Die Amyloidose

Die Amyloidose (Amyloidose; lateinisch amyloides, griechisch amylon – das Mehl + griechisch eidos – die Art + griechisch -osis (Wortbildung: Suffix) – die Erkrankung; Synonym: Amyliden-Dystrophie) – eine Proteinopathie, die durch die Ablagerung von Amyloid in Geweben gekennzeichnet ist und zu Sklerose, Parenchymverlust sowie Funktionsstörungen der Organe führt.

Die Amyloidose abgrenzt man nach:

  • Sekundär (secundaria; Synonym: erworbene Amyloidose) – entwickelt sich im Verlauf langdauernder Erkrankungen, die von Eiterung begleitet werden (oder) dem Zerfall des Gewebes, oder als eine Erscheinungsform einer Myelom-Krankheit;
  • Systemisch – eine erbliche Erkrankung mit einem relativ günstigen Verlauf; gekennzeichnet durch Infektionen der Augen sowie Spleno- und Hepatomegalie;
  • Lokal (localis; Synonym: herdförmige Amyloidose) – betrifft begrenzte Bereiche von Geweben oder Organen (z. B. Augapfellindegewebe, Haut, Prostata, Pharynx, Schleimhaut des Kehlkopfes);
  • Erblich (hereditaria; Synonym: genetische Amyloidose) – entwickelt sich aufgrund eines genetischen Defekts der Proteinsynthese;
  • Tumoroide (tumoroidea) – eine lokale Amyloidose mit Bildung dichter Knoten mit knolliger Oberfläche; häufiger betroffen sind die Schleimhäute der Atemwege sowie die Haut.
  • Primär (primaria; Synonyme: genuine Amyloidose, essentielle Amyloidose) – der allgemeine Name für Amyloidosen unklarer Ätiologie;
  • Perikollagenös (pericollagenica; Synonym: mesenchymale Amyloidose) – eine Abart der Erkrankung, bei der sich das Amyloid entlang der Kollagenfasern ausbreitet; betrifft die äußere Hülle von Blutgefäßen des großen und mittleren Kalibers sowie Nerven, Herzmuskel, Skelettmuskulatur und Haut;
  • Periretikulär (perireticularis; Synonym: parenchymatöse Amyloidose) – eine Abart der Erkrankung, bei der sich das Amyloid entlang retikulärer Fasern in medialen Organen und Blutgefäßen ausbreitet; betrifft Nieren, Leber, Milz, Nebennieren und den Darmkanal;
  • Portugiesisch (Portuguese) – die erbliche Amyloidose mit malignem Verlauf; betrifft vorwiegend das periphere Nervensystem und Skelettmuskeln;
  • Respiratorisch (respiratoria; opucholewidnyj) – eine Schleimhaut-Amyloidose der oberen Luftwege;
  • Kardiologisch (cordis; Synonyme: kardiowaskuläre Form, kardiopathische Form) – primär oder seltener sekundär/erblich auftretend; charakterisiert durch Ablagerung von Amyloid im Herzmuskel, in der Herzinnenhaut sowie an den Wänden des Herzens und dem Perikardium;
  • Systemisch (systemica; Synonyme: Syndrom Aberkrombie, generalisierte Amyloidose, allgemeine Amyloidose) – charakterisiert durch gleichzeitige Ablagerung von Amyloid in vielen Geweben und Organen; häufig betroffen sind Darmkanal, Milz, Nebennieren, Niere, Leber und Herz;
  • Senil (senilis; Synonym: senile Amyloidose) – eine primäre Amyloidose mit überwiegender Affektion des Herzens, des Gehirns und der Pankreasinseln; entwickelt sich im hohen Alter;
Ob Sie wissen:

Jeder Mensch besitzt nicht nur einzigartige Fingerabdrücke, sondern auch einen individuellen Zungenabdruck.


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