Autismus

Autismus: Allgemeine Charakteristik

Autismus – eine Störung der psychischen Entwicklung Der Autismus stellt einen Störungsbild der psychischen Entwicklung dar. Zu den charakteristischen Merkmalen gehören eine Verwirrung der Motorik und Sprache, ein stereotyper Verhaltens- und Tätigkeitscharakter sowie ein Defizit in der sozialen Interaktion. Diese neurobiologischen Störungen begleiten den Menschen oft sein ganzes Leben; die Merkmale des Autismus zeigen sich jedoch bereits im Kindesalter.

Heute ist Autismus bei Kindern keine Seltenheit – etwa 1 von 150 Kindern leidet an dieser psychischen Störung. Laut Statistik werden autistische Auffälligkeiten in allen sozialen, ethnischen und rassischen Gruppen beobachtet; jedoch sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Meistens wird die Diagnose bis zum dritten Lebensjahr gestellt. In einigen Fällen ist eine frühzeitige Erkennung bereits bei halbjährigen Kindern möglich, obwohl die genauen Ursachen der Erkrankung bisher nicht vollständig geklärt sind.

Wissenschaftler können derzeit noch keine absolute Sicherheit über die Ursachen des Autismus geben, da die Natur dieser Störung sehr komplex und unklar bleibt. Es ist jedoch bekannt, dass autistische Auffälligkeiten mit Genen verbunden sind; doch ob dies durch das Zusammenwirken vieler Gene oder seltener Mutationen geschieht, bleibt unbekannt.

Da diese Pathologie in vielen Fällen von Schädigungen der Schläfenlappen, des Kleinhirns und des Hirnstamms begleitet wird, lässt sich sagen, dass die Ursachen des Autismus nicht allein auf genetische Veranlagung zurückzuführen sind. Zur Entwicklung der Erkrankung können auch Chromosomenaberrationen, angeborene Entwicklungsstörungen sowie organische Infektionen des Zentralnervensystems beitragen.

Symptome des Autismus

Die Merkmale des Autismus treten im Kindesalter am deutlichsten hervor; eine gemilderte Form der Störung kann jedoch auch bei Erwachsenen beobachtet werden.

Für die Diagnostik von Autismus bei Kindern wird das Vorhandensein einer sogenannten Triade gefordert:

  • Unzureichende soziale Interaktion
  • Verstöße gegen die gegenseitige Kommunikation
  • Eingeschränkte Interessen, wiederholtes Verhalten sowie rituelle Verhaltensweisen

Die Komponenten dieser Triade können auch bei gesunden Menschen getrennt auftreten; erst ihre vereinte Erscheinungsform ermöglicht jedoch eine Diagnose von Autismus.

Ein verbreitetes Symptom des Autismus ist die selektive Nahrungsaufnahme; dieses Merkmal ist jedoch für die Diagnostik der Erkrankung unwesentlich.

Der Autismus bei Kindern kann anhand der folgenden Merkmale diagnostiziert werden:

