Zwergflechte

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Hauterkrankung – Erythrasma

Die Zwergflechte ist eine Hauterkrankung, die durch das Bakterium Corynebacterium minutissimum verursacht wird. Die Krankheit betrifft die oberste Schicht der Haut und erstreckt sich nicht auf Haare oder Nägel. Bei Betrachtung der Haut unter einer Lampe erscheinen die betroffenen Bereiche rot. Meistens erkranken Männer.

Ursachen der Zwergflechte

Zu den Hauptursachen gehören ein erhöhtes Schwitzen, eine Verschiebung des normalen pH-Werts der Haut zur alkalischen Seite, Mazeration sowie mechanische Beschädigungen der Haut und der ständige Aufenthalt in warmen, feuchten Räumen.

Der Erreger der Zwergflechte kann längere Zeit auf den Hautdecken überleben; unter günstigen Bedingungen für die Bakterien entwickelt sich jedoch die Krankheit.

Die übertragbare Erkrankung Zwergflechte kann über den Haushaltsweg, durch Nutzung fremder Gegenstände der persönlichen Hygiene (z. B. Handtücher, Waschlappen), am Strand oder im Schwimmbad sowie bei sexuellen Kontakten mit Patientinnen oder Infektionsträgern übertragen werden.

Symptome der Zwergflechte

Aufgrund der anatomischen Besonderheiten des Hautaufbaus und einer erhöhten Schweißabsonderung tritt die Zwergflechte bei Männern häufiger auf. Die Hauptlokalisation der Erkrankung liegt in Hautfalten, wo Bakterien optimale Bedingungen vorfinden: Feuchtigkeit und erhöhte Temperatur. Beliebte Besiedlungsstellen sind die medialen Oberschenkeloberflächen sowie Leisten- und Genitalfalten. Bei Frauen kann die Zwergflechte unter den Milchdrüsen auftreten. Im höheren Alter leiden ältere Menschen häufiger an dieser Erkrankung.

Das Krankheitsbild manifestiert sich als Flecken mit scharfen Grenzen; die Farbe reicht von rot über braune Schattierungen bis hin zu gelb-rosa. Der Umfang der Läsionen kann von kaum bemerkenswerten Punkten bis zu mehreren Zentimetern variieren. Die Form ist rund, wobei der Rand eine intensivere Färbung aufweisen kann. Die Flecken können zusammenfließen und große Infektionsherde bilden. Bei der Entwicklung der Zwergflechte wird ein verstärktes Abschuppen beobachtet.

Die Zwergflechte kann zunächst asymptomatisch bleiben; die Patientinnen bemerken den Hautbefund oft zufällig. Im Falle einer Sekundärinfektion sind Juckreiz und Schmerzen an der Infektionsstelle möglich.

Die Zwergflechte kann einen chronischen Verlauf mit Phasen der Remission und Verschlimmerung aufweisen. Meist verschlechtert sich die Erkrankung im Sommer, da in dieser Jahreszeit die günstigsten Bedingungen für Vermehrung und Stoffwechsel der Bakterien herrschen.

Diagnostik der Zwergflechte

Die Diagnose erfolgt durch klinische Inspektion sowie eine Untersuchung mit einer Wood-Lampe (Wolfsche Lampe). Unter den Strahlen dieser Lampe erscheinen die betroffenen Bereiche aufgrund der Absonderung von wasserlöslichem Porphyrin rot-orange gefärbt. Es ist wichtig, vor der Diagnostik mit der Wood-Lampe oder anderen Methoden nicht zu waschen oder die betroffenen Bereiche zu bearbeiten, da das fluoreszierende Pigment, das die Mikroorganismen ausscheiden, ausgewaschen werden kann.

Die inguinale Zwergflechte zeigt sich durch charakteristische Verdickungen an den Rändern. Auf der Haut wird eine Mazeration beobachtet; es können Entzündungszeichen und Pusteln auftreten.

Die inguinale Zwergflechte muss von einer Inguinal-Rubromykose abgegrenzt werden. Zwar ähneln die Ränder bei beiden Erkrankungen, doch sind sie bei der Rubromykose unterbrochen, während die inguinale Zwergflechte einen ununterbrochenen Infektionsrand aufweist.

Behandlung der Zwergflechte

Grundlage der Behandlung von Erythrasma – Desinfektionscremes

Zur Therapie der Zwergflechte kommen antiseptische Salben zum Einsatz, etwa Erythromycin-Salbe oder Schwefel-Teer-Salbe.

Die Behandlung mit Salben dauert sieben Tage; in diesem Zeitraum muss die Salbe zweimal täglich an den Infektionsherden eingerieben werden. Bei Eintritt der Infektion können die Herde mit 5 %igem Salicylsäure-Spirit oder 2 %iger alkoholischer Jodtinktur behandelt werden.

Bei ausgedehnten Infektionsherden erfolgt die Therapie der Zwergflechte mit Antibiotika.

Für das beste Behandlungsergebnis bei der Zwergflechte wird empfohlen, sich in der Sonne zu bräunen oder UV-Bestrahlungen durchzuführen; dies fördert die Hautregeneration und beschleunigt den Heilungsprozess.

Bei Verdacht auf Zwergflechte müssen alle Bettwäsche, Handtücher und Kleidungsstücke des Patienten desinfiziert werden. Während der Behandlung muss die Kleidung täglich gewaschen und mit dem heißen Bügeleisen gebügelt werden.

Zur Prophylaxe einer erneuten Ansteckung müssen Hautfalten jeden Tag während des ersten Monats nach der Genesung mit 2 %iger Salicylsäure-Lotion behandelt und anschließend mit Talkumpuder bestäubt werden.

Prophylaxe der Zwergflechte.

Die Prophylaxe der Zwergflechte umfasst die Beachtung aller hygienischen Normen, die tägliche Durchführung von Hygieneverfahren sowie das sorgfältige Abtrocknen der Hautfalten nach dem Baden oder Duschen.

Ein wesentlicher Faktor in der Prophylaxe der Zwergflechte ist die Vermeidung von Schweißansammlungen. Dazu sollten Kleidungsstücke aus natürlichen Fasern getragen, Deodorants verwendet und die Hygiene der Hautfalten eingehalten werden. Neue Kleidung sollte vor dem ersten Tragen gewaschen werden.

Ob Wissenswertes:

Die seltenste Erkrankung ist die Kura-Krankheit. Sie betrifft ausschließlich Angehörige des Stammes in Neuguinea. Der Patient stirbt vor Lachen. Es wird angenommen, dass die Ursache der Erkrankung eine Hirnvergiftung ist.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt