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Verhütung: Wer trägt die Verantwortung für den Schutz?

Manchmal scheint es, als wäre die moderne Gesellschaft in zwei Lager geteilt: Die eine Gruppe ist überzeugt, dass nur die Frau für die Verhütung verantwortlich ist; die andere Gruppe hingegen vertritt die Auffassung, dass dies Aufgabe der Männer sei. Inzwischen umfasst das Thema Verhütung zahlreiche Aspekte – psychologische, juristische und natürlich medizinische Dimensionen.

Wer ist für die Sicherheit beim Sex verantwortlich: der Mann oder die Frau?

Ausgehend von den weit verbreiteten Folgen ungeschützten Geschlechtsverkehrs, wie einer Schwangerschaft, sind die Konsequenzen für Mann und Frau unterschiedlich, aber keineswegs erfreulich, wenn das Kind nicht erwünscht ist. Für den Mann bedeutet dies eine Vaterschaftsfeststellung sowie die Zahlung von Unterhaltsleistungen; für die Frau hingegen die Erziehung des Kindes und alle damit verbundenen Belastungen im Leben.

Aborte sind in unserem Land jedoch nicht verboten – so argumentieren viele moderne Menschen, und sie haben recht. Nach offiziellen Statistiken werden jährlich in Russland etwa 2 Millionen Aborte gezählt. Viele Ärzte gehen davon aus, dass diese Zahl mindestens um das Doppelte oder sogar Dreifache unterbewertet ist. Man sollte nachdenken: Wie viele Menschen sind tatsächlich von der Frage der Kontrazeption betroffen, wenn die Zahlen so hoch sind?

Der Abort ist keine unbedeutende Prozedur, wie einige bis heute glauben. Leider haben Aborte vielfältige Folgen, und eine davon ist besonders tragisch: Unfruchtbarkeit. Zudem bestehen für Männer bei der Entscheidung zu Aborten – ebenso wie bei allen chirurgischen Operationen – Kontraindikationen. Dies gilt selbst für schonende medikamentöse Verfahren.

Chirurgische Kontrazeption

Um die Gesundheit der Frau zu bewahren, ist es notwendig, verfügbare Methoden der Empfängnisverhütung einzusetzen. Es gibt viele solcher Verfahren, und Wissenschaftler entwickeln ständig neue Wege zum Schutz vor unerwünschter Schwangerschaft. Bisher bieten nur zwei Methoden einen 100-prozentigen Schutz, doch sie werden von wenigen Menschen gewählt: die männliche oder weibliche Sterilisation – also die chirurgische Methode der Empfängnisverhütung. Zudem bietet auch das vollständige Abstinenzverhalten eine Sicherheit von 100 %.

In jedem Fall muss betont werden, dass die männliche Sterilisation (Vasektomie) zwar theoretisch eine umkehrbare Operation darstellt, jedoch nur innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren als reversibel gilt. Es gibt keine genauen Statistiken zu diesem Thema in Russland. Die Entscheidung für eine Vasektomie sollte sorgfältig abgewogen werden: Entweder hat der Mann bereits Kinder oder er ist Träger genetischer Erkrankungen.

Die weibliche Sterilisation erfolgt durch die Schaffung einer künstlichen Unterbrechung des Eileiters mittels Methoden wie Überbindung, Anlegen von Faszklammern oder Ausschneidung. Die freiwillige Sterilisation ist Frauen erlaubt, die älter als 35 Jahre sind und mindestens zwei Kinder haben.

Die chirurgische Kontrazeption beeinflusst weder den hormonellen Hintergrund noch die Libido. Zudem bietet sie Schutz vor Infektionen, die über den sexuellen Kontakt übertragen werden.

Männliche Kontrazeption

Die überwiegende Mehrheit der Männer greift auf nur zwei Schutzmethoden zurück: Kondome und den unterbrochenen Geschlechtsverkehr (PPA). Zu diesem weit verbreiteten Verfahren wurden Tausende von Artikeln verfasst; selbst nach Studien liegt die Rate unerwünschter Schwangerschaften bei bis zu 75 %. Dies ist kein Wunder: Die Effektivität übersteigt 80 % nicht. Bereits am Beginn des Geschlechtsverkehrs kann Sperma freigesetzt werden. Diese Methode ist allein in Kombination mit der Berechnung sicherer Tage bei der Frau zulässig, doch auch dann steigt die Zuverlässigkeit kaum merklich an.

Die Effektivität der Kondom-Kontrazeption weist höhere Kennziffern auf – bis zu 98 %. Dennoch treten Schwachstellen auf: Erst reißen Kondome, zweitens kann ihre Qualität bei falschen Lagerungsbedingungen sinken und drittens darf ausschließlich ein Gleitmittel auf Wasserbasis verwendet werden. Nichtsdestotrotz ist das Kondom hinsichtlich des Schutzes vor sexuell übertragbaren Infektionen von großer Bedeutung und maximal ergebniswirksam.

Darüber hinaus gibt es weniger bekannte Schutzmethoden für Männer, wie hormonelle Tabletten oder subkutane Implantate mit einer Haltbarkeit von drei bis fünf Monaten.

Einige Volksheilmittel sind sehr gefährlich – beispielsweise das tägliche Nutzen von Überhitzungsbädern. Tatsächlich wird bei der Überhitzung der Hoden die Spermienproduktion beeinträchtigt; gleichzeitig wird jedoch das Risiko für onkologische Erkrankungen deutlich erhöht.

Die breite Palette an Methoden für Frauen

Frauen mit hormoneller Empfängnisverhütung oder intrauterinen Spiralen haben unter bestimmten Voraussetzungen deutlich bessere Chancen. Diese Verfahren erreichen bei gynäkologisch gesunden Patientinnen eine Effektivität von bis zu 99 %. Allerdings ist diese Art der Kontrazeption nicht für jede Frau geeignet, sondern nur dann anwendbar, wenn keine medizinischen Gegenanzeigen vorliegen.

Auswahl von Verhütungsmitteln für Frauen

Der Einsatz einer Spirale ist bei nicht gebärenden Frauen sowie bei Vorhandensein von Entwicklungsstörungen der Geschlechtsorgane, entzündlichen Erkrankungen oder Tumoren kontraindiziert. Die Liste der Gegenanzeigen für die orale Anwendung von Kontrazeptiva (OK) ist deutlich umfangreicher:

  • Das Risiko einer Thrombose sowie eines thromboembolischen Ereignisses.
  • Ischämische Herzkrankheiten und Schlaganfälle.
  • Bluthochdruck (Werte ab 160/100 mmHg).
  • Erhöhte Blutgerinnungsneigung.
  • Durchgeführte chirurgische Eingriffe bei langfristiger Bettruhe.

Zu den Risikofaktoren für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Rahmen der oralen Kontrazeption zählen Lebererkrankungen, Störungen des endokrinen Systems, Rauchen sowie ein Frauenalter ab 35 Jahren und weitere Faktoren. Es ist zu berücksichtigen, dass selbst bei gesunden Frauen die Einnahme nicht immer problemlos verläuft; es können Nebenwirkungen entstehen, sodass die Einnahme des Kontrazeptivums eingestellt werden muss.

Alle anderen Verhütungsmethoden sind hinsichtlich ihrer Effektivität den oben genannten Methoden deutlich unterlegen. Beispielsweise weisen Spermizide (Cremes), Pessare und Zäpfchen laut ärztlichen Angaben nur eine Erfolgsquote von 60–70 % auf, während die Diaphragma-Methode eine Effektivität von 70–80 % erreicht. Die Methode der „sicheren Tage" kann nur bei einem klassischen Zyklus von 28 Tagen relativ erfolgreich sein; daher lohnt sich die Anwendung in anderen Fällen kaum.

Gute Nachricht: Spezielle weibliche Präservative sind bereits im Handel erhältlich und weisen eine Effektivität auf, die mit der der männlichen Präservative vergleichbar ist. Jedoch haben sie in Russland bisher keinen breiten Vertrieb gefunden.

Die Notverhütung.

Wichtige Information: Sowohl Frauen als auch Männer sollten daran erinnert werden, dass es beim ungeschützten Geschlechtsverkehr Methoden gibt, die eine unerwünschte Schwangerschaft verhindern können. Gemeint ist hier jedoch nicht das Spülen mit Zitrone. Die erste Methode besteht in der postkoitalen Einnahme hormonaler Kontrazeptiva; diese müssen innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, wobei die Effektivität umso höher ist, je früher sie erfolgt. Solche Präparate dürfen nicht häufiger als zweimal pro Jahr angewendet werden, da sie einen sehr hohen Hormongehalt aufweisen.

Die zweite Methode ist das Einlegen einer intrauterinen Spirale innerhalb der ersten 5 bis 7 Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr; diese Maßnahme verhindert die Einnistung des befruchteten Eis. Allerdings kann die Anwendung einer Spirule in bestimmten Fällen kontraindiziert sein.

Für den Eintritt einer Schwangerschaft ist die Beteiligung sowohl des Mannes als auch der Frau erforderlich; daher sollten Fragen der Kontrazeption ausschließlich auf Grundlage einer sachgemäßen Entscheidung gemeinsam besprochen werden und man sich daran erinnern, dass keine Methode außer dem chirurgischen Eingriff eine 100-prozentige Sicherheit bietet. Folglich tragen beide Partner stets die Verantwortung für eine Schwangerschaft.

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