  • Eine schlecht entwickelte Sprache: Das Kind versteht eindeutige einfache Aufforderungen in der Regel („Iss", „Setz dich", „Schließ die Tür"). Die Wiedergabe besteht aus der Wiederholung von Wörtern oder Ausschnitten, die im Fernsehen oder in der Umgebung gehört wurden. Der Mangel an abstraktem Denken führt dazu, dass das Verständnis des Sinnes solcher Pronomen wie „mein", „dein", „ihr" etc. fehlt; dieses Defizit ist eines der auffälligsten Merkmale des Autismus und tritt bei Kindern im zweiten Lebensjahr besonders hervor.
  • Ein Verhalten, das charakteristisch für Menschen mit physiologischen Störungen ist: Das Kind benimmt sich so, dass der Eindruck entsteht, es sei taub oder blind – es reagiert nicht auf die ihm gerichtete Rede und lässt sich vom Blickkontakt mit den Eltern nicht ansprechen.
  • Abwesenheit enger emotionaler Bindungen zwischen Eltern und Kind: Dieses Merkmal des Autismus zeigt sich bereits im frühen Kindesalter. Das Kind weigert sich, an die Mutter gedrückt zu werden, und widersteht dem physischen Kontakt.
  • Spielzeuginteresselosigkeit: Dem Kind fehlt zunächst die Fähigkeit, mit Spielzeugen zu spielen. Zeigt es jedoch Interesse daran, so nimmt dies einen sehr ungewöhnlichen Charakter an, indem es beispielsweise Räder einer Maschine dreht, an der Puppe saugt oder ein Stück Stoff zusammenbindet.
  • Unfähigkeit, mit Altersgenossen zu spielen und diese zu umgehen. Häufig wird die Ansicht vertreten, dass Kinder mit Autismus Einsamkeit bevorzugen; dies ist jedoch nicht immer zutreffend. Meistens liegt das Fehlen von Kontakten zu Gleichaltrigen am Unvermögen des Kindes und nicht an mangelnder Lust zur Interaktion oder zum Spielen.
  • Wutanfälle und Aggressionen. Das kindliche Autismus-Syndrom wird häufig von Zornausbrüchen begleitet, die sich sowohl gegen das Kind selbst als auch gegen die Umgebung richten können. Das Kind reagiert aggressiv bereits auf geringfügige Verbote oder Hindernisse: Es schlägt, kratzt oder beißt zu.
  • Wiederholte stereotype Verhaltensweisen. Das eigentümliche rituelle Verhalten des Kindes ist ein zentrales Symptom des Autismus: Das Kind schaukelt den ganzen Körper von einer Seite zur anderen, dreht Gegenstände, klatscht in die Hände, starrt auf Licht oder sich drehende Objekte, bewegt sich an einem Ort, setzt sich oder springt über einen längeren Zeitraum an derselben Stelle.

Das Fehlen von Interesse an Spielzeug ist eines der Symptome des Autismus Die Symptome des Autismus, die bereits im ersten Lebensjahr des Kindes bemerkt werden können:

  • Unübliche Gestik
  • Verzögertes Sprechen
  • Gestörte soziale Interaktion
  • Sprachentwicklungsverzögerung

In vielen Fällen geht der Autismus mit einer Reihe physiologischer Störungen einher, die sich wie folgt manifestieren:

  • Unfähigkeit des Körpers zur Ausscheidung von Schwermetallen
  • Das Syndrom der erhöhten Darmpermeabilität
  • Eine unvollständige Verdauung von Gluten und Kasein
  • Neurologische Veränderungen
  • Ein Defizit an Chrom, Selen, Zink, Magnesium, Wachstumsvitaminen sowie Vitamin B6, B12, Folsäure und Nikotinsäure

Behandlung des Autismus

Am häufigsten wird für die Behandlung des Autismus eine Verhaltenstherapie angewendet, die auf der Belohnung des richtigen Verhaltens basiert. Bei frühzeitiger Anwendung dieser Therapie gelingt es, Kinder darin zu unterweisen, sich selbstständig zu machen und mit anderen Menschen umzugehen. Die Behandlung des Autismus kann je nach individuellen Besonderheiten des Kindes auch Physio- und Sprachtherapie umfassen. Merkmale wie obsessive-kompulsive Störung oder Depression deuten in der Regel auf die Notwendigkeit einer medikamentösen Therapie hin.

Die familiäre Therapie spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung des Autismus, da Eltern und Verwandte dem Kind dabei helfen können, sich an die Außenwelt anzupassen. Eltern, die ein autistisches Kind betreuen, sollten sorgfältig Pausen im Tagesverlauf planen, um ihre physischen und psychischen Kräfte zu schonen, die für die Betreuung notwendig sind. Wenn das Kind heranwächst, ist es ratsam, auf Unterstützung zurückzugreifen, da die Bewältigung des Problems allein oft zu kompliziert ist. Der Austausch und die gegenseitige Hilfe zwischen Familien sind ebenfalls von großer Bedeutung für Kinder mit solchen Besonderheiten.

Eine erfolgreiche Behandlung des Autismus basiert auf qualifizierter ärztlicher Hilfe sowie einer maximalen Anpassung der Eltern an die Bedürfnisse des Kindes.

Ob Wissen Sie das?

Im Darmkanal kommen, leben und sterben Millionen von Bakterien. Diese sind nur bei starker Vergrößerung sichtbar; würden sie jedoch in einer gewöhnlichen Tasse zusammengetragen, wären sie kaum zu erkennen.


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