Kontrikal

Kontrikal Kontrikal – ein medikamentöses Präparat mit hämstatischer und antiproteolytischer Wirkung.

Darreichungsform und Inhalt

Kontrikal wird als Lyophilisat zur Herstellung einer Lösung für die intravenöse und parenterale Anwendung angeboten. Die Packung enthält entweder eine Flasche oder zwei Flaschen (je fünf Flaschen pro Packung) zusammen mit dem Lösungsmittel (isotonische Natriumchlorid-Lösung) in Ampullen à 2 ml.

Der Inhalt umfasst eine Flasche

  • Die wirksame Substanz: Aprotinin – 10.000 ATre (Antithrombin-Einheiten; 1 ATre entspricht 1,33 Kallikrein-inaktivierenden Einheiten).
  • Hilfskomponente: Mannitol

Anwendungshinweise

  • Schockzustände
  • Akute Pankreatitis
  • Schwere hämorrhagische Komplikationen im Rahmen einer Thrombolysetherapie;
  • Blutungen durch Hyperfibrinolyse bedingt: postoperative, nachtraumatische sowie intra- und postpartale.
  • Thrombolyse-Prophylaxe bei postoperativem Pankreasentzündung.

Kontraindikationen.

  • Erstes Schwangerschaftsdrittel
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffkomponenten

Bei Anwendung von Kontrikal bei stillenden Frauen ist zu prüfen, ob das Stillen unterbrochen werden muss.

Anwendungsform und Dosierung.

Kontrikal wird intravenös appliziert: bolusartig (langsam bis maximal 5 ml/min im Liegen) oder tropfend (kurz- oder langdauernd). Bei Patientinnen mit fermenthaltiger Exsudation und starker Nekrose der Bauchspeicheldrüse kann die Lösung intrabdominal verabreicht werden.

Vor der Anwendung von Kontrikal ist das Präparat in 2 ml isotonischer Natriumchlorid-Lösung aufzulösen.

In der Regel werden folgende Dosierungsregime angewendet:

  • Bei akuter Pankreatitis wird zunächst langsam intravenös eine Dosis von 200.000–300.000 ATrE verabreicht; im Anschluss erfolgt über 24 Stunden die kontinuierliche intravenöse Gabe dieser Dosierung. Die Therapie wird bis zur Normalisierung des Krankheitsbildes und der laborchemischen Parameter fortgeführt.
  • Bei Blutungen: Zunächst wird langsam intravenös eine Dosis von 300.000 ATrE verabreicht, gefolgt von einer Pause von vier Stunden und einer nachfolgenden Gabe von 140.000 ATrE.
  • Bei Schockzuständen: Zuerst wird langsam intravenös eine Dosis von 200.000 bis 300.000 ATrE verabreicht, gefolgt von einer Pause von vier Stunden und einer nachfolgenden Gabe von 140.000 ATrE.
  • Zur Prophylaxe der Entwicklung einer Fettembolie sowie postoperativer Pankreatitis: langsam intravenöse Gabe von 200.000 ATrE täglich (als zusätzliche Therapie).

Bei Kindern wird die Kontrikal-Lösung mit einer Dosierung von 14.000 ATrE pro Kilogramm Körpergewicht und Tag verabreicht.

Nebenwirkungen

Unter der Anwendung von Kontrikal können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Verdauungssystem: Erbrechen, Übelkeit;
  • Kardiovaskuläres System: Tachykardie, arterielle Hypotension;
  • Allergische Reaktionen: Symptome anaphylaktischer Reaktionen (gelegentlich bis zum Ausbruch eines anaphylaktischen Schocks), Exanthem (bei wiederholter Gabe)
  • Lokale Reaktionen: Thrombophlebitis (bei langwierigen Dauertropfinfusionen)

Besondere Hinweise

Um die individuelle Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff zu ermitteln, wird vor Beginn der Anwendung von Kontrikal ein Hauttest empfohlen.

Bei Patientinnen mit einem hohen Risiko für allergische Reaktionen sollte vor der Gabe der Lösung eine Antihistamin-Therapie eingeleitet werden. Bei Auftreten allergischer Reaktionen und Schocksymptomen muss die Therapie sofort unterbrochen werden.

Zur Behandlung schwerer anaphylaktischer Reaktionen müssen neben den allgemeinen Sofortmaßnahmen nach Erbringung der ersten Hilfe unverzüglich Adrenalin intravenös in einer Dosis von 0,05 bis 0,1 Milligramm (bei Bedarf wiederholt) appliziert werden. Zusätzlich können hohe Dosen Glukokortikoide (z. B. 250–1000 mg Prednisolon) sowie Plasmasubstitute verwendet werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Kontrikal mit beta-laktamhaltigen Antibiotika wird nicht empfohlen.

Patientinnen mit dem DWS-Syndrom können die Lösung Kontrikal erst nach vollständiger Abheilung aller Krankheitszeichen und unter prophylaktischer Gabe von Heparin verwenden.

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Die gleichzeitige Gabe von Kontrikal führt zu einer verminderten Aktivität der Urokinase und Streptokinase.

Lagerung

Das Präparat lichtgeschützt und vor Kindern geschützt bei einer Temperatur von bis zu 25 °C lagern.

Die Haltbarkeitsdauer des Präparats beträgt drei Jahre.

Ob Bitte beachten Sie:

Wäre die Leberfunktion ausgefallen, wäre der Tod innerhalb weniger Tage eingetreten.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt