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Der Kindervegetarismus: Nutzen oder Schaden für die Gesundheit?

Viele Menschen halten sich an den Prinzipien einer vegetarischen Ernährung. Doch wie verhält es sich, wenn in der Familie von Vegetariern Kinder geboren werden? Ist es möglich, dass sie sich ebenso ernähren wie ihre Eltern, oder ist der kindliche Organismus nicht geeignet, außerordentlich viel pflanzliche Nahrung zu verarbeiten? Wir werden versuchen, uns hier Klarheit zu verschaffen.

Das vegetarische Ernährungsprinzip: Hauptvorteile

Zuerst muss man verstehen, um welche Form des Vegetarismus es sich handelt. Als strengste Form kann man das vegane Essen bezeichnen: eine vollständige Absage nicht nur an tierischen Lebensmitteln, sondern auch an deren thermischer Bearbeitung.

Veganer nehmen weder Fleisch noch Fisch, Milch noch Eier zu sich; sie gönnen sich lediglich medizinisch bedingten Anhängern des ovo-vegetarischen Essens hin und wieder Honig oder Eier, verzichten aber auf Milch, Fleisch und Fisch. Lakto-Vegetarier essen Honig und Milch, verzichten jedoch auf Fleisch und Eier. Schließlich ist der lakto-ovo-vegetarische Stil die schonendste Richtung, da er aus der Ration nur das Fleisch ausschließt (Fleisch, Fisch und Meeresprodukte), während Milch, Eier und Honig erlaubt sind.

Vorteile des vegetarischen Ernährungsstils

Es ist unmöglich, den Vegetariern nicht zuzustimmen: Das von industriell gezüchtete Fleisch bietet dem Menschen kaum einen Nutzen. Auf die Viehzucht entfallen etwa die Hälfte aller weltweit eingesetzten Antibiotika; sie werden präventiv zur Krankheitsverhinderung eingesetzt. Zudem werden in der Viehwirtschaft Wachstumsförderer, einschließlich hormoneller Mittel, flächendeckend verwendet. Dies ist längst kein Geheimnis mehr.

Die Möglichkeit, Tiere oder Vögel selbst zu züchten oder diese auf geprüften Bauernhöfen natürlich zu erwerben, steht bei weitem allen Menschen offen. Hinsichtlich des Fisches bleibt die Frage seiner ökologischen Unbedenklichkeit zweifelhaft – selbst ozeanischer und Meeresfisch kann Toxine und Schadstoffe anreichern.

Anhänger des Vegetarismus meinen, dass der menschliche Bedarf an Eiweiß deutlich geringer ist als die tatsächlich aufgenommene Menge; diese übersteigt oft das Normmaß um das Zehnfache. Gemüse und Früchte enthalten hingegen Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe in Mengen, die den menschlichen Bedarf vollständig decken.

Für die nicht ohne Interesse Beobachtung kann man meinen, dass Kindervegetarier tatsächlich nie an einer Verfettung leiden – während dieses Problem für ihre Altersgenossen, die sich mit der gewöhnlichen Nahrung ernähren, immer aktueller wird.

Natürliche und nützliche Lebensmittel verbessern die Verdauung des Kindes und festigen seine Immunität. Es wird angenommen, dass Kindervegetarier seltener an Erkältungskrankheiten leiden und bei ihnen Allergien gegen Lebensmittel äußerst selten sind. Dieser Pluspunkt verdient unbedingt eine gründliche Studie des vegetarischen Ernährungsschemas.

Kleinkinder wollen Fleisch sehr oft – mit diesem Problem stoßen die Mehrheit der Eltern früh oder spät zusammen. Das Kind verzichtet auf Hühnerfleisch, Frikadellen oder Koteletts, ist aber immer bereit, Brei, Joghurt und Früchte zu essen. Bedeutet dies, dass Kindervegetarismus ursprünglich ist und die Eltern dem Kind andere Ernährungstraditionen auferlegen, die ihnen eigen sind?

Es ist ziemlich attraktiv, dem Kind eine gesunde vegetarische Ration zu bieten und Probleme wie Koliken, Verstopfung und Allergien vergessen zu lassen. Aber Ärzte behaupten: Alles ist nicht so einfach, wie es scheint.

Vegetarismus ist ein Mangel an Eiweiß, Eisen und Vitaminen.

Und hier wird es mit der Wissenschaft kompliziert. Gerade Proteine sind „Bausteine" für den Aufbau und die Größe des Organismus des Kindes. Die Anhänger des Vegetarismus bemühen sich, das Defizit tierischer Proteine durch pflanzliche – insbesondere von Bohnenkulturen – zu kompensieren, aber dies ist ziemlich schwierig. Dem wachsenden Organismus sind Proteine sehr notwendig: Zum Beispiel muss das Kind täglich aus dem Essen 4,0–4,5 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht im Alter von einem bis drei Jahren aufnehmen.

Gerade tierische Proteine verfügen über die höchste Verdaulichkeit – bis zu 90 %. Wenn eine Form des Vegetarismus den Konsum von Milchprodukten und Eiern verbietet, drohen daraus sehr negative Folgen für das Kind. Die Eltern entziehen dem Kind vollständig seine Quelle tierischer Proteine.

Beim zweiten Problem, auf das man auf dem Weg zum Gesundheitsverhalten des Kindes stoßen kann, handelt es sich um Eisenmangel, dessen Hauptquelle ganz und gar nicht Beeren und Früchte sind, sondern Fleisch. Bei Kindernvegetariern wird häufig ein ungenügendes Hämoglobin beobachtet.

Das dritte Problem ist ein Mangel an Cobalamin (Vitamin B12), das für die normale Funktion des Nervensystems und des Blutes im Organismus des Kindes unersetzlich ist. In pflanzlichen Lebensmitteln fehlt Vitamin B12 praktisch vollständig.

Schließlich wird eine große Menge Pflanzennahrung benötigt, um den Mangel an Kalzium und Zink – die im Fleisch, Fisch und Milchprodukten viel besser gedeckt sind als in Früchten und Gemüse – zu kompensieren.

Welchen Weg wählen?

Die Eltern müssen sich daran erinnern, dass sie die Ernährungswahl den Kindern eigentlich nicht überlassen – die Kleinen sind gezwungen, genau jene Nahrung zu sich zu nehmen, die ihnen Mutter und Vater bereitgestellt haben. Zudem muss unbedingt berücksichtigt werden, dass im Kindergarten oder in der Schule keine vegetarische Speisekarte angeboten wird; daraus entstehen bestimmte Ernährungsprobleme.

Kindervegetarismus: Risiken für die Gesundheit

Diese Frage lässt sich natürlich entscheiden: Wenn Eltern fest überzeugt sind, dass der Schaden durch Fleisch und Fisch weit größer ist als der Nutzen, müssen sie bei der Zusammenstellung des Kinderessens mit großer Aufmerksamkeit vorgehen und alle Empfehlungen von Experten studieren. Die Ernährung sollte vielfältig sein; verschiedene Gerichte wie Suppen, Brei und Aufläufe sollten aufgenommen werden. Auf jeden Fall empfehlen Ärzte dringend, aus dem Speiseplan des Kindes Milchprodukte, saure Milchgetränke (Kiselo-molotschnyje) und Eier nicht zu streichen – bei Abwesenheit von Fleisch und Fisch stellen sie die einzige verfügbare Quelle tierischer Proteine für den wachsenden Organismus dar.

Wenn das Kind heranwächst, kann es den Ernährungsstil selbstständig wählen, die Philosophie des Vegetarismus verstehen und diese durchdacht umsetzen. In anderen Fällen bleibt der Kindervegetarismus immer eine bewusste Entscheidung und damit die Verantwortung der Eltern.

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