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Kinderepilepsie: Was Eltern wissen müssen

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Eltern von Kindern, die an dieser Krankheit leiden, sollten sich vor Gerüchten und Täuschungen hüten, die viele aus dem Mittelalter stammen.

Die statistische Erfassung von Epilepsie bei Kindern erschwert sich dadurch, dass fast jedes Kind mit epileptischen Anfällen in die Epidemiologie einbezogen wird. Dennoch zeigen Schätzungen, dass etwa 5 % der Kinder an Epilepsie leiden. Weltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen betroffen, wobei 80 % davon in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen leben.

Epilepsie bei Kindern: die häufigsten Mythen

Der Arzt erkennt, ob das Kind an Epilepsie leidet – eine schwere Prüfung für die Eltern. Wir werden versuchen zu klären, welche Behauptungen über Epilepsie zutreffend sind und welche Irrtümer darstellen.

Behauptung 1: Bei Epilepsie geht es nicht immer um Bewusstseinsverlust und Krampfanfälle.

Dies ist nicht korrekt. Epilepsie weist zahlreiche Erscheinungsformen auf, die sich grob in drei Kategorien unterteilen lassen:

  • Partielle Anfälle;
  • Generalisierte Anfälle;
  • Anfälle ohne Klassifizierung.

Bei partiellen Anfällen kann das Kind entweder im Bewusstsein bleiben oder einen Bewusstseinsverlust erleiden. Die Erscheinungsformen hängen davon ab, in welchem Bereich des Gehirns der fokale Herd liegt. Manchmal manifestieren sich partielle Anfälle durch kurzzeitige Taubheit der Finger, das Gefühl kriechender Gänsehaut oder Halluzinationen.

Generalisierte Anfälle ähneln nach ihrer Beschreibung am meisten jenen Symptomen, die der Mehrheit der Menschen bekannt sind: Diese Variante, bei der die Patientin fällt, die Augen verdreht und Konvulsionen entstehen, wobei Schaum aus dem Mund tritt, wird als tonisch-klonische Attacke bezeichnet. Bei Kindern sind jedoch sogenannte kleine Anfälle – die Absencen – nicht weniger verbreitet; sie dauern nur wenige Sekunden, sodass das Kind, wenn es zu dieser Zeit sitzt oder liegt, nicht dazu kommt, umzufallen. Bis vor kurzem blieben diese für die Eltern unbemerkt: Es scheint, als hätte das Kind einfach über etwas nachgedacht.

Schließlich verhalten sich einige Attacken – einschließlich der Konvulsionen bei Neugeborenen, fieberhafter Krampfanfälle sowie Krämpfe, die durch akute metabolische Störungen entstehen – weder zu den partiellen noch zu den generalisierten Formen der Epilepsie.

Behauptung 2: Die Häufigkeit der Anfälle hängt vom Erregungsstatus des Menschen ab.

Wissenschaftler untersuchen seit vielen Jahren Faktoren, die das Entstehen von Attacken beeinflussen. Solche Korrelationen existieren zwar häufig – beispielsweise können bei einigen Kindern das Schimmern oder Flackern des Monitorbildschirms eine Attacke auslösen –, jedoch ist es meistens unmöglich, einen eindeutigen Zusammenhang herzustellen oder die Häufigkeit der Anfälle vorherzusagen.

Wenn große Anfälle relativ selten sind und das Kind danach in der Regel schläft, kann die Anzahl der Absencen bis zu einigen Dutzenden und sogar Hunderten pro Tag steigen. Die Probleme des vollen Lebens von Menschen mit Epilepsie in der Gesellschaft hängen maßgeblich mit der Unvorhersehbarkeit der Anfälle zusammen: Sie können den Menschen auf der Straße, im Bus, im Schwimmbad oder während der Arbeitszeit erwischen.

Behauptung 3: Menschen mit Epilepsie leben nicht lange.

Hier ist eine Begriffsklärung, die Eltern unbedingt verstehen müssen: Die Epilepsie führt an sich nicht zum Tod und beeinflusst die Lebensdauer nicht. Allerdings wird das Risiko für Traumata erheblich erhöht. Deshalb ist es von größter Bedeutung, dass alle Personen – nicht nur Eltern und Verwandte, sondern auch Erzieher im Kindergarten sowie Lehrer in der Schule – wissen, wie man sich während einer Attacke beim Kind richtig verhält, um die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen zu verringern.

Behauptung 4: Epilepsie führt nicht zwingend zu einer geistigen Retardation.

In die Geschichte sind zahlreiche Persönlichkeiten eingegangen, die in dieser oder jener Form an der Epilepsie litten. Dazu gehören Peter I., Julius Caesar, Napoleon Bonaparte, Fjodor Dostojewski, Gustave Flaubert, Leonardo da Vinci und Niccolò Paganini. Zudem gehen Historiker davon aus, dass auch Apostel Paulus an dieser Krankheit litt.

Trotzdem kann eine Epilepsie tatsächlich negative Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung haben: Bei jeder Anfallssituation kommt es in der Großhirnrinde zu einem vorübergehenden Funktionsstillstand eines neuronalen Bereichs. Dies ist ein zwingendes Argument für eine frühe Behandlung: Die Anfälle müssen gestoppt werden! Verzichten die Eltern auf eine Therapie, können irreversible Folgen eintreten. Bei einer adäquaten Behandlung und Reduzierung der Anfallshäufigkeit kann das Kind den Kindergarten, die Schule oder das Institut genau wie gesunde Kinder besuchen.

Behauptung 5: Epilepsie wird nicht behandelt.

Führt Epilepsie zwangsläufig zu geistiger Behinderung: Wahrheit oder Mythos?

Dies ist eine Unwahrheit. In den meisten Fällen (70 %) wird die Erkrankung äußerst erfolgreich behandelt. Zudem besteht für Kinder die Möglichkeit, die Krankheit zu überwinden: Wenn nach der Absetzung der antikonvulsiven Medikamente keine weiteren Anfälle auftreten, wird das Kind bei einem Epileptologen abgemeldet. Dies hängt jedoch von der spezifischen Erkrankungsform und den Ursachen ihrer Entstehung ab.

Man sollte keine kostbare Zeit verlieren und versuchen, Kinder bei Kurpraktikern, Volksheilern, "Großmüttern" oder anderen Anhängern nicht-traditioneller Medizin zu heilen. Der Gang zum Neurologen muss sofort nach dem Auftreten der ersten Attacke erfolgen – unabhängig von deren Erscheinungsform. Eine wesentliche Hauptuntersuchung ist die Elektroenzephalographie (EEG) des Gehirns, mit der sich die pathologischen Aktivitätsausbrüche festlegen lassen.

Das Kind versteht im Anfall nicht, was mit ihm geschieht – es erinnert sich an die Attacken, nicht jedoch daran, was zu diesem Zeitpunkt geschah. Eine unangemessene Reaktion der Erwachsenen kann das Kind jedoch in sich schließen lassen und dazu führen, dass es die Erkrankung als Schandfleck betrachtet; es zieht sich vor den Altersgenossen zurück und vermeidet den Kontakt mit ihnen. Genau hier liegt die Verantwortung der Eltern: Sie müssen dem Kind ein komfortables und normales Leben ermöglichen, ohne dessen Aufmerksamkeit auf die Krankheit zu lenken, gleichzeitig aber eine adäquate Behandlung sicherzustellen.

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