Wesentliche Aspekte > Erste Hilfe > Erste Hilfe bei Hitzschlag

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Hitzschlag Hitzschlag – ein lebensbedrohlicher Zustand, der durch die Überhitzung des Körpers infolge übermäßiger thermischer Belastung von außen entsteht. In der Regel kann der Organismus hohe Umgebungstemperaturen durch den Mechanismus der Temperaturregulation kompensieren; beim Hitzschlag ist jedoch diese Regulation gestört, was zu schwerwiegenden Funktionsstörungen des kardiovaskulären und zentralnervösen Systems führt. Dieser Zustand ist lebensgefährlich: Im Stadium der Dekompensation tritt in etwa einem Drittel der Fälle der Letalausgang ein. Das Überleben hängt entscheidend davon ab, ob die Erstversorgung schnell und korrekt geleistet wird.

Merkmale des drohenden und eingetretenen Hitzschlags

Der Hitzschlag ist eine schwere Form der Überhitzung; daher ist es wünschenswert, Maßnahmen bereits beim Auftreten der ersten Anzeichen einer Überhitzung zu ergreifen. Diese Symptome treten bei Umgebungstemperaturen auf, die 40 °C überschreiten: Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Schwäche, Schläfrigkeit, Hautrötung, verstärktes Schwitzen und Kopfschmerzen. Diese Zeichen deuten die Notwendigkeit einer Kühlung des Körpers sowie einer Flüssigkeitszufuhr zur Kompensation des Wasserverlusts an.

Steigt bei diesen Symptomen die Körpertemperatur auf subfebrile Werte (bis 37,5 °C und höher), deutet dies auf eine Annäherung an einen Hitzschlag hin.

Je nach Schweregrad der Störungen werden drei Formen dieses Zustands unterschieden; jede Form ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  1. Hitzschlag in leichter Form: Unlust zur Bewegung (Adynamie), Übelkeit, intensive Kopfschmerzen, Herzbeschleunigung und Atemnot sowie verstärktes Schwitzen. Die Körpertemperatur kann normal sein oder auf 37–37,5 °C ansteigen.
  2. Hitzschlag mittlerer Schwere: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Adynamie, Herzbeschleunigung und Atemnot sowie Störungen der Bewegungskoordination; Ohnmachtsanfälle und Nasenbluten sind möglich. Die Körpertemperatur kann bis auf 40 °C ansteigen.
  3. Schwere Form des Hitzeschlages Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch das Bewusstseinsniveau (mit Halluzinationen, psychomotorischer und sprachlicher Erregung) oder dessen Verlust sowie durch Krämpfe, oberflächliche beschleunigte Atmung und Tachykardie (der Puls liegt zwischen 120–140 Schlägen pro Minute).

Bei erhöhtem Risiko eines Hitzschlages

Ein Hitzschlag kann bei jedem Menschen entstehen, der einer langdauernden Einwirkung hoher Umgebungstemperaturen ausgesetzt ist. Solche Temperaturen liegen bei 40 °C und mehr; das ernste Risiko für eine Überhitzung besteht jedoch bereits ab 35 °C. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Berufstätigkeit: Besonders gefährdet sind Personen, die unter Hitzebedingungen erhöhte körperliche Aktivität zeigen (z. B. Arbeiter in heißen Abteilungen, Sportler beim Training, Soldaten bei Geländemärschen). Auch Menschen mit Störungen der Temperaturregulation befinden sich im Risikobereich; dazu zählen Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit langdauernden Erkrankungen des Stoffwechsels oder Defekten des vegetativen und kardiovaskulären Systems.

Maßnahmen zur Erstversorgung bei Hitzschlag

Bei unkompliziertem Hitzschlag wird eine einfache Erstversorgung empfohlen. Für alle Fälle, in denen ein plötzlicher, schlagartiger Zustandsumschub auf Überhitzung hindeutet, sind folgende Schritte notwendig:

  1. Befördern Sie den Betroffenen an einen kühleren Ort, z. B. in einen klimatisierten Raum oder Schatten.
  2. Entfernen Sie eng anliegende Kleidung und lockern Sie die Druckstellen, um Luftzug zu ermöglichen.
  3. Versorgen Sie einen wachen Betroffenen mit kühlem Wasser. Zwar können Kaffee oder Tee die kardiovaskuläre Aktivität tonisieren, ersetzen aber nicht das Wasser, da sie die Flüssigkeitsausscheidung verstärken können. Diese Getränke sollten daher nicht anstelle von Wasser, sondern zusätzlich dazu angeboten werden.
  4. Bringen Sie den Betroffenen in eine liegende Position und heben Sie die Beine leicht an.
  5. Legen Sie kalte Umschläge auf Stirn, Brustbereich sowie die Ellen- und Kniebeugungen (und Achselhöhlen) an oder besprühen Sie diese mit kühlem Wasser.

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Bei leichter Form des Hitzeschlags genügen diese Maßnahmen zur Linderung der Symptome und Wiederherstellung der Körperfunktionen; meist fühlt sich der Betroffene bereits nach 10 bis 15 Minuten deutlich besser.

Bei einem Hitzschlag mittleren Schweregrades tritt die Besserung etwa nach 30 bis 40 Minuten ein; dennoch können Beschwerden wie Schwäche und Kopfschmerzen noch einige Tage anhalten.

Sollte nach der Erstversorgung keine erwartete Verbesserung eintreten, ist unverzüglich ärztliche Hilfe zu suchen.

Die Erstversorgung bei einem schweren Hitzschlag erfolgt analog; gleichzeitig muss unverzüglich ein Rettungsdienst gerufen werden, da das Risiko lebensbedrohlicher Funktionsstörungen besteht. Während des Wartens auf den Rettungswagen sind Reanimationsmaßnahmen im Falle eines Herzstillstands vorzubereiten und durchzuführen.

Die Erstversorgung bei einem Sonnenstich.

Der Sonnenstich ist eine Form des Hitzeschlages, die durch übermäßige Einwirkung direkter Sonnenstrahlen entsteht; er kann von Verbrennungen begleitet sein, wenn der Mensch in offener Kleidung oder sogar ohne Kleidung zu lange in der Sonne verweilt – jedoch irrtümlich anzunehmen, es handele sich lediglich um eine langanhaltende Bräunung. Tatsächlich genügt für das Entstehen eines Sonnenstichs die Einwirkung direkter Sonnenstrahlen auf ungeschützten Kopf.

Die Symptome des Sonnenstichs sind Dunkelschleier vor den Augen und/oder leuchtende „Schönheitspflasterchen" (Halo-Effekte), Kopfschmerzen, Übelkeit (manchmal begleitet von Erbrechen) sowie Hautrötung. Da der Sonnenstich eine Erscheinungsform des Hitzeschlages ist, können ihm alle Merkmale hinzukommen, die auch beim Hitzschlag auftreten.

Die Erstversorgung beim Sonnenstich erfolgt analog zur Erstversorgung bei thermischem Hitzschlag.

Prävention von Hitzschlag und Sonnenstich in der heißen Jahreszeit

Eine Besonderheit dieser Pathologie ist ihre Vorhersagbarkeit. Zwar ist es schwierig, den Hitzschlag vorherzusehen, doch die Risikobewertung basierend auf Umweltfaktoren ist vollständig möglich; daher steht die Prophylaxe im Vordergrund. Die gefährlichste Jahreszeit für Hitzschlag ist der Sommer. Um das Risiko einer Überhitzung zu minimieren, müssen folgende Verhaltensregeln beachtet werden:

    Sich
  • Vermeiden Sie einen längeren Aufenthalt in direkter Sonneneinstrahlung und bedecken Sie den Kopf mit einem Panamahut, wenn Sie länger als eine halbe Stunde im Freien sind. Der beste Ort für Spaziergänge an heißen Tagen ist der Schatten von Bäumen;
  • Verlassen Sie zwischen 12:00 und 16:00 Uhr nicht den Straßenumfeldbereich, da in dieser Zeit die sommerliche Hitze am intensivsten ist.
  • Tragen Sie im Sommer leichte Kleidung aus hellen Stoffen, die eine gute Belüftung ermöglichen.
  • Beachten Sie das Trinkregime. Die Schweißabsonderung ist ein wesentlicher Mechanismus der Temperaturregulation; jedoch führt der Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen zu einem Defizit, das aufgefüllt werden muss. Im Sommer sollten Erwachsene mindestens zwei Liter Wasser pro Tag trinken – bei starker Hitze und körperlicher Belastung kann dieser Bedarf höher sein. Denken Sie daran: Süßgetränke wie Bier, Tee oder Kaffee können den Flüssigkeitsverlust nicht kompensieren, da sie die Ausscheidung von Flüssigkeit verstärken; durch ihren Konsum wird mehr Wasser ausgeschieden als aufgenommen. Bei starker Hitze können Sie leicht gesalzenes Wasser trinken, da Salz zur Flüssigkeitsretention im Körper beiträgt.
  • Reduzieren Sie in der Ernährung den Anteil schwerer Nahrungsmittel und bevorzugen Sie leichte Gemüsegerichte sowie Früchte und fermentierte Milchprodukte.

Eltern sollten bedenken, dass die Temperaturregulation bei Kindern aufgrund des Alters weniger effizient ist; daher sind Kinder einem höheren Risiko für Überhitzung in der heißen Jahreszeit ausgesetzt, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer hohen körperlichen Aktivität. Daher müssen alle oben genannten Regeln vorrangig auf sie angewendet werden.

Ob Beachten Sie Folgendes:

Früher wurde angenommen, dass Lüften den Körper mit Sauerstoff anreichert. Diese Ansicht wurde jedoch widerlegt. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass das Öffnen von Fenstern die Kühlung des Gehirns fördert und die Arbeitsfähigkeit verbessert.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt