Tränendrüsen

Die Tränendrüse bildet den gesamten Apparat und leitet die Tränen in den Bindehautsack ab, von wo sie über die Austrittsweg hinausfließen.

Tränendrüse

Aufbau der Tränendrüse

Die Tränendrüse weist einen dichten Aufbau auf und stellt eine tubuläre Drüse dar, die im Knochen eingebettet ist. In dieser Drüse befinden sich fünf bis zehn Ausführungsgänge, die in den Bindehautsack münden und die Tränen vom medialen Augenwinkel zum Nasensack leiten. Die Austrittsstellen öffnen sich im Schläfenbereich des Augapfels; einige Gänge münden daneben am äußeren Augenwinkel ebenfalls in den Bindehautsack.

Bei geschlossenen Augen fließen die Tränen über den Nasengang zu den hinteren Rändern des Augenlids. Über den Nasensack gelangen sie schließlich durch die Punktlöcher an den medialen Lidrändern.

Der nasale Sack stellt den oberen Austrittsweg dar, der in einer Knochenvertiefung neben der Augenhöhle gelegen ist. Von den Wänden dieses Sacks gehen Bündel der Nasengänge aus, die durch nasale Kanäle verlaufen.

Die Tränenflüssigkeit besteht aus drei Schichten: einer äußeren, einer mittleren und einer inneren (mukokutane) Schicht vor der Hornhaut. Die mittlere Schicht ist am dicksten und wird von den Tränendrüsen sezerniert.

Der untere Abschnitt der Tränendrüse liegt im subaponevrotischen Raum des oberen Augenlids. Dieser Bereich besteht aus 25 bis 30 Drüsenlobuli, deren Ausführungsgänge in die Hauptdrüse münden.

Vom Bindehautsack wird der palpebrale Abschnitt abgetrennt; er befindet sich im oberen Augenlid und ist durch die Augapfelbindehaut sichtbar.

Funktionen der Tränendrüse

Die Tränendrüse übernimmt Aufgaben in den Bereichen Sekretion, Schutz sowie Ernährung.

  • Tränenflüssigkeit fördert die Aufnahme essenzieller Nährstoffe in die Hornhaut.
  • Tränenflüssigkeit spült das Auge mechanisch von Fremdkörpern, Staub und anderen Verschmutzungen.
  • Tränenflüssigkeit hilft, das Syndrom des trockenen Auges zu lindern, das durch Augenanstrengung, Ermüdung und starke Sehbelastungen entsteht.
  • Über den Tränenfilm gelangen Liquore mit nützlichen Substanzen – Kalium, Chlor, organische Säuren, Lecithine sowie Kohlenhydrate, Lipide und Lysozym – in die Hornhaut.

Oft sind die Tränen ein Ausdruck positiver oder negativer Emotionen; ihre Absonderung übt jedoch stets einen positiven Einfluss auf den allgemeinen emotionalen und psychischen Zustand des Menschen aus.

Entwicklungsanomalien der Tränendrüse

Als Hauptursache für diese Anomalien gelten intrauterine Traumata. Ist es bei der Untersuchung eines Kleinkindes oft möglich, bestimmte Punkte am unteren Lidrand zu erkennen, die wie Kanäle und den Tränenpunkt aussehen?

Angeborene Anomalien erfordern oft spezielle ophthalmologische Eingriffe; bei der Entstehung einer Verstopfung des Tränen-Nasen-Gangs sollten Neugeborenen jedoch zunächst keine Operationen unterzogen werden, da eine spontane Öffnung im Laufe einiger Wochen eintritt.

Es gibt verschiedene Varianten der Anordnung des Tränen-Nasen-Gangs bei Entwicklungsanomalien; diese hängen vom Typ des Tränenkanals sowie von Veränderungen der Nasenwand und des Nasenausflusses ab.

Erkrankungen der Tränendrüse

Erkrankungen der Tränendrüse können Infektionen des Tränenapparates, einschließlich der Ausführungsgänge und der Ableitungswegen, verursachen.

Zu diesen Erkrankungen zählen:

  • Eine Dakryoadenitis ist eine Entzündung der Tränendrüse.
  • Unter Epiphora versteht man ein übermäßiges oder unzureichendes Absondern von Tränenflüssigkeit.
  • Eine Dakryostenose führt zur Verödung der Tränendrüse sowie zu Entzündungen der ableitenden Wege.

Zu den Ursachen dieser Erkrankungen zählen angeborene Fehlbildungen, entzündliche Prozesse sowie Infektionskrankheiten, Traumata und Tumoren.

Die Dakryoadenitis entwickelt sich vor dem Hintergrund anderer Infektionskrankheiten wie Pneumonie, Influenza, Typhus und Scharlach; in schwereren Verläufen wird sie durch Blutkrankheiten, Syphilis und Tuberkulose verursacht. Zu den Symptomen der Entzündung gehören Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche sowie Lidödeme und eine Entzündung der Augenschleimhaut.

Bei einer Obliteration (Verödung) der Tränendrüse nehmen die Lymphgefäße an Größe zu; der Schmerz wird scharf und strahlt ins Auge aus. Zur Pharmakotherapie zählen Antibiotika, Aminoglykoside und Analgetika. Bei starken Wassergeschwülsten werden antiallergische Präparate (z. B. Tavegil, Diazolin) verschrieben.

Eine langdauernde Verengung des Tränenabflusses kann zu einer Ausbuchtung im oberen Augenwinkel sowie zur Entwicklung eines Ödems des Augapfels führen. Daher ist es notwendig, den operativen Eingriff nicht zu verzögern, wenn er kein wesentliches Ergebnis bringt; eine Verzögerung kann ernste Komplikationen nach sich ziehen.

Zu den angeborenen Erkrankungen der Tränendrüse zählen Hypoplasie, Aplasie und Hypertrophie. Diese Störungen können auf Entwicklungsstörungen, Infektionskrankheiten oder Nerveninfektionen zurückzuführen sein.

Für die Erkrankungen der Tränenwege sind Dakryozystitis und Kanalikulitis von wesentlicher Bedeutung. Die Dakryozystitis tritt bei Neugeborenen auf. Bei Vorhandensein dieser Erkrankungen wird zur Wiederherstellung des normalen Funktionierens des Tränenapparats eine operative Behandlung durchgeführt.

Ob Sie sollten wissen:

Die mittlere Lebensdauer von Linkshändern ist geringer als die von Rechtshändern.


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