Toxikologie

Der Toxikologe ist der Arzt, der sich mit Diagnostik, Prophylaxe und Behandlung von Vergiftungen befasst. Eine Vergiftung liegt vor, wenn Giftstoffe den Organismus schädigen. Als eigenständiger Beruf wurde die Toxikologie im 19. Jahrhundert etabliert; der Begriff leitet sich aus zwei griechischen Wörtern ab: «toxicos» (das Gift) und «logos» (die Wissenschaft). Der Toxikologe forscht und behandelt Erkrankungen, die durch toxische Wirkungen chemischer Substanzen auf den Organismus entstehen. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Weiterentwicklung der Methoden zur Behandlung von Vergiftungen.

Toxikologe – Arzt, der sich mit Diagnose, Prävention und Behandlung von Vergiftungen befasst

Neben der Suche nach Therapiemitteln und der Warnung vor Vergiftungen verfügt der Toxikologe über das Wissen, dass Gifte in kleinen Dosen heilende Wirkungen entfalten können. Eine Überdosierung hingegen führt häufig zu Vergiftungen selbst bei ansonsten sicheren Medikamenten.

Welche Erkrankungen und Organe fallen in den Kompetenzbereich des Toxikologen?

Vor allem Leber, Herz, Nieren und Blut sind bei Vergiftungen betroffen. Daher treten in der Praxis des Toxikologen am häufigsten folgende Erkrankungen auf:

  • Hepatische Insuffizienz
  • Vergiftung
  • Renale Insuffizienz
  • Intoxikation des Organismus.

Wann muss man sich an einen Toxikologen wenden?

Man wendet sich bei beliebigen Symptomen einer Vergiftung (alkoholisch, narkotisch, nahrungs-, industriell-haushalts-) sowie bei Bissen von Insekten und Schlangen an einen Toxikologen; dies gilt auch für die unkontrollierte Anwendung von Medikamenten. Zum Kompetenzbereich des Toxikologen gehört die Beobachtung von Patienten mit langdauernder Intoxikation sowie bei Nieren- oder Leberinsuffizienz.

Die Intoxikation kann akut oder chronisch verlaufen. Eine akute Intoxikation bedeutet eine einmalige Vergiftung infolge der Aufnahme einer großen Menge des giftigen Stoffes; sie verläuft stürmisch mit stark ausgeprägten Symptomen.

Eine chronische Intoxikation entsteht durch die Ansammlung kleiner Dosen des giftigen Stoffes über einen längeren Zeitraum. Typische Symptome sind: Schlafstörungen, emotionale Instabilität, Übelkeit, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen, Kopfschmerzen, schnelle Ermüdbarkeit sowie eine Verschlechterung der Haut (Blässe) und Veränderungen von Haar und Haut.

Was ist bei der Aufnahme beim Toxikologen zu erwarten?

In der ersten Aufnahme versucht der Toxikologe, die Einordnung und das Ausmaß der Vergiftung des Patienten festzustellen. Die Hauptaufgabe besteht in der richtigen Diagnosestellung; entscheidend ist es, den toxischen Stoff korrekt zu identifizieren, um ihn aus dem Körper zu eliminieren oder im Körper zu neutralisieren. Anschließend beginnt der Toxikologe mit der Behandlung der Folgen der Vergiftung.

Der Toxikologe hält bei der Durchführung der Therapie bei chemischen Substanzen an einer bestimmten Reihenfolge fest:

  • Verringerung der Absorption, d.h. Magenspülung, Stimulation des Brechreflexes, Gabe von Aktivkohle und weitere Maßnahmen.
  • Antidotale Therapie, d.h. Anwendung biochemischer, chemischer und symptomatischer Antagonisten sowie antitoxischer Präparate.
  • Die Verstärkung der Ausscheidung, also die Stimulation der Exkretionsfunktionen und der Diurese; die Einführung von Liquor sowie die erneute Einnahme von Aktivkohle durch den Patienten.

Bei schweren Vergiftungen, in denen der Patient bewusstlos wird, verabreicht der Toxikologe das Präparat Flumazenil intravenös.

Ob Das sollten Sie wissen:

Das allgemein bekannte Präparat „Viagra“ wurde ursprünglich für die Behandlung des Bluthochdrucks entwickelt.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt