Reis ist eine Kulturpflanze aus der Familie der Gräser. Diese Pflanze wächst hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Regionen des Planeten, insbesondere in Asien, Amerika, Afrika und Australien.
Eine der am weitesten verbreiteten landwirtschaftlichen Kulturen ist die Reispflanze; sie zählt zu den ältesten Nahrungspflanzen. Die Domestikation des Reises wird auf mehr als 9.000 Jahre datiert.
In unserem Land wurde das Wort „Reis" erst Ende des 19. Jahrhunderts verwendet, bevor man ihn als „saraizenisches Getreide" oder später als „sorotschinsches Hirsegetreide" bezeichnete.
In der modernen Ernährung unterscheidet man beim Reiskonsum zwischen einem östlichen Stil, der für asiatische Länder charakteristisch ist, und einem westlichen Stil, der in Europa und Amerika bevorzugt wird. In Asien dient Reis als Alternative zu Kartoffeln und Weizen und bildet die Grundlage vieler Gerichte. Die östliche Esskultur beinhaltet das Greifen des Reises mit den Händen; diese Regel gilt auch für Festlandregionen. Dünnschaliger, körniger Reis wird üblicherweise mit Stäbchen gegessen.
Die Vielfalt der Reissorten ist so groß, dass eine vollständige Zählung bisher kaum möglich ist. Nach konservativen Schätzungen gibt es mindestens 1.000 Sorten. Die Einordnung erfolgt nach Kriterien wie der Verarbeitungsmethode, der Kornlänge und dem Preis.
Trotz der Vielfalt an Reissorten ist die chemische Zusammensetzung des Getreides im Wesentlichen identisch. Das Produkt ist reich an Vitaminen der Gruppe B sowie E und PP. Zu den enthaltenen Spurenelementen gehören Eisen, Zink, Calcium, Mangan, Phosphor, Kalium und Selen.
Der Nährwert des Reises setzt sich wie folgt zusammen: 6,7 g Eiweiß, 0,7 g Fett und 78,9 g Kohlenhydrate. Der Kaloriengehalt wird maßgeblich durch den hohen Anteil an Kohlenhydraten bestimmt; dennoch sollte dies Personen, die auf ihr Gewicht achten, nicht abschrecken. Dies liegt daran, dass die im Reis enthaltenen Kohlenhydrate komplex sind: Sie sättigen für längere Zeit und liefern dem Organismus Energie, die langsam aufgenommen und gespeichert wird. Daher tritt das Sättigungsgefühl bereits bei geringer Portion schnell ein und hält an. Obwohl der Kaloriengehalt des Reises – neben 344 kcal pro 100 g – recht hoch ist, ist es aufgrund der oben genannten Eigenschaften unmöglich, den täglichen Bedarf an Kalorien tatsächlich zu überschreiten.
Daneben besteht der Reis zu etwa 8 % aus Eiweißverbindungen. Wichtig ist zudem zu beachten, dass darin kein Gluten (Pflanzeneiweiß, das Allergien auslösen kann) enthalten ist.
Die nützlichen Eigenschaften der verschiedenen Reissorten wurden in zahlreichen Ländern über Jahrhunderte hinweg geschätzt.
Dank des hohen Kaliumgehalts neutralisiert dieses Produkt das Salz im Körper; es enthält selbst kein Natrium. Diese Eigenschaft macht den Reis zu einem empfehlenswerten Lebensmittel bei Erkrankungen, die eine salzarme Ernährung erfordern. Dies betrifft vor allem Arthropathien sowie Störungen der Nieren- oder Herz-Kreislauf-Funktion.
Der Vitamin-B-Komplex, der im Reis enthalten ist, verbessert den Zustand von Haar, Haut und Nägeln, stärkt das Nervensystem und beteiligt sich an der Energiegewinnung aus Nährstoffen.
Der Nutzen des Reises bei Störungen der Funktionen des Gastrointestinaltrakts wird durch die darin enthaltenen Stärkebestandteile (Amylum) und Zellulose bedingt, die Schleimhaut schützen und umhüllen. Nicht selten wird daher eine Reisdiät bei Gastritis und Geschwüren empfohlen. Auch Reissud ist bei Diarrhöe und Magenverstimmung gut verträglich.
Zudem sind Experten der Meinung, dass der Nutzen des Reises von seiner Sorte abhängt. So enthält unreiner brauner Reis deutlich mehr Mineralstoffe als gereinigter weißer Reis, da diese in der Schale enthalten sind.
Schwarzer Reis zeichnet sich neben den in der weißen Sorte enthaltenen nützlichen Substanzen auch durch das Vorhandensein von Antioxidantien aus; aufgrund dieser Eigenschaft ist er für Patienten mit Krebserkrankungen empfehlenswert.
Trotz des unbestreitbaren Nutzens ist der massenhafte Verzehr von Reis, insbesondere von weißem Reis, nicht empfehlenswert. Laut Diätassistenten handelt es sich dabei um ein raffiniertes Produkt; sein übermäßiger Konsum kann zur Entwicklung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.
Die Funktion des Gastrointestinaltrakts kann durch den Verzehr von Reis zwar verbessert werden, verschlechtert sich jedoch bei ungemäßigtem Konsum. Zellstoff und Amylum, die bei Durchfall helfen, können bei Reiskonsum Verstopfung verursachen und die Darmfunktion bremsen; dieser Schaden hängt dabei nicht von der Reissorte ab.
Es wird angenommen, dass Reis allergieauslösend wirken kann. Daher kann der Verzehr von Reis bei Erwachsenen und Kindern mit allergischer Neigung Blüte, Juckreiz und andere Allergiesymptome hervorrufen.
Der Schaden durch Reis entsteht zudem durch falsche Kombinationen mit anderen Lebensmitteln. Da Reis Kohlenhydrate enthält, ist es nicht empfehlenswert, ihn zusammen mit fettreicher Nahrung zu konsumieren; ansonsten führt dies statt einer Diät eher zu Gewichtszunahme.
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