Die Weißbirke

Weiße Birke Ein heller Vertreter der Familie der Birkengewächse ist die Weißbirke – ein Baum, der bis zu 20 Meter hoch wird. Er besitzt eine glatte, pergamentartige Rinde mit dunklen charakteristischen Linien. Meist wächst der Baum wild, kann aber auch kultiviert werden und dient als dekorative Pflanze. Weltweit sind etwa 120 Birkenarten bekannt; davon kommen 65 Arten im Hoheitsgebiet Russlands vor. Alle Birkenarten unterscheiden sich lediglich durch einige Merkmale; in der Medizin werden sie jedoch identisch eingesetzt.

Die weiße Birke kommt in den Regionen Lessostrojnaja sowie in der Waldzone Sibiriens und des europäischen Raums Russlands vor. Die Pflanze ist bienenfreundlich; Bienen sammeln besonders gerne den Birkensaft, den sie als Birkensägemehl ernten können. Die Blütezeit fällt auf Mai.

Für verschiedene Anwendungsziele werden folgende Bereiche der weißen Birke genutzt:

  • Nieren, die während der Anschwellungsphase (im Zeitraum von März bis April) angewendet werden können.
  • Blätter, die bereits zum Beginn der Blütezeit geerntet werden.
  • Holz und Rinde
  • Birkensaft, der sich im Frühsommer sammelt

Nieren und Birkenblätter sind aufgrund ihrer Eigenschaften fitotoxisch.

Anwendung und Wirkung

Aufgüsse oder Abkochungen von Birkenknospen wirken aufgrund ihrer Eigenschaften antiseptisch, harntreibend und blutstillend. Durch Studien wurde eine wesentliche Steigerung der Harnausscheidung unter dem Einfluss dieser Aufgüsse beobachtet, sowie eine deutliche Verringerung verschiedener Wassergeschwülste, selbst wenn andere harntreibende oder bewährte Herzmittel nicht effektiv waren. Die Eigenschaften von Birkenknospen ermöglichen die Verwendung einer Tinktur zur Behandlung langdauernder und akuter Ekzeme, Hauterosionen, Wunden unterschiedlicher Art sowie anderer Erkrankungen.

Aufgüsse aus Birkenblättern werden aufgrund ihrer Wirksamkeit breit eingesetzt. Dank neuerer Forschungsergebnisse ist bekannt, dass unter dem Einfluss von Birkenblatt-Aufgüssen die Harnausscheidung signifikant zunimmt (von 400 ml bis zu 2500 ml), das nächtliche Wasserlassen abnimmt und Wassergeschwülste zurückgehen. Aufgüsse aus jungen Birkenblättern können als Fördermittel bei Gelbsucht, Nierenkoliken sowie bei verschiedenen neurologischen Störungen verwendet werden. Zudem handelt es sich um ein wertvolles vitaminhaltiges und entzündungshemmendes Mittel.

In Bulgarien werden die Blätter der weißen Birke als wirksames diuretisches Mittel zur Behandlung von Atherosklerose, Rheuma und Nierenerkrankungen eingesetzt.

Der einfachste Aufguss wird wie folgt zubereitet: Man gießt 500 ml kochendes Wasser über 6–8 g Blätter, lässt die Mischung etwa 15 bis 20 Minuten ziehen, filtriert sie anschließend und nimmt den Sud im Laufe des Tages regelmäßig ein. Zudem werden Birkenaufgüsse als Umschläge auf kranke Gelenke aufgelegt sowie spezielle Bäder aus dem Aufguss durchgeführt.

Es gibt eine spezielle aktivierte Birkenkohle namens Karbol, die als Adsorbens bei Vergiftungen zur Bindung von Toxinen und Giften eingesetzt wird. Bei Dyspepsie, Meteorismus und Dysenterie wird diese sorgfältig zerkleinerte Kohle verabreicht; sie wirkt zudem krampflösend.

Auch das Birkenpech besitzt eine bakterizide Wirkung. Es wird durch trockene Destillation aus der Rinde gewonnen (es bildet die bekannte Wischnowskische Salbe, die zur Wundheilung dient, sowie die Wilkinson-Salbe, die bei Ekzemen und Hautjuckreiz angewendet wird).

In Frankreich gilt die Birke als „Baum der Weisheit", wobei ihre jungen Blätter (Nieren), der Saft und die Wurzel therapeutisch eingesetzt werden.

  • Die Birkenrinde, deren Eigenschaften vielseitig sind, wird in Form von Extrakt verwendet;
  • Die Birkenblätter werden als Aufguss angewendet, der beruhigende und stärkende Wirkungen besitzt (empfohlen bei Gelbsucht und Nierenkolik).
  • Die Wurzel der weißen Birke dient als harntreibendes und antirheumatisches Mittel.
  • Der Birkensaft ist ein erfrischendes und nützliches Getränk.

Schweden destillieren aus dem zweiten Holzring ein Hausbier, Deutsche und Österreicher nutzen junge Birkenblätter als starkes und tonisierendes Mittel, während Polen die jungen Blätter der weißen Birke zur Behandlung von Ödemen, Neurosen, Nierenentzündungen sowie weiteren Erkrankungen einsetzen.

Die Eigenschaften der Birkenblätter entsprechen denen der Birkenrinde, sind jedoch in etwas geringerer Form vorhanden. Bäder mit frischen Birkenblättern werden bei Gicht und stationärem Rheuma empfohlen; zudem ist die Anwendung von Kompressen aus zerkleinerten trockenen oder frischen Blättern ratsam. Diese Kompressen eignen sich auch zur Behandlung von Verbrennungen, Druckgeschwüren sowie erhöhter Schwellung der Beine.

Der Birkensaft besitzt allgemein stärkende und tonisierende Eigenschaften und wird bei Arthritiden, Gicht, Skorbut, Wassergeschwülsten, Anämie, trophischen Geschwüren, schlecht heilenden Wunden sowie Angina und Furunkulose eingesetzt.

Zur Behandlung von Tuberkulose, Geschwüren und Wunden wird die Rinde der weißen Birke verwendet; gegen Hautkrätze und Lepra dient das Birkenpech. Zur Therapie der Gonorrhöe wird ein spezielles Birkenöl eingesetzt, das durch Destillation aus der Birkenrinde gewonnen wird.

Die vielfältigen Wirkungen der Birke finden Anwendung in der Parfümindustrie; zudem ist der Saft dieses Baumes Bestandteil verschiedener Getränke.

Schaden

Aus diesem Grund dürfen die Nieren der weißen Birke den abführenden Effekt nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden; eine Langzeittherapie ist streng untersagt.

Ob Das sollten Sie wissen

Beim Niesen kommt es zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Atmung; ein kompletter Herzstillstand tritt dabei nicht auf.


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