Rachitis

Rachitis bei Kindern

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Die Rachitis ist eine durch ein Defizit an Vitamin D (Ergocalziferol) im Organismus gekennzeichnete Krankheit. Dieses Vitamin ist essenziell für die Kalziumspeicherung, den Aufbau und die Entwicklung des Knochengerüsts sowie für die normale Funktion des Nervensystems anderer Organe. Die Rachitis tritt vorwiegend bei Kindern auf, meist bis zum dritten Lebensjahr. Auch wenn das Auftreten der Rachitis bei älteren Kindern und Erwachsenen nicht ausgeschlossen ist.

Ursachen der Rachitis

Die Hauptursache für die Entstehung der Rachitis ist ein Mangel an Ergocalziferol im menschlichen Körper, was zu einer Störung des Austauschs von Substanzen wie Kalzium und Phosphor führt. Infolge dieses Mangels wird die Mineralisierung und das Wachstum der Knochen beeinträchtigt; es werden pathologische Veränderungen im Nervensystem und in den inneren Organen beobachtet. Ein Mangel an diesem Vitamin kann auf eine schlechte, einseitige Ernährung zurückzuführen sein oder darauf, dass sich das Kind selten in der Sonne aufhält, da Ergocalziferol unter der Wirkung von Ultraviolettlicht produziert wird. Manchmal können ungünstige Lebensumstände der Mutter und des Kindes, Komplikationen während der Geburt, die Einnahme bestimmter Medikamente, ein überflüssiges Gewicht bei der Geburt oder eine Frühgeburtlichkeit als Ursache für die Rachitis dienen.

Symptome der Rachitis

Die Symptome der Rachitis hängen von der Schwere des Krankheitsbildes ab. Zu den neurologischen Zeichen gehören häufiges Weinen, Unruhe und Reizbarkeit. Zudem kann eine Lichtscheu sowie Empfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen auftreten.

Ein charakteristisches Merkmal der Rachitis ist vermehrtes Schwitzen, das insbesondere nachts, beim Schreien sowie während des Fütterns auftritt. Das Kind schwitzt auch dann, wenn es in einem kühlen Zimmer liegt und leicht bekleidet ist. Der Schweiß hat einen unangenehmen säuerlichen Geruch und reizt die Haut. Das Kind dreht den Kopf über das Kissen, wodurch sich am Hinterkopf eine Haarlücke bildet; dies ist ebenfalls ein Zeichen der Rachitis. Die Handflächen und Fußsohlen des Erkrankten sind stets feucht.

Die Rachitis manifestiert sich durch Infektionen des Brustkorbs und des Schädels bis zum ersten Lebensjahr. Im Anfangsstadium kommt es zur Erweichung des Hinterhauptbeins sowie der Fontanellen und ihrer Ränder. Fehlt eine adäquate Behandlung, schreitet die Rachitis innerhalb kurzer Zeit fort; dabei wird eine Vergrößerung der frontalen und parietalen Fontanellen beobachtet, wodurch der Kopf quadratisch wird. Der Brustkorb deformiert sich, die Hüftgelenke krümmen sich. Die Brust des Kindes ähnelt dem Hühnerbrustbein. Es kommt zur Verdickung der Röhrenknochen am Unterarm und an den Fingergliedern (sogenannte Rachitis-Armringe und Perlenketten). Die Beine krümmen sich, sie übernehmen die Form des Buchstabens O oder X; die Knochen sind deformiert. Die Merkmale der Rachitis können auch im zweiten und dritten Lebensjahr auftreten, wenn keine Behandlung erfolgt; die Skelettdeformierung kann lebenslang bestehen bleiben.

Die Rachitis bei Kindern wird durch verzögertes Zahnwachstum, Funktionsstörungen von Lunge und Herz sowie vegetative Störungen charakterisiert, die sich in übermäßiger Schweißbildung und marmorierter Hautmanifestation äußern. Mögliche Verstöße betreffen zudem Magen und Darmtrakt. Wird die Rachitis bis zum ersten Lebensjahr beobachtet, beginnt das Kind später zu stehen oder zu sitzen; Schmerzen treten häufiger auf.

Stadien der Rachitis

Es werden drei Stadien der Rachitis unterschieden.

Das erste Stadium: Symptome manifestieren sich im Nervensystem und im Muskelapparat ohne funktionelle Folgen; es handelt sich um das leichteste Stadium der Rachitis.

Das zweite Stadium: Es treten Schädeldeformation, Deformationen von Gliedmaßen und Brustkorb sowie mäßige Funktionsstörungen in Organen und Systemen auf. Zudem kommt es zu Anämie und einer Vergrößerung der Milz sowie der Leber.

Das dritte Stadium: Schwerwiegend. Die Symptome sind deutlich ausgeprägt und werden durch schwere Veränderungen verschiedener Organe und Systeme (knochen-, muskulär- und hämatologisch) charakterisiert. Das Kind erhält ungenügend Sauerstoff aufgrund der Deformierung des Brustkorbs.

Behandlung der Rachitis

Die Hauptbehandlung von Rachitis bei Kindern ist die Einnahme von Vitamin D

Die Hauptbehandlung bei Kindern umfasst eine regelmäßige Gabe von Ergocalziferol in einer vom Arzt festgelegten Dosierung, die vom Schweregrad der Erkrankung und dem Alter des Kindes abhängt. Auch UV-Bestrahlung wirkt therapeutisch, da sie die körpereigene Synthese von Vitamin D fördert. Es werden Heilmassage und spezielle Gymnastik empfohlen. Zur Behandlung können auch Bäder mit Kräuteraufgüssen (z. B. aus Schachtelhalm, Eichenrinden oder Wegerich) eingesetzt werden. Wichtig ist: Die Behandlung muss ausschließlich vom Arzt durchgeführt werden, da eine Überdosierung von Ergocalziferol schwere Folgen für die inneren Organe – insbesondere Leber, Herz und Nieren – nach sich ziehen kann.

Prophylaxe der Rachitis

Die Prophylaxe der Rachitis umfasst eine ausgewogene Ernährung und einen geregelten Tagesablauf des Kindes. Die Mutter sollte das Kind bis zum ersten Lebensjahr stillen, wobei sie selbst eine nährstoffreiche Ernährung einhält; so erhält das Baby über die Muttermilch die erforderliche Vitamin-D-Menge. Bei künstlicher Ernährung ist es notwendig, qualitativ hochwertige Mischungen zu verwenden, die ebenfalls den notwendigen Vitamin-D-Gehalt aufweisen. Ab dem ersten Lebensjahr sollte das Menü des Kindes vielfältig gestaltet sein und Milchprodukte, Eigelb sowie Fisch umfassen, da diese Lebensmittel reich an Vitamin D sind.

Frische Luft und Sonnenlicht sind hervorragende Prophylaxemaßnahmen gegen diese Erkrankung. Gehen Sie häufig mit dem Kind spazieren, insbesondere in den warmen Jahreszeiten. Die ultravioletten Strahlen tragen zur Bildung von Vitamin D bei.

Führen Sie regelmäßig Gymnastik mit dem Kind durch und machen Sie ihm eine Massage. Eine gute Muskelaktivität fördert die optimale Durchblutung der Knochen, was das Risiko für die Entstehung einer Rachitis verringert.

In der sonnenarmen Winterperiode kann der Arzt eine prophylaktische Vitamin-D-Gabe verschreiben. Beachten Sie dabei unbedingt die empfohlene Dosis, da eine Überschreitung negative Folgen haben kann.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Karies ist eine der weltweit am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten und kann sogar schwerwiegender sein als die Influenza.


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