Mifepriston

Mifepriston-Tabletten Mifepriston ist ein Antiprogestin, das die kontraktile Aktivität und den Tonus des Uterus erhöht.

Darreichungsform und Haltbarkeit

Darreichungsform: hellgelbe Tablette, gelegentlich mit grünlichem Schimmer (in Polymerbank zu 3 oder 6 Tabletten; in Pappverpackung zu 1 Bank; in Umreifungsverpackung zu 3 oder 6 Tabletten; in Pappverpackung zu 1 oder 2 Packungen).

Wirkstoff: Mifepriston, je Tablette 200 Milligramme.

Hilfsstoffe: Carboxymethylstärke (Kartoffelstärke), mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat, Polyvinylpyrrolidon, Laktose.

Anwendungshinweise

  • Unterbrechung der Schwangerschaft bis zum 42. Tag nach dem ersten fehlgeschlagenen Zyklus (Amenorrhö);
  • Stimulation der Uterusaktivität (vorausgesetzt ist eine bestehende Schwangerschaft).

Kontraindikationen

Allgemeine Kontraindikationen:

  • Uterusmyome
  • Entzündliche Erkrankungen des weiblichen Genitaltrakts
  • Schwere extragenitäre Pathologie ohne internistische Konsultation
  • Nieren- und Harnwegsinsuffizienz (akut oder chronisch)
  • Gerinnungsstörungen oder eine vorherige Therapie mit Antikoagulantien
  • Porphyrin-Stoffwechselstörung
  • Nebennierenrindeninsuffizienz
  • Schwere Anämie
  • Langzeittherapie mit Glukokortikoiden
  • Rauchgewohnheiten bei Patientinnen ab dem 35. Lebensjahr
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe des Arzneimittels

Weitere Kontraindikationen für die medikamentöse Schwangerschaftsunterbrechung

  • Schwangerschaft nach einer Amenorrhö von über 42 Tagen
  • Nicht bestätigte Schwangerschaft bei klinischer Untersuchung
  • Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft
  • Schwangerschaft, die im Verlauf der Anwendung intrauteriner Kontrazeptiva oder nach Aufhebung hormoneller Empfängnisverhütung entstanden ist

Weitere Kontraindikationen bei der Vorbereitung und Einleitung einer Schwangerschaft

  • Eklampsie
  • Präeklampsie
  • Schwere Gestose
  • Falsche Liegehaltung des Fötus
  • Kopffüßlage
  • Frühgeburtlichkeit
  • Schwangerschaftsblutung

Die Anwendung von Mifepriston sollte in den folgenden Fällen mit Vorsicht erfolgen:

  • Langanhaltende Herzinsuffizienz
  • Langanhaltende obstruktive Lungenerkrankung
  • Arterielle Hypertonie
  • Herzrhythmusstörungen
  • Bronchialasthma

Anwendungsart und Dosierung

Mifepriston darf ausschließlich in spezialisierten medizinischen Einrichtungen verwendet werden, die über die erforderliche Ausrüstung verfügen.

Zur medikamentösen Unterbrechung der Schwangerschaft wird das Präparat in einer Einzeldosis von 600 mg verabreicht. Etwa 1 bis 1,5 Stunden nach einem leichten Frühstück nimmt die Patientin das Präparat unter ärztlicher Aufsicht ein; innerhalb von 2 Stunden nach der Einnahme steht die Ärztin zur Beobachtung an. In den folgenden 36–48 Stunden ist eine Ultraschallkontrolle in der Klinik erforderlich. In einigen Fällen kann eine erneute Gabe von Mifeprex notwendig sein.

Später erfolgen 10 bis 14 Tage später eine erneute klinische Überprüfung und eine Ultraschalluntersuchung; gelegentlich wird zur Bestätigung der Unterbrechung der Schwangerschaft auch die Bestimmung des Choriongonadotropins durchgeführt.

Bei fehlendem Effekt nach der Einnahme am Tag 14 (bei erhaltener Schwangerschaft oder unvollständigem Abort) sind eine Vakuumaspiration sowie die anschließende histologische Untersuchung des Aspirats erforderlich.

Zur Induktion der Geburt bei einer ausgetragenen Gravidität wird Mifepriston in einer Einzeldosis von 200 mg verabreicht. Die Einnahme erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. Innerhalb von 24 Stunden wird das Präparat erneut mit 200 mg gegeben, und 48 bis 72 Stunden später werden die Plazentagefäße beurteilt; gegebenenfalls folgt die Gabe von Oxytocin oder Prostaglandinen.

Nebenwirkungen

  • Infolge der Einnahme von Mifepriston: Lochiometra, Hyperthermie, Übelkeit und Erbrechen, Gefühl des Unwohlseins im Unterleib, Schwindel, Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche, Subuterusinvolution;
  • Nebenwirkungen nach dem Verfahren der medikamentösen Schwangerschaftsunterbrechung: Schmerzen im Unterleib, blutige Absonderungen aus den Geschlechtsorganen sowie Verschärfung entzündlicher Prozesse in der Gebärmutter und ihren Anhängseln.

Besondere Hinweise

Bei einer medikamentösen Schwangerschaftsunterbrechung während des Stillens muss das Stillen für drei Tage nach der Einnahme unterbrochen werden.

Die Anwendung des Präparats zur Vorbereitung auf die Geburt beeinflusst den folgenden Milchfluss nicht.

Bei der Anwendung von Mifeprex ist eine Warnung bei Rhesusfaktor-Alloimmunisierung sowie allgemein im Rahmen einer medikamentösen Schwangerschaftsunterbrechung erforderlich.

Zu den Arzneimittelwechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Glukokortikoiden ist eine Dosiserhöhung erforderlich.

Die gleichzeitige Einnahme mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) sollte vermieden werden.

Haltbarkeit und Lagerungsbedingungen

Das Arzneimittel an einem für Kinder unzugänglichen Ort, licht- und feuchtigkeitsschutz, lagern.

Haltbarkeit: 2 Jahre.

Ob Sie kennen bereits folgende Informationen:

Das menschliche Blut fließt durch Gefäße unter hohem Druck; bei Störung seiner Integrität kann es bis zu 10 Meter weit spritzen.


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