Amnesie

Amnesie ist eine Störung, die mit einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Gedächtnisses einhergeht; sie kann spontan und vorübergehend sowie langdauernd und beständig auftreten. Das Gedächtnis kann in chronologischer Reihenfolge oder nach dem Prinzip der hellsten Erinnerungen zurückkehren. Amnesie – Gedächtnisverlust

Ursachen und Symptome der Amnesie

Die Ursachen der Amnesie lassen sich in zwei Haupttypen einteilen: organische und psychogene. Zu den organischen Ursachen zählen Hirnverletzungen, neurologische Erkrankungen sowie Vergiftungen durch Alkohol, Drogen oder bestimmte Medikamente (Antidepressiva, Sedativa, Psychopharmaka).

Die psychogenen Formen der Amnesie sind häufig auf schwere psychische Traumata und extreme Belastungssituationen zurückzuführen.

Zu den Ursachen der Amnesie zählen Schädel-Hirn-Traumen, Enzephalitis, Schlaganfälle sowie Intoxikationen. Hinzu kommen Erstickungen, Vergiftungen durch Giftgase, Ischämien und Hypoxien.

Bei einem schleichenden Verlauf der Erkrankung können pathologische Verwirrungszustände, entartete Prozesse im Gehirn, die Entwicklung von Tumoren sowie Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen eine Rolle spielen. Ein kurzzeitiger Gedächtnisverlust tritt häufig infolge von Störungen des Hirnblutkreislaufs, epileptischen Anfällen und starken Migräneattacken auf.

Die Amnesie kann als eigenständiges Symptom auftreten oder in Kombination mit anderen Erkrankungen bestehen. Zu den klinischen Zeichen gehören ein plötzlicher oder schleichender Gedächtnisverlust, Verwirrtheit des Bewusstseins, Koordinationsstörungen sowie eine Orientierungsstörung bezüglich Zeit und Raum. Zudem ist die Fähigkeit zur Personenerkennung beeinträchtigt. Die Symptome können über einige Minuten, Stunden oder Jahre hinweg bestehen.

Bei einer langdauernden Amnesie kommt es zum vollständigen Verlust von Gedächtnisinhalten und der räumlichen sowie zeitlichen Orientierung. Unter adäquater medizinischer Behandlung ist jedoch eine vollständige Genesung möglich.

Häufig liegt die Ursache einer Amnesie in schwerer Alkoholabhängigkeit vor; in diesem Fall manifestiert sich das Wernicke-Syndrom, gekennzeichnet durch Bewusstseinsstörungen, Funktionsausfälle des Gehirns und fehlende Selbstwahrnehmung.

Zu den Symptomen der Amnesie im Rahmen des Wernicke-Syndroms gehören Schläfrigkeit, Seh- und Hörstörungen sowie Muskelkrämpfe und Lähmungen.

Klassifikation der Amnesieformen

In der Medizin werden derzeit folgende Hauptformen der Amnesie unterschieden:

  • anterograde Amnesie: Verlust der Fähigkeit, neue Ereignisse und Personen zu speichern
  • retrograde Amnesie: Fehlen von Erinnerungen bis zum Zeitpunkt des Krankheitsbeginns
  • traumatische Amnesie: entsteht nach einem Trauma, Sturz oder Schlag
  • fixierte Amnesie: Einschränkung des Gedächtnisses auf bestimmte Ereignisse
  • dissoziative Amnesie: entsteht als Folge eines psychischen Traumas
  • Korsakow-Syndrom: in schwerer Form mit einem langdauernden Gedächtnisverlust infolge von Alkoholismus
  • Lokalisiert durch die Beeinträchtigung einer oder mehrerer Gedächtnisfunktionen, verbunden mit Infektionen bestimmter Hirnabschnitte sowie dem Verlust des Wortgedächtnisses, der Bewegungsgewohnheiten und der Gegenstandserkennung
  • Trennscharf: Verlust des Gedächtnisses für ein bestimmtes Ereignis psychischen Charakters unter Stress
  • Dissoziative Amnesie mit schwerwiegenden Folgen: vollständiger Verlust des Gedächtnisses für die Persönlichkeit und die Biografie des Patienten
  • Kindheitsamnesie, die durch Stamm- und Schädel-Hirn-Traumen sowie Emotionen und Stress ausgelöst wird und eine verzögerte oder gestörte Entwicklung der Hirnabschnitte umfasst Piracetam – eines der zur Behandlung von Amnesie eingesetzten Präparate

Behandlung der Amnesie

In frühen Erkrankungsstadien erfolgt die Behandlung der Amnesie unter Einbeziehung neuropsychologischer Rehabilitationsmethoden. Zum Therapiebestand gehören medikamentöse Präparate, die die Gehirnfunktion unterstützen (z. B. Piracetam, Semax, Encefabol und Gliazitin).

Bei traumatischer Amnesie richtet sich die Therapie primär an der Behandlung der Hauptfolgen des physischen Traumas aus;

Liegt eine Kombination von Amnesie und Wernicke-Syndrom vor, wird ein intravenöser Thiamin-Kurs zur Wiederherstellung der Gehirnfunktion verordnet. Die Behandlung weist einen extraklinischen Charakter auf, da die Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium häufig zum Tod führt.

Die erfolgreiche Behandlung einer psychologischen Amnesie umfasst Hypnose-Sitzungen, psychotherapeutische Verfahren sowie den Einsatz von Medikamenten mit neuroleptischer Wirkung.

Ob Das ist Ihnen bereits bekannt.

Früher wurde angenommen, dass Sauerstoff den Organismus bereichert; diese Ansicht wurde jedoch widerlegt. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Gähnen das Gehirn kühlt und die Arbeitsfähigkeit verbessert.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt