Babesiose

Die Babesiose ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Vergiftung des Organismus, Anämieentwicklung, Fieber und einen schweren Verlauf gekennzeichnet ist. Sie manifestiert sich mit Gelbsucht, Fieber, Hämoglobinurie und Anämie. Überträger der Babesiose – Argas-Blutsauger

Das Krankheitsgeschehen ist auf allen Kontinenten außer der Antarktis verbreitet. Häufig tritt es in Europa (Jugoslawien, BRD, Skandinavische Länder, Polen, Frankreich) sowie an der östlichen Küste Amerikas auf. Am stärksten betroffen sind Hunde, Kleinvieh und Großvieh, Brandmäuse sowie andere Nagetiere; auch Katzen können erkranken. In Europa werden jährlich etwa zehntausend Erkrankungen von Haustieren registriert. Als Überträger dient die weit verbreitete Zecke Ixodes ricinus sowie argassoiden Zangen.

Die menschliche Babesiose wurde erstmals 1957 in Jugoslawien diagnostiziert. In der Regel erkranken Hirten, landwirtschaftliche Arbeiter und Touristen während der warmen Jahreszeit (Sommer-Herbst).

Was löst die Babesiose beim Menschen aus?

Der Erreger der Babesiose gehört zur Klasse der Protozoa. Beim Menschen verursachen drei Spezies: in Amerika *Babesia microti*, in Europa *Babesia divergens* und *Babesia rodhaini*. Bisher wurden weltweit etwa 100 Fälle von menschlicher Babesiose beschrieben; die Mehrheit dieser Fälle verlief tödlich.

Personen mit schweren Funktionsstörungen des Immunsystems sind einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt; dies gilt insbesondere für Menschen nach Splenektomie. Bei Personen mit einem intakten Immunsystem verläuft die Babesiose meist asymptomatisch.

Symptome der Babesiose

Die Inkubationszeit beträgt bei einer Zeckenübertragung 10 bis 15 Tage und bei einer Übertragung durch Blut 6 bis 12 Tage. Das Fieber steigt auf 40–41 °C, die Atmung beschleunigt sich und das Herz wird geschädigt. Der Allgemeinzustand verschlechtert sich; es kann zu Wechseln von Durchfall und Verstopfung kommen sowie zu einem starken Gewichtsverlust. Wechsel von Durchfall mit Verstopfung – ein Symptom der Babesiose bei Kindern

Bei Rindern treten wiederholte Blutungen in der Milch auf; diese ist gelblich bis rötlich gefärbt und hat einen bitteren Geschmack. Bereits am zweiten oder dritten Tag erscheinen blutige Urinsedimente. Bei kranken Schafen kommt es häufig zu Fehlgeburten. Die akute Krankheitsphase dauert 4–8 Tage; die Letalität liegt bei Rindern bei etwa 40 % und bei Kleintieren bei 80 %.

Beim Menschen entwickelt sich Babesiose vor allem bei vermindertem Immunstatus, wie bei AIDS-Patienten, älteren Personen oder nach schweren Erkrankungen und Operationen. Die ersten menschlichen Fälle wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Oft wird das Krankheitsbild durch eine schwere Niereninsuffizienz sowie eine Polyorganinsuffizienz verschlimmert; die Prognose wird zusätzlich durch nichtspezifische Pneumonien beeinträchtigt. Heute erfolgt die Behandlung in vielen Ländern aufgrund verbesserter diagnostischer Möglichkeiten flächendeckend.

Zur Therapie der Babesiose werden folgende Wirkstoffe eingesetzt: Berenil, Akaprin, Gemosporidin, Naganin, Tiargen und Albargin.

Kranke Tiere benötigen vollständige Ruhe sowie eine Versorgung mit hochwertigem, grünem Futter.

Bei schweren Formen der menschlichen Babesiose kommen Kombinationstherapien mit Chinolin und Klindamycin oder Atowakwon und Azithromycin zum Einsatz. In extrem komplizierten Fällen kann eine Bluttransfusion erforderlich sein.

Ohne adäquate Behandlung ist ein Letalausgang in 50–80 % der Fälle möglich; bei rechtzeitiger ärztlicher Betreuung ist die Prognose hingegen meist günstig.

Ob Wissenswertes:

Die Leber ist eines der wichtigsten Organe des menschlichen Körpers und wiegt durchschnittlich etwa 1,5 Kilogramm.


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