 27 % der Patientinnen, 10 % der Patienten weisen eine neuromuskuläre Form auf und 4 % leiden unter einer Störung der Temperaturregulation.

Mögliche Komplikationen des symptomatischen Syndroms sind Gynäkomastie, Ovarialdystrophie und Myokarddystrophie.

Ätiologie des Hypothalamussyndroms

Das Syndrom kann als Folge von Schädel-Hirn-Traumen, akuten sowie chronischen Neuroinfektionen, zirkulatorischen Störungen im Gehirn, langdauernden Erkrankungen und endokrinen Störungen der inneren Organe entstehen. Als weitere Ursachen gelten Hirntumore, psychische Traumata, Stress, geistige Überanstrengung sowie Alkoholintoxikation.

Symptome des hypothalamischen Syndroms

Am häufigsten treten folgende Symptome auf:

  • Vegetative, neuroendokrine Störungen
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Störung der Temperaturregulation sowie eine gesteigerte Speichelsekretion
  • Erhöhte Müdigkeit und allgemeine Schwäche
  • Gefühl von Luftnot
  • Labiler Stuhlgang
  • Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen
  • Tachykardie und asymmetrischer arterieller Blutdruck
  • Fingertremor und hypothalamisches Syndrom
  • Neigung zu allergischen Reaktionen
  • Ausgeprägter Dermographismus sowie emotionale Störungen

Wetterwechsel, nervöse Belastungen, Schmerzreize und die Menstruation können bei hypothalamischem Syndrom vegetative Krisen auslösen. Diese Attacken beginnen meist in der Nacht ohne Vorwarnung und dauern durchschnittlich 15 Minuten bis zu 3 Stunden oder länger. Bei den meisten Patienten mit hypothalamischem Syndrom findet sich Hyperinsulinismus mit gestörter Glukosetoleranz sowie Störungen des Wasser-Salz- und Fettstoffwechsels.

Pubertäts-Hypophysen-Syndrom

Das pubertäre Hypophysen-Syndrom ist ein klinischer Ausdruck einer Störung der Adrenokortikotropin-Funktion der Hypophyse.

Die Ursache für die Entstehung des Syndroms lässt sich bei den meisten Patienten nicht feststellen. Häufig begünstigende Faktoren sind jedoch Angina pectoris, langdauernde Intoxikationen und Infektionen im Kindesalter sowie Stammtraumen und ein übermäßiger Alkoholkonsum während der Pubertät.

Das pubertäre Hypophysen-Syndrom entwickelt sich bei Kindern im Alter von 12 bis 15 Jahren, ist in den Jahren 17 bis 19 seltener und tritt bei Mädchen häufiger auf. Die Patientinnen beginnen ab dem 11. bis zum 13. Lebensjahr verstärkt zu wachsen; diese Besonderheit zeigt sich besonders deutlich bei jungen Männern, die in der Größe ihrer Altersgenossen sehr schnell überholen.

Die Symptome des pubertären Hypophysen-Syndroms sind folgende:

  • Häufiges Auftreten von Kopfschmerzen
  • Störung des Durstgefühls
  • Neigung zu schneller Ermüdbarkeit
  • Körperliche Übergewichtung
  • Neuropsychische Störungen wie Weinerlichkeit, Depressivität und Reizbarkeit
  • Persistierender Anstieg des arteriellen Blutdrucks
  • Unkontrollierbare Hungergefühle
  • Transitorische Hypertonie
  • Hyperkeratose an Reibungsstellen (Kleidung) im Bereich der Lendenwirbelsäule, in den Hautfalten sowie auf der äußeren Oberfläche von Schultern und Ellenbogengelenken
  • Störung des Menstruationszyklus

Die Fettablagerung erfolgt vor allem im Bereich der Brustdrüsen, Gesäßbacken, des Bauches und Schultergürtels, wodurch der Hals dick und kurz erscheint; beim Patienten werden die Schultern abgeflacht, die Person wird rundlich, und auf den Wangen tritt eine pathologische Rötung auf.

Bei Patientinnen mit pubertärem Hypotalamussyndrom sind Hautareale verletzt: Sie weisen ein marmoriertes, zyanotisches Aussehen auf und fühlen sich kalt an, insbesondere im Bereich der Oberschenkel und Gesäßbacken. Oft bilden sich im Bereich des Bauches, der Schultern, der Brustdrüsen, des Brustkorbs und der Gesäßbacken rötliche Streifen; seltener sind gelbrot-zyanotische Dehnungsstreifen.

Bei Mädchen entwickeln sich sekundäre Geschlechtsmerkmale vorzeitig: Das äußere Erscheinungsbild behält einen jugendlichen Charakter, das Haarwachstum auf der Haut fehlt oder ist sehr spärlich, selbst nach Abschluss des Pubertätsstadiums.

Diagnostik des Hypothalamussyndroms.

Zur Diagnosestellung und zur Bestimmung einer adäquaten Therapie muss sich der Patient an einen Neurologen wenden. Der Arzt sollte die Ätiologie des Hypothalamussyndroms sowie das führende Krankheitsmerkmal ermitteln; von besonderer diagnostischer Bedeutung sind hierbei die Ergebnisse des Simenowschen Tests, der Glukosetoleranztest, die Elektroenzephalographie sowie die Thermometrie an drei Körperstellen. Für eine präzise Diagnosestellung sind zudem Ultraschalluntersuchungen (USG) und Computertomographien der Nebennieren erforderlich.

Therapie des Hypothalamussyndroms

Nach Bestätigung der Diagnose wählt der Arzt eine adäquate Therapie aus. Eine Grundlage der Behandlung des Hypothalamussyndroms ist die Anwendung einer Reihe von medikamentösen Präparaten, und zwar:

  • Mittel, deren Effekt auf die Behandlung der Haupterkrankung gerichtet ist;
  • Es beeinflusst den Zustand des parasympathischen und sympathischen Tonus – Bellaspon, Pirroksan, Obsidan, Platifillin, Ganglienblocker sowie Präparate von Krassowski-Trennscharf;
  • Antidepressiva und Anxiolytika;
  • Glucose, Gemodez und isotonische Natriumchlorid-Lösung (zur Entgiftung des Körpers)
  • allgemein stärkende Medikamente.

Zeichen des hypothalamischen Syndroms im Pubertätsalter In letzter Zeit gewinnt die Methode der Igloreflexotherapie bei der Behandlung des hypothalamischen Syndroms zunehmend an Popularität, da ihre Wirksamkeit durch die Ergebnisse vieler Patienten bestätigt wird.

Begleitet die Erkrankung von einem Störungsbild des Kohlenhydratstoffwechsels, so erhält der Patient eine spezielle Diät, eine Vitamingabe sowie Anorektika und Biguanide.

Die Behandlung des hypothalamischen Syndroms umfasst zudem die Einschränkung psychischer und körperlicher Belastungen sowie das Vermeiden von Wachphasen in der Nacht. Unter ärztlicher Aufsicht sollte die Patientin Heilgymnastik durchführen und Physiotherapie wahrnehmen.

Das hypothalamische Syndrom stellt einen komplexen Symptomkomplex dar, der durch Schädel-Hirn-Traumen, Stress, geistige Überanstrengung sowie endokrine Störungen ausgelöst wird. Für die Diagnostik und Therapie ist die Einbeziehung eines Neurologen unerlässlich; zudem ist zu beachten, dass eine Selbstheilung irreversible Folgen nach sich ziehen kann.

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