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Erstversorgung bei Schock

Unter Schock versteht man die pathologische Reaktion des Organismus auf einen Reiz, der durch einen Verletzungsmechanismus (oder eine Gesamtheit von Faktoren) mit übermäßiger Kraft ausgelöst wird und den der Organismus nicht kompensieren kann. Der Schock stellt eine Störung lebenswichtiger Funktionen dar und ist eine unmittelbare Lebensgefahr.

Schockzustand einer Frau nach einem Verkehrsunfall

Formen des Schocks

Ein Schockzustand entsteht durch verschiedene Auslösefaktoren: entweder äußere Einwirkungen (z. B. ein Trauma) oder innere Ursachen (eine Erkrankung). Je nach Art des schädigenden Faktors unterscheidet man folgende Formen:

  • Kardiogener Schock – entwickelt sich infolge einer Störung der Herztätigkeit; kann bei Herzinfarkt, Angina pectoris oder Arrhythmien auftreten;
  • Hypovolämischer Schock – entsteht durch eine kritische Verringerung des Blutvolumens im Kreislauf; tritt meist bei massiven Blutverlusten auf, seltener bei starker Flüssigkeitsentziehung;
  • Traumatischer Schock – wird durch ein Trauma ausgelöst, das von schweren Organschäden und Gewebeschädigungen begleitet ist; dazu zählen schwere Frakturen (z. B. Becken oder Wirbelsäule), Schussverletzungen, Schädel-Hirn-Traumen sowie Mischtraumata;
  • Infektiös-toxischer Schock – entsteht durch das Eindringen einer übermäßigen Menge von Toxinen in den Organismus, die von pathogenen Mikroorganismen (Bakterien und Viren) produziert werden.
  • Septischer Schock – ist mit einem schweren infektiösen Entzündungsprozess verbunden; als Folge davon entwickelt sich ein Gewebssauerstoffmangel (unzureichende Sauerstoffversorgung der Gewebe), was zum Funktionsverlust mehrerer lebenswichtiger Organe führt. Es entsteht eine sogenannte Polyorganinsuffizienz.
  • Anaphylaktischer Schock – die schwerste Stufe der Frühreaktion, gewöhnlich als Antwort auf die Verabreichung eines Arzneimittels. Seltener tritt er bei Lebensmittelallergien oder nach dem Eindringen von Giften in den Organismus ein (zum Beispiel durch Insektenstiche).

Einige Forscher klassifizieren auch den psychogenen Schock, der als Folge einer schweren psychischen Belastung (wie Trauer, Schreck oder Verzweiflung) entsteht.

In der Praxis trifft man meist auf einen kardiogenen Schock und seltener auf einen traumatischen Schock. Der Schockzustand kann kombiniert auftreten, beispielsweise bei ausgedehnten Verbrennungen, wo er sich sofort durch verschiedene Faktoren manifestiert.

Es gibt weitere Klassifikationen, die wir im Rahmen der Erstversorgung jedoch nicht berücksichtigen. Wir weisen lediglich darauf hin, dass unter dem Begriff 'Schmerzschock' häufig auch andere Zustände subsummiert werden: Der traumatische Schock (obwohl intensive Schmerzen nicht nur bei Trauma, sondern auch bei Herzinfarkt [Herzschmerz], bei durchdringenden Verwundungen [hypovolämischer Schock] sowie bei akuten pathologischen Prozessen der inneren Organe wie Darmperforation, Nierenkolik oder Ileus entstehen können).

Stadien des Schocks und ihre Merkmale sowie der Schockindex

Zur korrekten Erstversorgung ist es notwendig, das jeweilige Schockstadium zu bestimmen. Im Schockzustand werden insgesamt vier Stadien unterschieden; jedoch wird das letzte Stadium als terminal eingestuft, da es dem Tod des Organismus entspricht. In der klinischen Praxis werden daher üblicherweise nur drei Stadien betrachtet.

