Kryodestruktion

Kryodestruktion ist ein modernes Verfahren zur Behandlung oberflächlicher gutartiger Neubildungen, das auf der Abkühlung von Gewebe auf extrem niedrige Temperaturen und deren nachfolgender Zerstörung basiert. Tatsächlich zählt die Kryodestruktion zum Bereich der Kryochirurgie; sie wird als chirurgisches Behandlungsverfahren betrachtet. Kryodestruktion von Warzen

Die Kryodestruktion mit flüssigem Stickstoff findet in der Kosmetologie, Dermatologie und Medizin weit verbreitete Anwendung. So ist beispielsweise die Kryodestruktion von Hautwarzen, Kondylomen, Papillomen und anderen Neubildungen etabliert. Auch zur Behandlung vaskulärer Läsionen sowie Portioerosionen wird das Verfahren häufig eingesetzt. Für viele Fälle kann sie den chirurgischen Eingriff erfolgreich ersetzen.

Hinweise zur Durchführung der Kryodestruktion

Die Kryodestruktion mit flüssigem Stickstoff wird bei verschiedenen Pathologien angewendet, die infektiösen Ursprungs sind oder sich als Hautläsionen manifestieren. Am weitesten verbreitet ist die Kryodestruktion von Hautwarzen. Das vorliegende Verfahren wird zur Abtragung verschiedener Neubildungen vom pigmentären oder vaskulären Typ breit eingesetzt: Nävi, Hämangiome, Papillome, Kondylome, Pigmentgranulationsgeschwülste, Hyperkeratosen, Plattenepithelkarzinom, Epidermalzysten, Melanome und Mastozytome.

In der Gynäkologie wird die Kryodestruktion mit flüssigem Stickstoff bei Portioerosionen, Kondylomen und Papillomen der Scheide sowie der Vulva, bei der Verschiebung des Zylinderepithels, Dysplasien des Gebärmutterhalses, Leukoplakie des Gebärmutterhalses und anderen gynäkologischen Erkrankungen eingesetzt.

Das Prinzip des Kryodestruktionseffekts

Das Verfahren wird mittels spezieller Apparatur (Kryodestruktor) oder flüssigem Stickstoff durchgeführt. Bei der Hardwaremethode wird die Applikatorspitze an die gewünschte Zone angelegt und auf eine Temperatur von minus 180 bis minus 190 Grad Celsius gekühlt. Alternativ wird ein Wattebausch mit flüssigem Stickstoff imprägniert und für einen kurzen Zeitraum (nicht länger als 2–3 Minuten) auf das betroffene Gewebe aufgebracht. Kryodestruktion von Papillomen im Gesicht

Das Verfahren beruht auf der momentanen Abkühlung des Gewebes durch extrem niedrige Temperaturen. Anschließend gefriert der intrazelluläre sowie interzelluläre Liquor; die Vitalität der Zellen wird beeinträchtigt, ebenso wie der Mikrozirkulationsprozess im pathologischen Gewebe, was zur Zerstörung des Gewebes führt. Nach der Kryodestruktion werden die zerstörten Gewebeteile schrittweise durch gesundes Gewebe ersetzt.

Stadien der Kryodestruktion

Für unterschiedliche Zielstrukturen kommen verschiedene Applikatoren zum Einsatz, die je nach Ausmaß der zu behandelnden Oberfläche ausgewählt werden. Dabei ist sicherzustellen, dass die Kontaktflächen parallel zueinander liegen.

Der Prozess der Kryodestruktion gliedert sich in folgende Stadien:

  • Das Einfrieren des Gewebes mittels flüssigem Stickstoff. Dabei wird das Gewebe dicht, kalt, weiß und unempfindlich. Oft wird dieser Vorgang von einem Empfindungsgefühl wie einer Verbrennung sowie einem schwachen Schmerz begleitet.
  • Nach der Kryodestruktion entsteht eine kollaterale Wasserschwellung und Hyperämie, die etwa 1 bis 3 Stunden dauert.
  • Das Auftreten epidermaler Blasen, die im weiteren Verlauf innerhalb von 6 bis 24 Stunden abklingen.
  • Die Nekrose wird vollständig innerhalb von 2 bis 6 Wochen abgestoßen. Nach der Kryodestruktion bleibt ein kaum sichtbarer Fleck zurück; der Prozess der Epithelisation des Defekts und des umgebenden Gewebes beginnt.
  • Die vollständige Regeneration des Gewebes erfolgt etwa nach einem halben Jahr.

Vorteile der Kryodestruktion

Die Kryodestruktion mit flüssigem Stickstoff bietet eine Reihe unbestrittener Vorteile:

  • Das Nekrosegebiet blutet nicht.
  • Es hinterlässt keine Narben oder Wundränder.
  • Die Einfachheit des Eingriffs.
  • Die kryochirurgische Intervention ist schmerzfrei, da die schnelle Abkühlung eine analgetische Wirkung entfaltet.
  • Das geringe Trauma.
  • Die Geschwindigkeit des Verfahrens.
  • Der stabile therapeutische Effekt.
  • Das Verfahren ist einfach und schmerzfrei.
  • Eine langfristige präoperative Vorbereitung ist nicht notwendig.
  • Das Metastasieren wird sowohl während als auch nach dem Eingriff unterbrochen.
  • Das Fehlen von Rezidiven.
  • Eine postoperative Entlassung sowie eine Naht sind nicht erforderlich.

Nachteile der Kryodestruktion

  • Ein langwieriger Heilungsprozess (bis zu 21 Tage).
  • Die Anwendbarkeit dieser Behandlungsform ist nicht immer gegeben (z. B. bei großem Tumorvolumen oder schwer zugänglichen Lokalisationen).

Kontraindikationen für die Kryodestruktion

Die Prozedur ist bei akuten Infektionskrankheiten sowie bei Vorliegen eines Entzündungsprozesses in den inneren Organen kontraindiziert.

Ob Dazu einige wichtige Hinweise:

Das menschliche Blut fließt unter hohem Druck durch die Gefäße; bei einer Verletzung der Gefäßwand kann es bis zu 10 Meter weit spritzen.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt