Weicher Schanker

Allgemeine Angaben zur Erkrankung

Weicher Schanker – eine venerische Geschwulst Der weiche Schanker (das venerische Geschwür, das Schankroid) ist eine Infektionskrankheit, die ausschließlich über den sexuellen Kontakt übertragen wird. Sie äußert sich durch Geschwüre an den Geschlechtsorganen sowie durch Entzündungen der Lymphknoten.

Der weiche Schanker ist in Südostasien, Afrika sowie Zentral- und Südamerika verbreitet. In einigen Regionen überwiegt die Prävalenz des weichen Schankers gegenüber der Syphilis bei Frauen und Männern. In den letzten Jahren wurden Fälle in Portugal, Italien, Großbritannien und den USA registriert. Auf dem Territorium des GUS tritt die Krankheit äußerst selten auf; sie ist dort meist eine importierte Infektion bei Menschen, die ins Ausland reisen.

Neuere Forschungen zu Geschlechtskrankheiten zeigen, dass etwa 10 % der Patienten mit weicher Schanker zusätzlich an Syphilis oder Genitalherpes leiden. Zudem wurde ein enger Zusammenhang zwischen dem Schankroid und der Witsch-Infektion festgestellt.

Was provoziert den weichen Schanker?

Der Erreger des weichen Schankers ist das Bakterium Haemophilus ducreyi, das erstmals 1887 beschrieben wurde. In den darauf folgenden Jahrzehnten untersuchten Wissenschaftler aus Russland, Italien und Deutschland die Pathogenese detailliert. Heute ist etabliert, dass die Übertragung ausschließlich über direkten Geschlechtskontakt erfolgt, wenn der Erreger auf die Schleimhaut der Genitalien oder auf geschädigte Hautareale gelangt. Ohne adäquate Therapie schreiten die Symptome fort, da das Bakterium gegenüber vielen chemischen Substanzen resistent ist, bei niedrigen Temperaturen überlebt und sich rasch vermehrt. Daher tritt der weiche Schanker bei Menschen, die regelmäßig im Ausland reisen, häufiger auf als Syphilis oder andere Geschlechtskrankheiten.

Einige Experten vermuten zudem eine nicht-sexuelle Übertragungsroute. Diese Theorie wird indirekt gestützt durch Fälle, in denen Kinder und medizinisches Personal infiziert wurden, nachdem sie verseuchte Patienten behandelt hatten. Allerdings bleiben die Forschungsergebnisse in diesem Bereich bisher uneinheitlich.

Symptome des weichen Schankers

Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt drei bis zehn Tage. Diese große Schwankung ist auf bestimmte Besonderheiten der Infektion zurückzuführen: Der weiche Schanker schreitet bei Frauen deutlich langsamer voran als bei Männern. Meistens treten bei den Vertreterinnen des schwächeren Geschlechts die ersten Zeichen der Verseuchung nicht früher als fünf bis sechs Tage nach der Ansteckung auf; es wurden jedoch auch Fälle festgestellt, in denen die Inkubationszeit einige Wochen dauerte. Dies stellt eine Ausnahme von der Regel dar und hängt mit den individuellen Besonderheiten des Organismus des konkreten Patienten zusammen.

In der primären Phase erscheint an der Stelle des Einbruchs des Erregers ein hellroter Fleck, in dessen Zentrum sich ein dichtes Knötchen mit eitrigem Inhalt bildet. Nach einigen Tagen öffnet er sich und an seiner Stelle entsteht der eigentliche Schanker – ein Geschwür unregelmäßiger Form mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu drei bis vier Zentimetern. Um den weichen Schanker von Exulzerationen zu unterscheiden, die bei anderen sexuell übertragbaren Infektionen auftreten können, ist es notwendig zu berücksichtigen, dass:

  • Geschwüre beim weichen Schanker sind stark schmerzhaft und bluten.
  • Die Konsistenz der Läsionen lässt sich durch Abtasten feststellen.
  • Das Infektionsgebiet ist von einem entzündlichen Infiltrat umgeben.
  • Der weiche Schanker führt meist zu einem multiplen Auftreten, jedoch nicht zur Bildung einzelner Ulzerationen.

Die Anordnung der Geschwüre hängt in erster Linie von der Art der Übertragung ab: Bei analem Sex befinden sich die Infektionsherde im Bereich des After und ähneln einem tiefen Einbruch; beim Oralsex können Geschwüre auf der Schleimhaut der Mundhöhle entstehen. Häufiger bildet sich der weiche Schanker jedoch in:

  • der medialen Zone des äußeren Genitales.
  • dem Ligamentum des Gliedes;
  • den großen und kleinen Geschlechtslippen.
  • Bei einer vertieften Betrachtung;
  • Die Oberflächenrillen sind deutlich ausgeprägt.

Nach 2–4 Wochen heilen die Geschwüre mit Bildung kleiner Narben. Diese Frist kann sich verlängern, wenn beim Patienten der weiche Schanker beobachtet wird und dessen Symptome aufgrund des erschwerteren Krankheitsverlaufs weniger ausgeprägt erscheinen. Das Fehlen ärztlicher Betreuung führt zu Funktionsstörungen der Hauptorgansysteme sowie zur Infektion der Lymphknoten.

Der weiche Schanker – die Behandlung der Erkrankung

Medikament zur Behandlung des weichen Schankers Im Verlauf der Behandlung des weichen Schankers kommen Experten Antibiotika und Sulfonamide zum Einsatz. Die meisten dieser Präparate wirken nicht nur gegen das Bakterium, sondern zerstören auch Treponema pallidum, den Erreger der Syphilis. Die Therapiedauer beträgt 1 bis 2 Wochen. Um Rückfälle sowie erneute sexuelle Infektionen zu verhindern, sollte der Patient durch den behandelnden Arzt regelmäßig überwacht werden.

Starke Schmerzen im Bereich der Geschwüre können durch lokale Antibiotika gelindert werden. Salben helfen, die häufigsten klinischen Symptome zu beseitigen, die dem Patienten erhebliche Beschwerden verursachen und seine Lebensqualität verbessern. Zudem umfasst die Diagnose des weichen Schankers eine allgemein kräftigende Therapie sowie die Anwendung immunmodulierender Präparate. Bei fortgeschrittenen Formen wird den Patientinnen ein chirurgischer Eingriff empfohlen.

Ob Sie sollten wissen:

Die höchste Körpertemperatur wurde bei Uilli Jones (USA) festgehalten, der ins Krankenhaus mit einer Temperatur von 46,5 °C eingeliefert wurde.


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