Blasenkrebs

Blasenkrebs

Blasenkarzinom ist bei Männern die häufigste bösartige Erkrankung des urogenitalen Systems; bei Frauen tritt es etwa viermal seltener auf. Am stärksten betroffen sind Menschen in der Altersgruppe von 45 bis 60 Jahren. Zu den Risikofaktoren zählen langjähriger Kontakt mit Anilinfarbstoffen sowie chronische Blasenentzündungen (Papillomatose). Auch Rauchen steht in direktem Zusammenhang mit dem Blasenkarzinom.

Klassifikation und Stadien des Blasenkarzinoms

Die Stadien des Blasentumors werden nach dem Ausmaß der Gewebepenetration eingeteilt. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen: oberflächliche Tumore und invasive Tumore. Zur ersten Gruppe gehören das Karzinom in situ (CIS) sowie der oberflächliche Blasentumor, der auf die Schleimhaut beschränkt ist; zur zweiten Gruppe zählen Tumoren, die die Muskelwand infiltrieren oder in das umgebende Gewebe übergehen. Invasive Formen sind gefährlicher, verlaufen aggressiver und bilden häufiger Metastasen.

Einteilung der Stadien des Blasentumors:

  1. Der Tumor beschränkt sich auf die Schleimhaut der Harnblase.
  2. Der Tumor infiltriert die Muskelwand der Harnblase.
  3. Der Tumor wächst in das Fettgewebe und die seröse (oberflächliche) Harnblasenwand.
  4. Das Tumorwachstum breitet sich auf benachbarte Organe aus: bei Frauen in Gebärmutter und Scheide, bei Männern in Prostata sowie in Bauchdecke und Knochen.

Symptome des Blasenkrebses

Wie bei den meisten bösartigen Tumorerkrankungen kann auch das Karzinom der Harnblase lange Zeit symptomfrei verlaufen. Die Symptome hängen nicht zwingend vom Stadium des Tumors ab: manchmal treten bei fortgeschrittenen Stadien keine ausgeprägten Beschwerden auf, während beim ersten Auftreten bereits ein großer Tumor mit Metastasen vorliegen kann. Das früheste und charakteristischste Symptom ist die Hämaturie (Blut im Urin). Der Urin verfärbt sich rötlich oder wie Fleischspülwasser. Dieses Zeichen deutet nicht zwingend auf Blasenkrebs hin, kann aber auch andere Erkrankungen anzeigen; es handelt sich jedoch um ein alarmierendes Warnzeichen, das eine unverzügliche urologische Abklärung erfordert. Das zweithäufigste Symptom ist die beschleunigte Harnfrequenz. Je nach Tumorwachstum, Zerfall und Eintrag von Zerfallsprodukten ins Blut verschlechtert sich der Allgemeinzustand; es treten Müdigkeit, Appetitverlust, Schlafstörungen und Gewichtsabnahme auf. Bei Wachstum des Tumors in der Blasenschleimhaut tritt Dysurie (Schmerzen beim Wasserlassen) auf; im fortgeschrittenen Stadium wird der Schmerz beständig.

Diagnostik des Blasenkarzinoms

Zur Diagnosestellung werden zwei Verfahren genutzt: bildgebende Methoden und die histologische Untersuchung eines Gewebestücks (Biopsie). Unter den bildgebenden Verfahren ist die Zystoskopie am aussagekräftigsten; dabei wird ein feines Instrument endoskopisch in die Harnblase eingeführt, das über ein eigenes Licht verfügt und eine Kamera besitzt, welche das Bild auf einen Monitor überträgt. Der Zystoskop erlaubt zudem die Entnahme eines Gewebestücks aus dem Tumorbereich zur laboranalytischen Untersuchung. Bei Verdacht auf weit fortgeschrittenes Stadium wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt, um Metastasen zu identifizieren. Zur Erkennung von Knochenmetastasen kommt die Knochenszintigraphie zum Einsatz. Die Knochenszintigraphie

Die Behandlung des Blasenkarzinoms erfolgt chirurgisch, therapeutisch sowie durch Bestrahlung. Das Therapieschema hängt vom Stadium ab. Bei Stadien in situ und oberflächlichen Karzinomen werden minimalinvasive organerhaltende Operationen durchgeführt – die Tumorentfernung endoskopisch mittels transurethraler Resektion der Harnblase. Im dritten Stadium erfolgt eine Teilresektion, d.h. Entfernung des betroffenen Bereichs. Bei ausgedehntem Tumor wird eine Zystektomie (vollständige Entfernung der Blase) mit nachfolgender Rekonstruktion durch Bildung einer neuen Harnableitung aus Darmabschnitten durchgeführt. Die Behandlung umfasst auch die Chemotherapie, die vor oder nach der Operation eingesetzt wird.

Bei organerhaltenden Operationen werden Chemotherapeutika direkt in die Harnblase appliziert (Intravesikaltherapie). In den übrigen Fällen werden zytostatische Präparate intravenös verabreicht. Die Strahlentherapie dient als Prophylaxe gegen Metastasierung und Rezidivbildung, vor oder nach der Operation, und ist von großer Bedeutung. Ihre Anwendung in Kombination mit Operation und Chemotherapie erzielt das beste Ergebnis. Bei nicht operablen Fällen des vierten Stadiums werden Chemotherapie und Bestrahlung als Haupttherapie eingesetzt, um den Zustand des Patienten zu verbessern und das Schmerzsyndrom zu lindern.

Die Prognose des Blasenkrebses

Die Prognose des Krebses der Harnblase

Die Prognose des Blasenkarzinoms hängt maßgeblich vom Stadium ab, in dem die Behandlung begonnen wurde. Onkologen definieren das fünfjährige Überleben nach der Therapie als zentralen Prognosefaktor. Bei oberflächlichen Stadien (Stadium I und II) liegen die Werte bei 88 bzw. 67 %. Nach einer Zystektomie im Stadium des Keimens in der Wand oder umgebenden Geweben beträgt das fünfjährige Überleben etwa 50 %. Eine Invasion benachbarter Organe verschlechtert die Prognose erheblich, ebenso wie Fernmetastasen.

Zuverlässiges Mittel zur Vorbeugung von Blasenkrebs

Prävention des Blasenkarzinoms

Die Prophylaxe des Blasenkarzinoms basiert auf der Beachtung von Arbeitsschutzmaßnahmen bei Exposition gegenüber Anilinfarbstoffen und anderen Karzinogenen in der chemischen Industrie. Wesentliche präventive Maßnahmen sind zudem eine rechtzeitige ärztliche Konsultation, die adäquate Behandlung entzündlicher Erkrankungen, das Entfernen von Papillomen sowie der Verzicht auf schädliche Gewohnheiten – insbesondere auf Harnverhalt.

Ob Sie sollten wissen:

Ein regelmäßiger Sonnenbad-Besuch erhöht das Risiko für Hautkrebs erheblich.


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