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Vorärztliche ärztliche Betreuung: Nutzen und Schaden edler Absichten

Jeder von uns stößt von Zeit zu Zeit darauf, dass andere Menschen unverzügliche Hilfe benötigen. Wir reagieren unterschiedlich: einige rufen Ärzte und Polizei sofort herbei, andere werfen sich den Betroffenen zu und versuchen, sie selbständig zu retten. Einige gehen einfach vorbei – der Wunsch, nah ins Gedränge kommend zu helfen, ist für jeden anständigen Menschen natürlich. Jedoch verstehen bei weitem nicht alle, dass es in einer solchen Situation verboten ist, sich nach außerordentlich vortrefflichen Absichten zu richten. Die eilige vorärztliche Hilfe muss sachkundig geleistet werden, um dem Betroffenen keinen Schaden zuzufügen.

Regeln der vorärztlichen ärztlichen Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes

Die verbreiteten Fehler, die von unerfahrenen "Rettern" zugelassen werden

Die Mehrheit der Russen ist der Überzeugung, dass es völlig ausreicht, einen Menschen selbstständig zu retten, der in die Menge geraten ist, und dass der bekannte Lappen der Entschlossenheit zu helfen genüge. Diese ähnliche Täuschung kann dem Betroffenen teuer zu stehen kommen, da der viel zu floride und in dieser Sache gar nicht versuchte „Retter" im vollen Sinn des Wortes das Leben anderer Menschen auf den Rand des Überlebens stellen kann. Den Arbeitern der Abteilungen der Extramedizin seien die wohlbekannten Hauptfehler bei der Erweisung der eiligen vorärztlichen Hilfe bekannt:

  • Unnötige Lagerungswechsel des Betroffenen. Der Wunsch, einen Verwundeten oder kranken Menschen so zu lagern, wie es physisch vollkommen bequem ist, kann nicht immer erfüllt werden. Wenn ein Betroffener schwere Traumata hat (zum Beispiel durch Sturz aus der Höhe oder nach einem Verkehrsunfall), kann eine willkürliche Umstellung seinen Zustand verschlimmern und schwerwiegende Folgen haben. Nicht umsonst ordnen professionelle Retter in der Regel die Verschüttungen oder den Körper des abstürzenden Wagens zuerst frei, und erst dann verlegen sie den Verwundeten mit Vorsicht. Man darf nicht versuchen, einen Menschen loszufahren, der auf der Straße liegt, wenn Verdachtsmomente auf einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall vorliegen.
  • Falsches Auflegen des Druckverbandes. Die Fehler können vielfältig sein: von der Verwendung als Verband für hautverletzende Gegenstände (zum Beispiel Draht) bis hin zum Auflegen auf den nackten Körper, einschließlich Versuchen, Behälter als Blutungsstelle zu markieren. Besonders gefährlich sind Situationen, in denen der Verband über eine viel zu lange Frist angelegt wird oder vergessen wird, die Ärzte von der Zeit seines Auflegens zu informieren; dabei droht das Risiko des Gliedmaßenverlustes. Die sichere Dauer für das Auflegen eines Druckverbandes beträgt im Winter eine Stunde und im Sommer anderthalb bis zwei Stunden. Während des Auflegens muss an der Binde oder Kleidung ein Zettel mit dem genauen Zeitstempel befestigt werden. Das Auflegen eines Druckverbandes ist nur bei einer offenkundigen arteriellen Blutung empfehlenswert. Wenn Sie nicht überzeugt sind, dass Sie es richtig machen werden, ist es besser, einen Druckverband anzulegen, die Wunde durch ein dichtes Gewebepfropfen zu verschließen oder den Blutungsstelle einfach mit den Fingern zu drücken.
  • Unbeholfenes Anlegen der Schienen. Viele meinen fälschlicherweise, es sei unbedingt notwendig, eine gebrochene Gliedmaße vor der Befestigung an die Schiene zu lagieren. Diese Vorstellung führt nicht wenig überflüssige Bemühungen für die Ärzte und Qualen für ihre Patienten hervor. Bei der gewaltsamen Ausrichtung eines gebrochenen Beines oder bei Händen werden knöchlig oft falsch vereinigt. Das richtige Anlegen einer Schiene setzt die Fixierung der Gliedmaße in einer halbgebogenen, für den Betroffenen bequemen Lage voraus.
  • Entfernung größerer Fremdkörper aus Wunden. Solche Eingriffe sind ausschließlich unter operativen Bedingungen möglich. Der Versuch, ein Messer oder ein großes Bruchstück am Ereignisort zu entfernen, kann zu massiven Komplikationen und sogar zum Tod des Betroffenen führen.
  • Stöße gegen den Rücken eines bewusstlosen Menschen: In diesem Fall ist die Hilfe entweder völlig vergeblich oder zwingt das in der Kehle stecken gebliebene Nahrungsstück noch weiter in die Atemwege vor. In dieser Situation muss der Retter den Betroffenen von hinten umfassen und mit beiden Händen heftigen Druck auf das Gebiet des Zwerchfells ausüben.
  • Das Zurücklegen der Köpfe zur Unterbrechung einer Nasenblutung: Solche Maßnahmen helfen nicht nur nicht, sondern tragen zusätzlich zum Blut in die Atemwege bei; wenn beim Menschen Blut aus der Nase fließt, ist es notwendig, den Kopf nach vorne geneigt zu halten.
  • Das Bestreichen von Brandwunden mit Fett: Gewebe, das durch hohe Temperaturen beschädigt wurde, benötigt eine unverzügliche Abkühlung; am besten ist es, den betroffenen Körperteil für mindestens 20 Minuten unter kaltes fließendes Wasser zu legen oder alternativ Eis direkt auf die Wunde anzuwenden; das Bestreichen mit Fett führt dazu, dass sich das Gewebe weiterhin überhitzt und zerstört wird; einen ähnlichen Effekt erzeugen Versuche, gefrorene Gliedmaßen im warmen Wasser zum Auftauen zu bringen.
  • "Entgiftung" offener Wunden durch Jodtinktur, Alkohol oder andere alkoholische Lösungen: Solche Maßnahmen führen bei Brandwunden zu einer Verletzung des Gewebes und erschweren den Heilungsprozess.
  • Das Einlegen fester Gegenstände in den Mund eines Epileptikers während der Attacke: Dies geschieht aus der Befürchtung, dass sich die Patientin während des Anfalls die Zunge beißen könnte; in Wirklichkeit ist ein solches Ereignis unwahrscheinlich. Zudem sollte man nicht über Beschädigungen durch feste Gegenstände oder deren Bruchstücke im weichen Gewebe des Mundes sowie an Kehlkopf, Bronchien, Speiseröhre und Zähnen sprechen. Um Epileptiker vor Traumata während der Attacke zu schützen, genügt es, den Patienten bei den Gliedmaßen und dem Kopf zu halten und nach Abschluss der Attacke auf die Seite zu drehen.
  • Reduktion von Ausrenkungen: Um ein solches Trauma von einem Bruch oder einer anderen Beschädigung abzugrenzen, sind professionelle Erfahrung sowie diagnostische Ausrüstung erforderlich; zudem sollte die Prozedur nur vom medizinischen Fachpersonal durchgeführt werden, das bereits mehrfach damit Erfahrung gesammelt hat.
  • Unbegründete Anwendung von Medikamenten: Dem Betroffenen irgendwelche Präparate zu geben, allein auf den äußeren Merkmalen des Leidens gegründet, ist sehr gefährlich; der medikamentösen Therapie muss stets die Diagnostik vorangehen; zudem sind Maßnahmen wie die Nutzung von Alkohol als schmerzstillendes oder erwärmendes Mittel völlig unzulässig.
  • Auslösung von Erbrechen bei Vergiftungen mit unbekannten Substanzen: Ist in den Magen des Betroffenen ein ätzender Stoff gelangt (z. B. Säure oder Lauge), führt der Versuch, ihn durch Erbrechen zu entfernen, zu einer zusätzlichen Brandwunde an Speiseröhre und Mundhöhle; bei anderen Vergiftungstypen kann das Herbeiführen von Erbrechen ebenfalls schädlich sein; in diesem Fall muss dem Patienten warmes Wasser angeboten werden, um mit zwei Fingern auf die Zungenspitze zu drücken.
  • Unzureichende Durchführung der Herz-Lungen-Reanimation: Das alleinige Atemspenden, basierend auf irrtümlichen Vorstellungen, ist recht gefährlich; zudem ist es für unerfahrene Personen besonders riskant, Methoden wie den Stoß gegen das Brustbein zur Wiederherstellung des Herzklopfens anzuwenden.

Sind Herz-Lungen-Reanimationsmaßnahmen vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes ratsam?

Die fachkundige und verantwortungsvolle Erbringung vorärztlicher Hilfe.

Alle Schüler unseres Landes besuchen die Stunden der OBSCH intakt, doch das bemerkenswerte Ergebnis dieser Beschäftigungen wird meistens nicht beobachtet. Dies liegt nicht nur daran, dass das erworbene Wissen äußerst theoretisch ist, sondern auch daran, dass unsere Mitbürger in der Regel keine klare Vorstellung davon haben, was obligatorisch ist und wessen man keinesfalls berühren darf, wenn es um die Notwendigkeit geht, anderen Menschen zu helfen.

In vielen Ländern ist die Pflicht jedes Bürgers, Betroffene zu retten, gesetzlich festgelegt. So kann sich ein Passant in Frankreich, Japan oder Israel, der nicht rechtzeitig den Krankenwagen herbeirief, einer strafrechtlichen Verfolgung unterziehen. In Deutschland ist die Fähigkeit, vorärztliche Hilfe sachkundig zu leisten, eine unbedingte Voraussetzung für das Erhaltungsrecht des Führerscheins. Dabei wird ein Bürger, der sich gewissenhaft bemüht, Menschen zu retten, von der Haftung befreit, selbst wenn seine Maßnahmen negative Folgen hatten. Eine ähnliche Rechtslage ist eines der Hauptpostulate des „Gesetzes vom guten Samariter", das in den USA gilt. In Russland existiert eine solche gesetzliche Grundlage nicht; dennoch ist es notwendig, einen gewissen Einblick in die Auswirkungen kritischer Situationen zu haben.

Wenn bei Ihnen die Notwendigkeit entsteht, jemandem vorärztliche Hilfe zu leisten, sollten Sie:

  1. Rufen Sie die Experten des Rettungsdienstes an;
  2. Prüfen Sie, ob unter den anwesenden Ärzten Hilfe verfügbar ist, und holen Sie diese herbei;
  3. Bewerten Sie Ihr eigenes Wissen und Ihre Fähigkeiten und prüfen Sie, ob sie der realen Lebensgefahr des Betroffenen entsprechen. Dies bedeutet beispielsweise, dass Wiederbelebung von Herz-Kreislauf-Aktivitäten ohne Erfahrung nur dann unternommen werden sollte, wenn der Betroffene nicht atmet oder kein Puls spürbar ist;
  4. Bemühen Sie sich darum, Faktoren zu entfernen, die den Zustand des Menschen verschlimmern, und lassen Sie ihn nicht in einer gefährlichen Situation zurück. Eine Verlegung des Betroffenen ist nur in sehr kritischen Fällen möglich, beispielsweise, wenn er sich in einem brennenden Fahrzeug befindet.
  5. Hemmen Sie arterielle Blutungen nach Möglichkeit ohne den Einsatz eines Schlauchs. Befestigen Sie beim Anlegen des Schlauchs zwingend ein Zettel mit der Angabe der Zeit direkt auf der Haut (das Tragen des Schlauchs ist zulässig);
  6. Verschließen Sie offene Wunden durch Binden, um Verschmutzungen zu vermeiden.
  7. Festigen Sie zerbrochene Gliedmaßen behutsam.
  8. Beruhigen Sie den Betroffenen und lassen Sie ihn sprechen, bis die Ärzte eintrudeln.

Kompetente vorärztliche Hilfeleistung

Helfen Sie einem Menschen in einer kritischen Lage, dabei aber Ihre eigene Sicherheit nicht aus den Augen verlieren; in solchen Situationen ist es entscheidend, den Betroffenen nüchtern zu retten und die Handlungsmöglichkeiten so einzuschätzen, dass keine Gefahr für Ihr eigenes Leben entsteht.

Die vorärztliche Hilfe ist eine Pflicht jedes Bürgers. Dennoch müssen Sie sachkundig gemacht werden, um die Möglichkeiten sowie die moralische Verantwortung nach den Folgen vernunftgemäß zu bewerten. Sehr nützlich kann dabei nicht nur das theoretische Bekanntmachen mit Verhaltensregeln in Notsituationen sein, sondern auch der Besuch praktischer Übungen (zum Beispiel im Rahmen des Zivil- und Katastrophenschutzes), um notwendige Fertigkeiten zu erlangen.

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