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Reaktive Pankreatitis beim Kind: 9 mögliche Ursachen

Die reaktive Pankreatitis ist eine Erkrankung, die durch einen entzündlichen Prozess in der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet ist und meist auf übermäßige Aktivität von Verdauungsenzymen zurückzuführen ist. Es handelt sich um einen akuten Zustand, dessen Behandlung chirurgisch unter ärztlicher Kontrolle erfolgen muss. Die akute Entzündung der Drüse kann zur Überleitung in eine chronische Form führen sowie die Entwicklung einer eitrig-nekrotischen Pankreatitis nach sich ziehen, bei der umfangreiche Nekrosen des Gewebes auftreten können. Diese Erkrankung ist im Kindesalter leider keine Seltenheit. Daher ist es für jeden Elternteil notwendig zu wissen, welche Faktoren zum Entstehen der Krankheit führen können, um deren Auftreten vorzubeugen.

1. Ernährungsfehler

Einer der häufigsten Auslöser einer akuten Pankreatitis beim Kind sind falsche Ernährungsgewohnheiten. Zu diesem Begriff gehören:

  • Ein plötzlicher und heftiger Wechsel des Ernährungsplans (zum Beispiel die Aufnahme großer Mengen an Früchten in der Sommerzeit, was für das Kind ungewohnt ist);
  • Eine falsch eingeleitete Beikost bei Kleinkindern bis zum ersten Lebensjahr (übermäßige Mengen, Verzehr von Fischprodukten oder Traubensaft vor dem vorgeschriebenen Zeitpunkt);
  • Der Missbrauch von Lebensmitteln mit starker reizender Wirkung auf den Verdauungstrakt (salzige, geräucherte Produkte, Fast-Food, gasierte Getränke sowie übermäßig saure Früchte).

Zur Vermeidung einer akuten Entzündung sollten Eltern das Ernährungsregime des Kindes streng beachten: Überfütterung vermeiden und die Einführung von Lebensmitteln in die Ration verhindern, die nicht seinem Alter entsprechen.

Ernährungsfehler

Die medikamentöse Behandlung der Pankreatitis.

In einigen Fällen kann die akute Pankreatitis beim Kind auf eine Unreife des Verdauungstraktes (einmalig) oder auf die Langzeitgabe bestimmter Medikamente zurückzuführen sein. Zu den Präparaten, die bereits bei der ersten Einnahme einen solchen Zustand auslösen können, gehören Metildopa, Furosemid, Erythromycin und Tetracyclin; bei wiederholten Einnahmen (mit kumulativer Wirkung) hingegen Asparaginase, Pentamidin, Klosapin sowie Valproinsäure. Die medikamentöse Pankreatitis tritt bei Kindern selten auf – nicht mehr als 1,5 bis 2 % aller Fälle –, doch die Verabreichung von Medikamenten an Kinder (besonders bei Pathologien der Leber, Bauchspeicheldrüse und Gallengänge) sollte ausschließlich unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Einnahme von Arzneimitteln

Vergiftungen durch Haushaltschemikalien

Die toxische Pankreatitis stellt die gefährlichste Erkrankungsform dar. In mehr als der Hälfte der Fälle ist ein schwerer Verlauf zu beobachten, gekennzeichnet durch Abszesse und Blutergüsse im Bauchraum. Besonders Kinder sind einem tödlichen Gift ausgesetzt, das in vielen Haushalten vorhanden ist: Sie greifen versehentlich aus hellen Verpackungen. Zur Gruppe der potenziell gefährlichen Substanzen zählen Säuren, Laugen, Alkohol, Aceton, Benzol, Naphthalin sowie weitere Mittel zur Reinigung, zum Waschen und Desinfektion. Um eine Vergiftung zu verhindern, müssen Haushaltschemikalien an für Kinder unzugänglichen Orten aufbewahrt und nach der Nutzung sofort entfernt werden.

Vergiftung mit Haushaltschemikalien

Bauchraumtraumata

Bauchraumtraumata bei Kindern führen häufig zu Verletzungen innerer Organe, einschließlich der Bauchspeicheldrüse. Ein starkes Trauma kann zur Bildung eines Hämatoms oder sogar zum Riss des Organs führen, begleitet je nach Art des Stoßes durch Blutergüsse im Gewebe und eine akute Entzündung. Eine vollständige Vermeidung von Traumata ist leider kaum möglich. Bei starken Schmerzen im Oberbauch, Auftreten eines akuten Bauchsyndroms oder Erbrechen nach dem Stoß/der Verletzung muss das Kind so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht werden, um die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Folgen für Leben und Gesundheit zu verringern.

