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9 vernachlässigte, aber wertvolle Lebensmittel

Rübe, Rettich und Meerrettich: Einst erfreuten diese und weitere Lebensmittel unsere Vorfahren; sie dienten nicht nur als sättigendes Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel gegen diverse Krankheiten. Leider ist der Konsum dieser Produkte seit langem aus der Mode geraten, sodass die einst beliebten Pflanzen und das Gemüse kaum noch zur menschlichen Gesundheit beitragen. Die Einbeziehung solcher Lebensmittel in die moderne Ernährung stellt ein wirksames Maß für Prophylaxe und Behandlung von Erkrankungen dar, an denen unsere Vorfahren selten litten – wie Fettleibigkeit oder Diabetes –, sowie für Probleme des Knochensystems, der Atherosklerose und anderer Leiden.

1. Die Rübe

Tatsächlich war die Rühe bis ins 20. Jahrhundert ein Ehrengast der russischen Küche. Aus dieser Wurzel wurden Suppen, Brei und Füllungen für Kuchen sowie Konserven zubereitet. Heute kann man die Rübe mit exotischem Gemüse vergleichen, das selten auf dem Teller erscheint. Leider lassen sich aufgrund ihres unansehnlichen Aussehens kaum Analoga finden, die ihrem Nahrungswert entsprechen.

Als Quelle von Ascorbinsäure, Karotin und Mineralsalzen dient die Rübe als wirksames Mittel gegen Vitaminmangelkrankheiten; der hohe Kalziumgehalt (zusammen mit Magnesium, das seine Aufnahme fördert) trägt zur Prophylaxe von Rachitis bei und wirkt sich positiv auf das Knochensystem aus. Im Fruchtfleisch der Rübe befindet sich ein natürliches Antibiotikum, das die Größe aller Bakterien- und Pilzarten unterdrückt (mit Ausnahme von Staphylokokken und E. coli), wodurch die Rübe zu einem wirksamen Mittel für die Behandlung von Bronchitis, Laryngitis, Asthma, Zahnfleischtaschen sowie anderer Leiden wird.

Rote Bete

2. Die Kohlrübe

Die Kohlrübe ist ein weiteres wertvolles Gemüse, dessen Nutzen bisher zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Bezüglich des Vitamin-C-Gehalts übertrifft die Kohlrübe Zwiebeln, Tomaten und Orangen; was die Nährstoffdichte betrifft, nähert sie sich dem Weißkohl an. Gerichte aus der sogenannten "schwedischen Rübe" – wie Salate, Suppen oder Ragouts – sind für Diabetiker sowie Personen mit Adipositas besonders vorteilhaft. Der hohe Gehalt an groben Ballaststoffen reinigt den Darmkanal sehr effektiv, und der Saft, der aus dem Fruchtfleisch gewonnen wird, wirkt abführend. Dieses Gemüse, das äußerlich Ähnlichkeiten mit der Rübe aufweist, wird in der Volksmedizin erfolgreich zur Behandlung von Hauterkrankungen, Leiden der Atmungsorgane sowie zur allgemeinen Entgiftung des Organismus eingesetzt.

Rote Bete

3. Hafermehl

Hafermehl aus Gerste, Erbse oder Hafer ist ein altherträgliches russisches Produkt zur Zubereitung von Brei, Suppen, Backwaren, Kissel und Tee; es zeichnet sich durch hohen Nährwert (dank Kornresten), besonderen Geschmack und Aroma nach Kakao aus und kann verzehrt werden.

Hafermehl ist reich an Bioflavonoiden, die das Immun- und Hormonsystem regulieren, den Körper von Toxinen reinigen und die Regeneration der Organe fördern; Vitamine der Gruppe B unterstützen Nerven, Gedächtnis, Haare und Nägel, während seltene Antioxidantien im Hafer die Plaquebildung an Gefäßwänden hemmen.

Hüttenkäse

Topinambur – eine weitere Knollengemüseart, die den Kartoffelkonsum verdrängt; obwohl sie süß schmeckt, ist sie ernährungsphysiologisch wertvoller als der Mensch und enthält mehr Eisen als Kartoffeln, Möhren, Rüben oder Rote Bete.

