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Zystische Veränderungen in der Vagina

Zystische Veränderungen in der Vagina – eine rundliche, retentionsartige Formation an der vaginalen Wand. Die Wände dieser Zysten bestehen aus Bindegewebe mit Bereichen des Muskelgewebes; die mediale Oberfläche ist durch kubisches, prismatisches oder zylindrisches Epithel ausgekleidet. Der Inhalt dieser Neubildungen kann transparent (schleimig oder serös), dunkelbraun oder gelblich sein. Die Zyste kann sich auf der Oberfläche der Vagina befinden oder in das Gewebe eindringen und mit dem umgebenden Zellgewebe verbinden. Diese Pathologie wird bei ein- bis zwei Prozent der Patientinnen beobachtet, meist im jüngeren Alter. Meistens lokalisiert sie sich im oberen Abschnitt der Vagina oder an ihrer lateralen Wand. Der Umfang dieser Neubildungen kann von einem bis zu zehn Zentimetern variieren. Eine der Ursachen für die Entstehung einer Scheidenzyste ist eine Geburtsverletzung

Ursachen des Entstehens vaginaler Zysten

Je nach Ätiologie werden traumatische und angeborene Formen unterschieden. Angeborene Zysten werden sehr selten diagnostiziert; sie lokalisiert sich meist in der Seitenwand der Vagina. Traumatische Zysten entstehen an der vaginalen Wand im Anschluss an plastische Operationen, Stammtraumen oder Abortvorgänge. Sie können zudem Folgezustände von Hernien und Narben sein oder auf ein beliebiges Trauma der Scheide zurückgehen, das zur Bildung eines Hämatoms führte.

Als Auslöser für die Bildung einer vaginalen Zyste dienen verschiedene sexuell übertragbare Infektionen. In manchen Fällen entsteht eine Zyste infolge mangelnder Hygiene der Geschlechtsorgane. Angeborene Zysten werden als Kyste der vulvovaginellen Retention und als Gartner-Kyste des Ausflusses bezeichnet. Die Neubildung erster Art resultiert aus einer Störung des Abflusses des eisenhaltigen Sekrets infolge der Obliteration, Verwachsung oder Stenose des Ausführungsganges. Der Umfang der Kyste der vulvovaginellen Retention übersteigt meist nicht drei bis sieben Zentimeter. Die Gartner-Kyste des Ausflusses bildet sich aus den Resten des mesonephralen Durchgangs.

Diagnostik und Therapie der Scheidenzyste

Zysten in der Scheidenwand werden bei der Vorsorgeuntersuchung meist erkannt. Die endgültige Diagnose wird durch die bimanuelle und vaginale Untersuchung gestellt. Der Arzt sollte auf das weitere Wachstum der Zyste achten. Das Wachstum kleiner Zysten verläuft symptomfrei und erfordert keine chirurgische Behandlung. Eine Vergrößerung des Zystenraums geht mit dem Empfinden eines Fremdkörpers in der Scheide, pathologischen Sekreten sowie Funktionsstörungen von Mastdarm und Harnblase einher. Die Eiterung des Inhalts, die Infektion und die Ulzeration der Wand können zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen; es treten Blutungen auf und es entwickeln sich Symptome einer Kolpitis.

Zystenartige Neubildungen aus den darunterliegenden Geweben führen im Falle ihrer schnellen Vergrößerung oder des Auftretens bzw. Verschlimmerns der Symptomatik zur Ausschälung herbei. In einigen Fällen gestaltet sich die Abtragung der Scheidenzyste schwierig.

Vor der Operation zur Entfernung der Scheidenzyste klärt der Chirurg mittels Ultraschall (US) die anatomische Beziehung zwischen Harnblase, Mastdarm und Zyste des Patienten; zusätzlich werden eine Kolposkopie sowie mikroskopisch-bakteriologische Untersuchungen von Abstrichen durchgeführt. Operation zur Entfernung einer Scheidenzyste

Liegt das Neoplasma sehr tief, so wird der Stiel der Zyste nicht vollständig entfernt; stattdessen werden Klemmen auf den Stiel gelegt und die Zyste abgetragen, woraufhin eine Ligatur mit einer Fasszange angelegt wird.

Operation zur Entfernung der Scheidenzyste.

Zur Entfernung von Scheidenzysten werden derzeit die Marsupialisation und die punktierte Aspiration angewendet.

Die Methode der punktierten Aspiration bietet nur einen vorübergehenden Effekt, da die Epithelzellen der Zystenwände weiterhin Liquor produzieren, der sich im Laufe der Zeit ansammelt; diese Behandlungsform ist lediglich bei Schwangeren mit großen Zysten anwendbar.

Bei der Marsupialisation wird die Zyste eröffnet und ihre Wände mit dem Scheideneingang vernäht; diese Methode gilt als am schonendsten und sichersten.

Bei der radikalen Entfernung wird die Zyste längsschnittweise eröffnet, das Neoplasma mittels stumpfer und scharfer Instrumente gelöst und Ketgutsnähte auf dem Scheideneingang angelegt.

Die Laparoskopie wird zur Ausschälung angeborener Scheidenzysten eingesetzt, da diese Zysten häufig in den parapetralen, paraurethralen und parametralen Bindegewebsbereich einwachsen; die Ausschälung einer Gartner-Zyste kann Harnblase und Mastdarm verletzen.

Die Entfernung der Scheidenzyste (Urethrozyste).

Die Urethrozyste liegt in unmittelbarer Nähe des Introitus und lässt sich durch Tasten selbstständig lokalisieren. Der Schnitt erfolgt bis zur Kapsel des Neoplasmas; dabei werden ovale Schnitte bevorzugt, um ein Reißen der Zyste sowie das Einströmen des Inhalts in die Scheidenhöhle zu vermeiden. Der ovale Schnitt ermöglicht eine vollständige Entfernung ohne Beschädigung, indem die Haut mit den Zangen präzise erfasst und zum Schnitt festgezogen wird.

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