Bauchverletzungen

Angeborene Fehlbildungen der Bauchspeicheldrüse

Zu den strukturellen Defekten der Bauchspeicheldrüse, die eine akute Pankreatitis auslösen können, zählen Störungen des Ausbaus der Ausführungsgänge (atypische Formen wie spiralig oder schlingenförmig), Unterentwicklung des Organs sowie Mukoviszidose – die angeborene zystische Fibrose, begleitet von einer Verdickung aller im Organismus vorhandenen Sekrete, einschließlich des Pankreassafts. In einigen Fällen kann der Verlauf der Erkrankung durch chirurgische Eingriffe oder (bei Mukoviszidose) durch eine angepasste Diät günstig beeinflusst werden.

Angebogene Anomalien der Bauchspeicheldrüse

Erkrankungen der Gallengänge

Erkrankungen der Gallengänge lassen sich mittels Ultraschall bei Beschwerden des Kindes über periodische Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen relativ leicht erkennen; manchmal zeigen sie sich jedoch zufällig ohne jegliche Symptome. Eine Dyskinesie der Gallenwege mit Krämpfen führt zu einer Störung des Gallenflusses in die Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse und aktiviert deren Fermente. Zudem gehen dem Ausbruch einer akuten Pankreatitis oft Konkrementbildungen in den Gallengängen voraus – insbesondere vor dem Hintergrund anderer provozierender Faktoren (Missbrauch schädlicher Nahrungsmittel, Virusinfektionen usw.). Um Komplikationen in diesem Fall zu vermeiden, sollte die Behandlung von Erkrankungen der Gallengänge frühzeitig begonnen werden: durch chirurgische Eingriffe, Diät, Gabe choleretika oder andere vom Arzt empfohlene Therapiemaßnahmen.

Erkrankungen der Gallenwege

Exzessiver Verzehr von Ergocalciferol

Trotz des offensichtlichen Nutzens von Ergocalciferol für den Organismus kann dessen Einnahme in hohen Dosen (einmalig oder über längere Zeit) die Bauchspeicheldrüse vor einer scharfen Entzündung bedrohen, die auf eine erhöhte Sekretion der Fermente zurückzuführen ist. Damit sich der Nutzen des Vitamins nicht zum Nachteil verwandelt, müssen Eltern die empfohlenen Normen für die Aufnahme streng beachten und den übermäßigen Verzehr von fetthaltigem Fisch sowie Milchprodukten vermeiden.

Übermäßige Aufnahme von Vitamin D

Helmintheninvasionen und Lямблиi

Leider sind Fälle von Helmintheninvasionen bei Kindern (laut WHO-Angaben häufig; betroffen sind mehr als 50 % der Kleinen) weit verbreitet. Die Spulwurmerkrankung und Giardien-Infektionen entstehen auf dem Hintergrund einer noch nicht gebildeten Immunität des Kindes und können eine Vielzahl schwerer Zustände, einschließlich reaktiver Pankreatitis, hervorrufen. Giardia ist besonders in der Lage, die Aktivität der pankreatischen Sekretion zu verringern, was im Falle einer schweren Infektion zu einer starken Entzündung der Drüse führen kann. Als Ursache für diese Zustände können sowohl die mechanische Durchdringung von Spulwürmern in den Pankreas als auch die Gallenwege dienen, was in einigen Fällen (weniger als 13 %) zum Tod führt. Dennoch sind Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Spulwurmerkrankungen und Giardien-Infektionen unkompliziert: Beachtung der Hygiene, Trinken von abgekochtem Wasser, Vermeidung des Badens in zweifelhaften Gewässern sowie die regelmäßige Durchführung einer antihelminthischen Prophylaxe für das Kind, die Eltern und alle im Haushalt lebenden Tiere.

Wurminfektionen und Lämlien

Bakterielle und Virusinfektionen

Einige bakterielle und virale Infektionen können die sekretorische Funktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen und führen so zu einem lebensgefährlichen Zustand, ausgelöst durch eine Ödembildung des Organs. Der pathogenetische Mechanismus dieser reaktiven Pankreatitis basiert nicht auf dem Selbstverdauungsprozess der Drüse, sondern auf einer strukturellen Zerstörung infolge der Entzündung. Zu den auslösenden Erkrankungen zählen Windpocken, Bauchtyphus, Syphilis, Masern, Tuberkulose sowie Virusgrippe und weitere Infektionen. Zur Vermeidung von Komplikationen in Form einer reaktiven Pankreatitis ist eine fristgemäße und adäquate Therapie der Grunderkrankung unter gleichzeitiger Stärkung der kindlichen Immunität unerlässlich.

Bakterielle und virale Infektionen

Ob Sie wissen:

Ein regelmäßiger Solariumbesuch erhöht das Risiko für Hautkrebs um 60 %.


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