  • Stadium I: Kompensation. Der Patient ist bei Bewusstsein, orientiert und reagiert adäquat auf Kontakt. Die Reaktionen können entweder gebremst oder übererregt sein (z. B. Schreien, Zorn). Das Gesicht kann blass oder gerötet sein. Der systolische Blutdruck liegt um 90 mmHg erhöht; die Pulsfrequenz beträgt 90–100 Schläge pro Minute. Die Prognose in diesem Stadium ist günstig: Alle Symptome sind reversibel, und eine zeitnahe Erstversorgung reicht aus, um den Patienten wieder in den Normalzustand zu bringen. Dennoch ist eine ärztliche Untersuchung unerlässlich, um das Schockstadium korrekt zu bestimmen.
  • Stadium II: Subkompensation. Der Patient bleibt bei Bewusstsein. Die Atmung wird oberflächlich, der Puls beschleunigt sich auf bis zu 140 Schläge pro Minute und ist schwach. Es zeigt sich eine Blässe der Hautdecken, kalter Schweiß und Schüttelfrost. Die Reaktionen sind gebremst; der Kontakt bleibt jedoch erhalten, da der Patient auf Fragen antwortet. Die Sprache ist leise und schwach. Dies ist das gefährliche Stadium des Schocks, das ärztliche Hilfe erfordert, da es sich bei ungünstigem Verlauf in das nächste Stadium entwickeln kann.
  • Stadium III: Dekompensation. Der Betroffene kann sich im Bewusstsein befinden oder bewusstlos sein. Ist der Patient bei Bewusstsein, so antwortet er auf Fragen flüsternd und langsam (ohne Verständnis) oder gar nicht. Die Hautdecken sind blass, manchmal mit einer bläulichen Schattierung, bedeckt von kaltem Schweiss. Die Atmung ist häufig und oberflächlich. Der systolische Blutdruck liegt bei 70 mmHg und ist niedriger. Der Puls hat eine sehr schwache Füllung, ist beschleunigt – kann bis zu 180 Schläge pro Minute gehen –, klärt sich jedoch nur an den großen Adern (schläfrig oder Hüftbereich). Auf diesem Stadium sind ärztliche Extrahilfe und Reanimationsmaßnahmen unter Krankenhausbedingungen notwendig.
  • Stadium IV: Irreversibel. Terminalzustand mit Bewusstlosigkeit, Hautdecken weiß oder grau (marmoriert), Lippen und Nasolabialdreieck blau; systolischer Blutdruck manchmal auf 50 mmHg gesunken. Der Patient klärt sich nicht auf: Der Puls wird fadenförmig und ist nur an großen Gefäßen spürbar oder fehlt ganz. Die Atmung ist oberflächlich und unregelmäßig, Augenhöhlen erweitert, Reflexe ausgefallen. Die Prognose ist ungünstig, auch bei ärztlicher Betreuung. Dennoch ist die Erstversorgung beim Schock im Stadium IV essenziell, da der Mensch solange eine Chance auf Wiederbelebung hat, bis das Leben endgültig erloschen ist.

Das Stadium des Schocks lässt sich nach äußeren Merkmalen nicht immer eindeutig bestimmen; daher nutzen Ärzte zur Vereinfachung den sogenannten Shock-Index (nach Algower). Die Berechnung erfolgt einfach bei Vorliegen eines Blutdruckmessgeräts: Verhältnis von Pulsfrequenz zum systolischen arteriellen Blutdruck. Beispiel: Bei 80 Schlägen pro Minute und einem systolischen Druck von 120 mmHg ergibt sich ein Shock-Index von 0,66 (80 geteilt durch 120). Normale Werte liegen zwischen 0,5 und 0,7; ein Wert von 1 deutet auf einen Schock Stadium I hin, 1,5 auf Stadium II und 2 auf Stadium III. Ein Schock im Stadium IV verursacht meist keine Schwierigkeiten bei der Bestimmung.

Erste Hilfe für eine Frau in Schockzustand nach einem Verkehrsunfall

Maßnahmen zur Erstversorgung beim Schock

Der Schock stellt eine ernste Gesundheitsgefahr dar. Die Einschätzung des Zustands ist für Laien jedoch schwierig, sodass bei Verdacht oder Auftreten entsprechender Anzeichen sofort gehandelt werden sollte. Folgende Merkmale können als Grundlage für den Verdacht dienen: Unmittelbar den Rettungsdienst rufen. Folgende Merkmale können als Grundlage für den Verdacht dienen:

  • Blässe der Haut und kalter Schweiß;
  • Puls mit schwacher Füllung und beschleunigtem Rhythmus; veränderte Atmung im Vergleich zum Normalzustand (kann oberflächlich oder forciert sein);
  • Übelkeit, Schwäche, Übererregung oder im Gegenteil Hemmung;
  • Trüber Blick, der fokussiert sein kann oder dessen Fixierung langsam wechselt.

Besonders gefährlich sind diese Symptome, wenn sie bei einem Patienten beobachtet werden, der Verletzungen oder Herzinfarkte erlitten hat.

Zur Vorbereitung auf die ärztliche Hilfe als Maß der Erstversorgung muss Folgendes getan werden:

  1. Unterbrechen der Wirkung des Verletzungsursprungs: Bei Blutungen ist es erforderlich, diese zu stillen.
  2. Das Opfer so lagern, dass sich die Beine etwas höher als der Kopf befinden; dies gewährleistet den Abfluss des Blutes vom Gehirn.
  3. Die Atmung so weit wie möglich erleichtern: Hindernisse entfernen, die die Atmung behindern könnten, Verschlüsse lockern und den Zufluss frischer Luft in den Raum sicherstellen.
  4. Das Opfer erwärmen, indem man es mit einer Decke bedeckt.
  5. Befindet sich das Opfer bewusstlos, so muss es für den Fall von Blutungen aus dem Mund oder der Nase sowie bei Erbrechen oder Brechreiz auf die Seite gelegt werden. Der Kopf ist ggf. zur Seite zu drehen und in dieser Lage zu belassen, um eine Aspiration zu verhindern.
  6. Das Opfer darf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes nicht verlassen werden; sein Zustand ist fortlaufend zu beobachten. Treten Atem- oder Herzstillstände ein, sind sofort Reanimationsmaßnahmen (Mund-zu-Mund-, Mund-zu-Nase-Beatmung sowie indirekte Thoraxkompression) einzuleiten und diese bis zum Eintreffen des Arztes oder bis zur Wiederherstellung von Atmung und Puls fortzuführen.
Reanimationsmaßnahmen – indirekte Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung

Was ist im Rahmen der Erbringung der Erstversorgung bei Schockzuständen nicht zu tun?

Um den Zustand des Opfers nicht zu verschlimmern, während die Erstversorgung beim Schock geleistet wird. Es betrifft alle medikamentösen Mittel, einschließlich schmerzstillender und herzunterstützender Präparate; selbst nützlichste davon können das Krankheitsbild verzerren und dem Arzt eine adäquate Bewertung des Patientenzustands unmöglich machen. Dem Betroffenen ist die Gabe von Medikamenten zu unterlassen. Es betrifft alle medikamentösen Mittel, einschließlich schmerzstillender und herzunterstützender Präparate; selbst nützlichste davon können das Krankheitsbild verzerren und dem Arzt eine adäquate Bewertung des Patientenzustands unmöglich machen.

Es ist verboten, Leidenden Flüssigkeit zuzuführen, wenn:

  • Es liegt ein Schädel-Hirn-Trauma vor.
  • Bauchorgane sind verletzt.
  • Es liegt eine Blutung oder ein Verdacht auf eine innere Blutung vor.
  • Herzschmerzen treten auf.

Bei allen anderen Patientengruppen ist der Konsum jeder Form von Alkohol und tonisierenden Getränken zu unterlassen.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Personen, die sich an ein regelmäßiges Frühstück gewöhnt haben, leiden seltener unter Fettstoffwechselstörungen.


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