Myositis

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Nackenmuskelentzündung

Unter Myositis versteht man eine Entzündung des Skelettmuskels. Diese kann isoliert auf eine Muskelgruppe beschränkt sein oder, in schwereren Fällen, auch das umgebende Knochengewebe einbeziehen; letzteres wird als Polymyositis bezeichnet. Wird die Entzündung zusätzlich auf die Haut übertragen, spricht man von einer Dermatomyositis. Als Auslöser für Muskelentzündungen kommen infektiöse Erkrankungen, toxische Substanzen, berufliche Belastungen, Unterkühlung sowie Traumen und Krampfanfälle in Frage. Ferner können Rückenschmerzen und Nackenmiositis als Manifestationen verschiedener Pathologien auftreten, die auch andere Gewebe wie Rheuma, Erythema nodosum oder rheumatoide Arthritis umfassen.

Verlauf und Symptome der Myositis

Über die Hauptformen der Erkrankung wurde bereits eingangs berichtet; nun werden diese im Einzelnen dargestellt.

Dermatomyositis – Diese Form tritt bei Frauen mittleren Alters am häufigsten auf. Der genaue Entstehungsgrund ist derzeit unbekannt; Ärzte vermuten jedoch, dass Viren und genetische Veranlagung als Auslöser wirken können. Als provozierende Faktoren gelten zudem langdauernde Sonneneinstrahlung, Unterkühlung, Stress sowie Infekte. Bei der dermatologischen Form der Myositis bilden sich auf den Muskeln lila oder rote Knötchen (Effloreszenzen), begleitet von einer Schwellung der Augenlider. Zu den systemischen Symptomen zählen Schüttelfrost, Fieber, starker Gewichtsverlust und Schwäche. Der Verlauf des Befindens variiert je nach Patient: Während sich das Leiden bei manchen schnell verschlechtert, schreitet es bei anderen allmählich fort; in jedem Fall führt es jedoch zu schwerwiegenden Folgen wie Muskelschwäche, Muskelverkürzung, Kalziumablagerungen und starken Schmerzen.

Polymyositis – Diese Form betrifft mehrere Muskelgruppen gleichzeitig. Der Schmerz ist dabei schwächer ausgeprägt als bei der Dermatomyositis; daher steht die Muskelschwäche im Vordergrund. Zunächst manifestiert sie sich in leichter Ermüdung bei körperlicher Belastung, verschlechtert sich später jedoch so stark, dass der Patient das Bett nicht mehr selbstständig verlassen kann. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn die Behandlung zu spät einsetzt, kommt es zur Atrophie der Kaumuskulatur und der Kiefermuskeln sowie zur Entwicklung einer Arthritis. Bei adäquater Therapie gehen alle genannten Symptome im Laufe einiger Wochen zurück.

Nackenmyositis – eine der häufigsten Formen. Diese Häufigkeit erklärt sich damit, dass der menschliche Hals sich häufig Unterkühlung aussetzt, was zu Pathologien der Skelettmuskulatur führt. Die Nackenmyositis zeigt sich durch Ziehen im Bereich der Halswirbel, das sich mit der Zeit auf die Schulterblätter und den Schultergürtel erstreckt. Oft wird die Nackenmyositis fälschlicherweise mit einer Osteochondrose verwechselt. Eine Röntgenuntersuchung hilft, diese falsche Diagnose zu vermeiden.

Die Stadien der Myositis

Alle Formen dieser Erkrankung beginnen zunächst im akuten Stadium, in dem die Symptome der Infektion am stärksten ausgeprägt sind. Wendet sich der Patient nicht rechtzeitig an einen Arzt, kann sich die Myositis auf den Rücken und den Hals chronifizieren. Die Schmerzen können unter Einfluss extrinsischer Faktoren – wie kaltes Wetter –, durch eine langanhaltende Körperhaltung in einer bestimmten Pose oder zur nächtlichen Zeit verstärkt werden. Neben der physischen Entwicklung der Pathologie kann eine langdauernde Myositis der Muskeln auch Folge einer nicht leichten Infektionskrankheit, einschließlich einer banalen Erkältung, sein.

Myositis – Behandlung und Prophylaxe der Erkrankung

Behandlung der Nackenmuskelentzündung

Die Wahl der Therapiemethodik hängt vom Auslöser der Erkrankung ab: Bei parasitärer Ätiologie werden Antiparasitika verordnet, bei infektiösen Ursachen sind Antibiotika wirksam. Autoimmunprozesse können durch Glukokortikoide und Immunsuppressoren gestillt werden. Unabhängig von der Ursache werden entzündungshemmende Präparate verschrieben, die wärmende Salben sowie Mittel zur Verbesserung der Muskeltrophik umfassen; bei hohem Fieber kommen Antipyretika zum Einsatz. Bei akuter Myositis ist strikte Bettruhe und vollständige Vermeidung schwerer körperlicher Belastungen essenziell.

Der chirurgische Eingriff erfolgt ausschließlich bei eitriger Myositis, wenn sich eine Eiteransammlung mit weiteren ernsthaften Komplikationen entwickelt. In diesem Fall eröffnet der Chirurg den Infektionsherd und legt eine drainierende Kompresse an. Die lokale Anwendung von Antibiotika (Pulver, Salben) ist zulässig.

Zusätzlich kommen für die Behandlung der Myositis folgende Maßnahmen zum Einsatz: Massage (bei eitriger Form kontraindiziert), physiotherapeutische Verfahren, eine spezielle Diät sowie Heilsport. Die Prophylaxe umfasst das Vermeiden schwerer körperlicher Belastungen bei Kälte, die Verhinderung einer Unterkühlung der Muskulatur sowie die rechtzeitige Behandlung infektiöser und Erkältungskrankheiten.

Ob Das sollten Sie wissen:

In Großbritannien gibt es ein Gesetz, wonach ein Chirurg einem Patienten eine Operation verweigern darf, wenn dieser raucht oder Übergewicht hat. Der Mensch soll auch in diesem Fall die Möglichkeit haben, auf schädliche Gewohnheiten zu verzichten; ihm wird keine operative Intervention auferlegt.


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