Mannitol

Mannit-Lösung für Infusionen Mannitol – ein osmotisches Diuretikum.

Ausgabeform und Bestand

Darreichungsform: Infusionslösung (farblose, transparente Flüssigkeit) in 200- oder 400-mL-Glasbehältern; in Pappkartons je 1 Behälter; in Pappkartons mit 12 oder 24 Einheiten; in 100-, 200- oder 400-mL-Glasbehältern für Blut und kolloidale Lösungen; in Pappkartons je 1 Behälter oder in Schachteln mit 15 oder 28 Einheiten.

Der Wirkstoff Mannitol (Mannit), Konzentration: 1 ml enthält 0,15 g.

Hilfsstoffe: Natriumchlorid und injizierbares Wasser.

Anwendungshinweise

  • Intrakranielle Hypertonie (durch renale Insuffizienz bedingt oder als Folge einer Nierenfunktionsstörung) sowie Hirnödeme;
  • Zwangsdiurese bei Vergiftungen mit Salicylaten oder Barbituraten
  • Kombinierte Therapie bei Oligurie im Falle einer akuten Niereninsuffizienz oder bei eingeschränkter renaler Filterfunktion
  • Posttransfusionskomplikationen im Zusammenhang mit der Verabreichung inkompatiblen Blutes
  • Prophylaxe der Hämolyse bei chirurgischen Eingriffen unter Nutzung des extrakorporalen Kreislaufs (zur Warnung vor Nierenischämie und akuter renaler Insuffizienz)

Kontraindikationen

  • Hirninfarkt
  • Kontraindiziert bei Subarachnoidalblutung (außer bei postoperativen Blutungen nach Schädelbohrung)
  • Linksherzinsuffizienz, insbesondere im Falle eines begleitenden Lungenödems
  • Kontraindiziert bei Anurie im Rahmen einer akuten Nierennekrose
  • Schwere Form der Dehydrierung
  • Kontraindiziert bei Hypochlorämie, Hyponatriämie und Hypokaliämie
  • Überempfindlichkeit gegenüber Bestandteilen des Präparats

Die Anwendung von Mannitol ist bei Schwangeren, stillenden Frauen sowie bei Patienten im fortgeschrittenen Alter nur mit Vorsicht indiziert.

Art der Verabreichung und Dosierung

Mannitol ist zur intravenösen Verabreichung (w/w) als Tropfinfusion oder langsamer Strahleinlauf bestimmt; vor der Anwendung muss die Lösung im Wasserbad auf 37 °C erwärmt werden.

Empfohlene Tagesdosierung:

  • Prophylaxe: Berechnung nach 0,5 g pro 1 kg Körpergewicht des Patienten.
  • Therapie: Dosierung nach 1 bis 1,5 g pro 1 kg Körpergewicht, jedoch nicht mehr als 140 bis 180 g pro Tag.

Bei chirurgischen Eingriffen unter extrakorporaler Bluttransfusion werden 20 bis 40 g der Lösung bis zum Beginn der Perfusion in den Apparat geleitet.

Vor Beginn der Behandlung bei Patientinnen mit Oligurie ist eine Testinfusion (tropfenweise über 3 bis 5 Minuten) in einer Dosis von 0,2 g pro 1 kg Körpergewicht erforderlich; bleibt die Diuresegeschwindigkeit bis zum 30. bis 50. ml nach weiteren 2 bis 3 Stunden nicht ansteigen, ist eine weitere Anwendung des Präparats nicht indiziert.

Nebenwirkungen

  • Stoffwechsel: Dehydratation (Durst, Mundtrockenheit, Muskelschwäche, Hauttrockenheit, Dyspepsie, Krämpfe, arterieller Blutdruckabfall, Halluzinationen) sowie Störung des Wasser-Elektrolytgleichgewichts (Hypokaliämie [selten], Hyponatriämie, Zunahme des zirkulierenden Blutvolumens).
  • Die weiteren seltenen Symptome umfassen ein Exanthem, einen Brustbeinschmerz, eine Tachykardie sowie eine Thrombophlebitis.

Besondere Hinweise

Aufgrund des hohen Risikos für ein Lungenödem bei Patientinnen mit linksseitigem Herzversagen muss die Gabe von Mannit mit schnell wirksamen Schleifendiuretika kombiniert werden; die Therapie erfordert eine Kontrolle des arteriellen Blutdrucks, der Diurese sowie des Elektrolytgehalts (Kalium, Natrium) im Blutserum.

Bei einer erneuten Anwendung ist sorgfältig auf das Gleichgewicht von Wasser und Elektrolyten zu achten.

Vor Beginn der Infusion muss dem Patienten die Notwendigkeit einer Information des medizinischen Personals über das Auftreten von Kopfschmerzen, Sehstörungen sowie Symptomen wie Übelkeit und Schwindel mitgeteilt werden; bei Auftreten dieser Beschwerden ist die Infusion sofort zu stoppen und Maßnahmen zur Verhinderung subduraler oder subarachnoidaler Blutungen einzuleiten.

Bei Auftreten von Zeichen einer Entwässerung muss der Liquorfluss gewährleistet werden.

Die Gabe von Mannitol ist bei Herzinsuffizienz ausschließlich unter gleichzeitiger Anwendung eines Schleifendiuretikums indiziert.

Mannit wird zur Behandlung einer hypertonen Krise mit Enzephalopathie eingesetzt.

Arzneimittelinteraktionen

Bei Hypokaliämie kann die gleichzeitige Anwendung von Mannitol den toxischen Effekt der Herzglykoside verstärken.

Haltbarkeit und Lagerungsbedingungen

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Lagern Sie bei einer Temperatur von 20 °C; das Einfrieren ist nicht gestattet; vermeiden Sie Temperaturen über 20 °C.

Haltbarkeitsdauer: 3 Jahre.

Ob Hier einige wichtige Informationen:

Unsere Nieren können innerhalb einer Minute drei Liter Blut filtern.


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