Nykturie

Häufiges Nachtsurinieren wird als Nykturie bezeichnet.

Nykturie: Ursachen, Besonderheiten und Diagnostik

Bei gesunden Menschen kann Nykturie auftreten, wenn abends koffeinhaltige Getränke häufig konsumiert werden Bei Nykturie wird das Vorherrschen des nächtlichen Urinvolumens über dem Tagesvolumen beobachtet. Oft geht dieser Prozess mit regelmäßigen nächtlichen Aufwachreaktionen einher, was bei den Patienten zu anhaltender Müdigkeit, verminderter Belastbarkeit und Arbeitsunfähigkeit führt.

Beim gesunden Menschen kann die Einnahme koffeinhaltiger oder anderer Getränke am Abend eine Ursache sein. Vor allem Tee, Kaffee sowie Alkohol wirken deutlich harntreibend. Ein nächtlicher Gang zur Toilette gilt als Variante der Norm. Wenn das Bedürfnis nach dem Wasserlassen zwei- oder mehrmals pro Nacht besteht, ist dies ein Hinweis auf die Notwendigkeit einer medizinischen Abklärung.

Nykturie kann als Symptom für verschiedene Erkrankungen auftreten. Ihr Vorhandensein deutet oft auf eine Unfähigkeit der Nieren hin, den Urin in ausreichendem Maße zu konzentrieren. Auch Diabetes mellitus oder Herzinsuffizienz können sich durch das Bedürfnis nach häufigem nächtlichen Wasserlassen manifestieren.

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann ebenfalls Nykturie verursachen. Zudem kann sie auf eine Hyperaktivität der Harnblase zurückzuführen sein.

Eine Prostatavergrößerung bei älteren Männern behindert das vollständige Entleeren der Blase. Der verbleibende Resturin kehrt in die Blase zurück und führt zur Entwicklung einer Nykturie.

Bei entsprechenden Beschwerden des Patienten wird zur Diagnostik eine Harnanalyse nach Simenitzki durchgeführt. Dabei muss der Patient alle drei Stunden über mehrere Tage in ein separates Gefäß urinieren. Im Labor werden anschließend der Tages- und Nachturin nach Menge und Konzentration verglichen. Bei Nykturie ist der nächtliche Urinanteil höher (etwa 2/3 des täglichen Volumens) und unzureichend konzentriert.

Zur Diagnosepräzisierung bei älteren Patienten wird in der Regel zwingend die Bestimmung des Antidiuretischen Hormons (ADH) durchgeführt. Seine Funktion besteht darin, die nächtliche Harnmenge zu reduzieren; mit zunehmendem Alter nimmt die Leistung dieses Hormons ab, was zur Entwicklung einer Nykturie führen kann.

Der ärztlichen Analyse liegen wertvolle Informationen aus dem Patientenbericht vor, den Ärzte bei Nykturie empfehlen. In ihm werden das Trinkverhalten und das Miktionsregime festgehalten.

Eine Reihe ernsthafter medizinischer Studien, die in Japan und den USA durchgeführt wurden, beweist überzeugend: Das Vorhandensein einer Nykturie erhöht die Gesundheitsrisiken des Patienten signifikant bis hin zum Tod. Dies bedeutet, dass die Sterblichkeit bei Betroffenen mit diesem Symptom höher ist als bei Personen mit ähnlichen Grunderkrankungen ohne Nykturie. Natürlich ist diese Tatsache kein Anlass für Panik, sondern ein Grund für eine rechtzeitige Konsultation eines Experten.

Nykturie bei Frauen

Der häufigste Grund für Nykturie bei Männern ist das Prostataadenom. Bei Frauen entsteht dieses Symptom jedoch nicht selten infolge einer Blasenentzündung (Zystitis). Eine weitere Ursache kann die Senkung des Urinlevels sein, beispielsweise aufgrund der Atrophie des Schließmuskels.

Die Behandlung der Nykturie

Nykturie zeigt sich besonders nachts Ein wichtiges Signal für die Anrede zum Arzt sind häufig (zwei oder mehr) nächtliche Toilettengänge, wenn die am Abend getrunkene Flüssigkeitsmenge nicht vollständig ausgeschieden wird.

Nach der Bestätigung des Symptoms durch Laboruntersuchungen beginnt die Behandlung der Nykturie. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die Diagnostik und Therapie der Grunderkrankung.

Zur Behandlung der Nykturie bei einer überaktiven Harnblase werden verschiedene Anticholinergika erfolgreich eingesetzt, beispielsweise Solifenazin.

Außerdem wird Patientinnen mit Nykturie, insbesondere im höheren Alter, empfohlen, die Beckenbodenmuskulatur systematisch zu trainieren und das Flüssigkeitsangebot am Abend zu reduzieren.

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