Topinambur (häufig fälschlicherweise als Erdapfel bezeichnet) ist reich an Inulin, einem natürlichen Insulin-Analogon. Dies macht ihn zu einem führenden Lebensmittel für Diabetiker zur Blutzuckerregulation.

Topinambur

Meerrettich – eine traditionelle scharfe Pflanze, die in der modernen Küche selten vorkommt; trotz ihres Rückgangs bleibt sie wertvoll, da sie mehr Karotin, Vitamine B, unverdaute Ballaststoffe und Ascorbinsäure enthält als viele andere Gemüsesorten.

Meerrettich besitzt starke bakterizide Eigenschaften durch das Enzym Lysozym; er wirkt daher bei Angina pectoris, Keuchhusten sowie Entzündungen der Schleimhäute und stellt ein wirksames Mittel gegen Darmwürmer dar.

Meerrettich

Rettich – ein halbvergessenes Gemüse, dessen Konsum mit Honig einst als 'Heilmittel für alle Krankheiten' galt. Heute behält er trotz seiner scharfen Geschmacksqualität seine heilsamen Eigenschaften bei: Er fördert den Appetit und die Verdauung sowie hilft gegen Darmatonie, Verstopfung, Cholezystitis und Cholelithiasis.

In der Volksmedizin wird Rettichfleisch als wärmendes und verdauungsanregendes Mittel bei eitrigen Wunden, Geschwüren, Arthritiden sowie Rheuma eingesetzt.

Rettich

Pasternak ist eine seltene Wurzelkultur mit ähnlicher Form wie die Möhre, jedoch weißer. Er schmeckt süß mit leichtem Schärfeanteil und eignet sich für Pürees, Soßen und Konserven.

Der regelmäßige Verzehr von Pasternak hilft, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenleiden sowie Salzablagerungen zu verhindern; zudem senkt er den Blutzucker und das Cholesterin. Auch die Blätter wirken heilend bei Husten, Erkältungen und geschwächter Immunität.

Pastinak

Die Linse

Dieses Mitglied der Bohnengewächse-Familie, das in antiken Kulturen wie Rom, Griechenland und Ägypten weit verbreitet war, wird in der modernen Welt unverdient ignoriert. Dennoch ist die Linsenplatte im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen wie Erbsen oder Bohnen deutlich nützlicher: Eine Portion Linsen deckt bereits 90 % des täglichen Bedarfs an Blattstoffen (Folsäure). Zudem enthält das Produkt reichlich ungesättigte Fettsäuren der Omega-3- und Omega-6-Reihe, die für den Zustand der Zellmembranen essenziell sind, da sie vom Organismus nicht selbst synthetisiert werden können. Zusammen mit Reis liefert der Mensch so pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien, Mikroelemente sowie nützliche Aminosäuren. Eine davon, Tryptophan, trägt zur Bildung von Serotonin bei, das die Stimmung hebt und die Stressresistenz stärkt.

Linsen

Der Rhabarber

Diese Pflanze mit roten Stielen und großen grünen Blättern wird heute selten auf Gemüsebeeten angetroffen, obwohl sie in der Vergangenheit als wertvollste Heilpflanze galt. In die Nahrung wird ausschließlich der Stiel des Rhabarbers aufgenommen; aufgrund seines angenehmen Geschmacks und seiner leichten Säure wird er häufig mit Zucker ergänzt oder gar nicht verwendet. Aus dem Gemüse lassen sich leckere und nährstoffreiche Desserts herstellen, die reich an Kohlenhydraten, Vitaminen (C, B1, B2), Pektin sowie Zitronen- und Apfelsäuren sind. Der Verzehr von Rhabarber fördert eine optimale Verdauung; er wird als Abführmittel und choleretisches Mittel eingesetzt und dient zudem der Prophylaxe gegen Tuberkulose, Anämie, Herzkrankheiten sowie Erkältungen. Kindern sollte das Gemüse jedoch mit Vorsicht verabreicht werden: Der hohe Gehalt an Oxalsäure kann bei unreifer Verdauung zu schweren Vergiftungen führen.

Rhubarb

Ob Sie sollten wissen:

Unsere Nieren sind in der Lage, pro Minute drei Liter Blut zu filtern.


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