Kordozentese

Durchführung des Nabelschnurpunkts Kordozentese – eine invasive pränatale Diagnosemethode, bei der unter Ultraschallkontrolle durch die Bauchdecke der Mutter ein Zugang zur Nabelschnurvene hergestellt wird. Die Prozedur erfolgt erst ab der 18. Schwangerschaftswoche; das optimale Zeitfenster liegt zwischen der 22. und 24. SSW.

Die Kordozentese dient der Aufdeckung chromosomaler und genetischer Erkrankungen, zur Bestimmung des Rhesusfaktor-Konflikts sowie zur Diagnose hämolytischer Fruchtstörungen.

Vor Durchführung des Eingriffs ist eine schriftliche Einwilligung einzuholen, bei der alle Risiken dieser invasiven Prozedur erläutert werden. Der Arzt liefert die medizinischen Aussagen, während die Schwangere die Entscheidung trifft; sie muss Nutzen und Risiken sowie die Zweckmäßigkeit der Untersuchung abwägen.

Indikationen zur Kordozentese

  • Hohe Wahrscheinlichkeit für Chromosomenstörungen (basierend auf dem biochemischen Screening);
  • Nachweis von Fehlbildungen während der Ultraschalluntersuchung des Fötus, die mit chromosomalen Störungen in Verbindung stehen können (z. B. verkürzte Oberschenkelknochen, Unterentwicklung der Nasenbeine usw.).
  • Vorliegen erblicher Erkrankungen der Eltern, sofern sie bereits Kinder mit angeborenen Fehlbildungen hatten;
  • Verdacht auf einen Rhesuskonflikt oder eine intrauterine Infektion.
  • Verdacht auf Hämophilie

Zudem können die Indikationen für eine Kordozentese sein. Bei diesem Eingriff ist das Einführen eines Katheters in den Nabelschnurbeutel des Fötus zur Infusion von Blutpräparaten oder Medikamenten möglich.

Kontraindikationen

Eine Kordozentese ist bei infektiösen Prozessen, Zervixinsuffizienz, großen myomatösen Knoten (in der Projektion des Lochs) sowie bei Störungen der Gerinnungsfähigkeit während der Schwangerschaft kontraindiziert. Eine Kordozentese darf auch nicht bei drohender Frühgeburt durchgeführt werden.

Prozedur der Kordozentese

Vor der Punktion wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Lage des Fötus zu präzisieren, seine Lebensfähigkeit zu beurteilen, die Plazentalage festzustellen und den Umfang der Fruchtwässer zu ermitteln. Eine optimale Punktion der Nabelschnur ist im freien Bereich, insbesondere in der Nähe der Plazenta, möglich. Wird die Kordozentese im dritten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt, so ist die Nutzung der Kardiotokografie (KTG) zur Kontrolle des Fötuszustands obligatorisch.

Das Verfahren des Nabelschnurpunkts In der Regel ist eine Betäubung für die Kordozentese nicht erforderlich. Die Prozedur dauert üblicherweise nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Es existieren verschiedene Methoden dieser Manipulation; in einigen Fällen erfolgt zunächst eine Amniozentese (Punktion der Fruchtblase zur Gewinnung des Fruchtwassers), woraufhin erst die Nabelschnureiter vorgenommen wird. Nach der Punktion werden 1 bis 5 ml Nabelschnurblut entnommen, um es anschließend biochemisch, genetisch sowie auf das Vorhandensein von Infektionen zu untersuchen.

Nach Abschluss der Kordozentese wird der Zustand des Fötus kontrolliert (Herzfrequenz, Bewegungsaktivität). Anschließend werden antibakterielle Präparate zur Prophylaxe infektiöser Komplikationen sowie Uterotonika oder Medikamente zur Unterdrückung der Uteruskontraktionen verabreicht.

Die Ergebnisse der Kordozentese ermöglichen eine zuverlässige Bestimmung des Fötengenoms sowie das Ausschlussverfahren oder die Bestätigung genetischer und chromosomaler Auffälligkeiten.

Komplikationen

Komplikationen nach der Kordozentese sind selten (in weniger als 5 % der Fälle).

Es handelt sich um eine Einstichblutung, die durchschnittlich nicht länger als eine Minute dauert und selbstständig stoppt. Um dieses Risiko zu minimieren, sollten Nadeln mit kleinem Durchmesser bevorzugt werden. Ein Nabelschnurhämatom kann sich an der Einstichstelle bilden; dies beeinflusst den Zustand des Fötus in der Regel nicht. Solche Komplikationen entstehen meist im Rahmen einer gestörten Blutgerinnung.

Der Verlust des funktionellen Zustands des Fötus stellt die häufigste Komplikation der Kordozentese dar. Das Risiko hierfür steigt mit zunehmendem Schwangerschaftsmonat und liegt im dritten Trimester bei 3–12 %. Diese Komplikation manifestiert sich meist durch Bradykardie (Verlangsamung der Herzfrequenz) und erfordert eine pharmakologische Therapie.

In 1,4 % der Fälle kann die Unterbrechung der Schwangerschaft eintreten. Alle Frauen, bei denen diese Prozedur angeboten wird, sollten vor diesem Risiko aufgeklärt werden; das Auftretensrisiko ist jedoch insgesamt relativ gering.

Infektiöse Komplikationen, wie z. B. eine Chorioamnionitis, treten äußerst selten auf (in etwa 1 % der Fälle) und erfordern eine entsprechende antimikrobielle Therapie.

Bei einem Rhesusfaktor-Konflikt zwischen Mutter und Fötus nach einer Kordozentese ist die Entwicklung einer fetalen Alloimmunisierung möglich. Das Risiko dieser Komplikation steigt durch die Punktion in der Plazenta an; dieser Zustand erfordert eine spezifische Behandlung (Verabreichung von Anti-Rhesus-Faktor-Immunglobulinen).

Werden bei der Kordozentese fetales Erkrankungen diagnostiziert, so ist nur das Elternpaar berechtigt, über das weitere Schicksal des zukünftigen Kindes zu entscheiden.

Ob Sie sollten Folgendes wissen:

Früher wurde angenommen, dass Bewegung den Organismus mit Sauerstoff anreichert. Diese Annahme wurde jedoch widerlegt. Wissenschaftler haben bewiesen, dass Kälteexposition die Durchblutung des Gehirns fördert und die geistige Leistungsfähigkeit verbessert.


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