Sonnenblume

Sonnenblume Sonnenblume (die ölige oder einjährige Sonnenblume) – die einjährige Pflanze der Familie Asteraceae, hat den dicken Stiel mit einem oder mehreren Köpfen und kann bis zu 4 Meter hoch werden. Der einzelne Kopf im Durchmesser kann 50 cm betragen; die Röhrenblätter sind gelb gefärbt, in der Mitte erreichen sie orange. Die Frucht der Sonnenblume ist eine viersamige Samenschote. Es ist bekannt, dass in 100 Gramm gerösteten Sonnenblumenkernen mehr als 20 Gramm Eiweiß, 3,4 Gramm Kohlenhydrate und 52 Gramm Fette enthalten sind.

Die Sonnenblume stammt ursprünglich aus Nord- und Südamerika; heute wird sie weltweit zur Ölgewinnung angebaut. Neben ihrem wirtschaftlichen Nutzen besitzt die Pflanze auch heilende Eigenschaften, wobei letztere jedoch weniger bekannt sind als ihre kommerzielle Bedeutung.

Heilwirkungen der Sonnenblume

Die Pflanze wirkt verdauungsanregend, dient als Auswurfmittel und hilft bei der Senkung der Körpertemperatur bei Infektionen.

In der Volksmedizin werden Blätter, Früchte, Stiele sowie Wurzeln genutzt. Blätter und Samen enthalten Flavonoide (Quercitrin), Betain, Cholin, Carotin (Provitamin A), Sterine und weitere wertvolle Substanzen; zudem sind die Blätter reich an Harzen und Kautschuk. Die Samen liefern Öl sowie Linolsäure, Linolensäure und Ölsäure.

Die Blätter werden separat gesammelt; nur solche, die nicht von Insekten beschädigt sind, werden verwendet. Sie lösen sich vom Stamm ab und trocknen an einem schattigen Ort in frischer Luft. Die Blütenköpfe der Sonnenblume werden zu Beginn der Blütezeit geerntet und ebenfalls im Schatten getrocknet. Den vorbereiteten Rohstoff lagert man in Holz- oder Papiersäckchen auf.

Anwendung der Sonnenblume in der Volksmedizin.

Die Heilwirkungen der Sonnenblume kommen bei Gelbsucht, Erkrankungen der Gallenblase (chronische Cholezystitis, Dyskinesie), Atemwegserkrankungen sowie Infektionskrankheiten (Influenza, Malaria usw.) und weiteren Leiden zum Einsatz.

Der Sud aus den mittleren Blütenständen wird bei Gelbsucht, Lebererkrankungen und Gallensteinleiden, Darmdyskinesien sowie Bronchialasthma angewendet. Die alkoholische Tinktur aus den Blütenköpfen und den Blättern der Sonnenblume hilft bei Fieber (bedingt durch Influenza, ORS, Malaria) sowie bei Neuralgien verschiedener Herkunft. Zudem wird die alkoholische Tinktur aus den Blättern zur Appetitsteigerung eingesetzt.

Der Sud aus den Sonnenblumenblättern wirkt harntreibend und hilft zudem gegen Durchfall.

Das Öl aus den Sonnenblumensamen kann zur Prophylaxe der Atherosklerose eingesetzt werden, da es reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, die die Bildung atherosklerotischer Plaques am Endothel hemmen. Darüber hinaus dient das Öl als Abführmittel. Das prokinetische Sonnenblumenöl wird bei Wunden und Verbrennungen (unter Verwendung von fetthaltigen Binden) zur Förderung der Heilung eingesetzt. Zudem kann es in Form fetthaltiger Inhalationen zur Behandlung von Bronchitiden und Lungenentzündungen verwendet werden.

Die Heilwirkungen der Sonnenblume kommen bei Arthritiden und Arthrosen verschiedener Ätiologie zum Einsatz. Der 'Hut' dieser Pflanze verfügt über heilsame Eigenschaften; daraus wird ein fetter Auszug hergestellt, der zur äußeren Einreibung des Bereichs kranker Gelenke dient.

Die Sonnenblumenwurzeln werden bei salzstoffhaltigen Erkrankungen (Gicht) verwendet. Aus den Wurzeln wird Tee hergestellt: 1 Glas getrocknete Wurzeln müssen mit 3 Litern Wasser übergossen und für 1–2 Minuten gekocht werden. Der gesamte Tee ist über einen Zeitraum von 2–3 Tagen anzuwenden. Der gesamte Prozess der Salzaufnahme dauert 1–2 Monate; dabei ist es notwendig, auf scharfe Zutaten wie Salz, Essig und geräucherte Lebensmittel zu verzichten.

Die Heilwirkungen der Sonnenblume können auch bei Herpes eingesetzt werden. Dazu ist es notwendig, das Sonnenblumenblatt mit kochendem Wasser abzuwaschen und auszudampfen sowie am Pflaster an der Stelle des Ausschlags festzulegen. Das Blumenblatt muss alle 2–3 Stunden ausgetauscht werden. Sonnenblumenkerne

Bei erhöhter nervöser Erregbarkeit wird folgendes Rezept angewendet: 3 Esslöffel trockene Sonnenblumenblüten müssen mit 250 ml Wodka übergossen werden. Man lässt dies über einen Zeitraum von einer Woche an einem dunklen Ort ziehen, danach abseihen und nimmt zweimal täglich vor dem Essen 40 Tropfen (auf 50 ml Wasser) ein.

Die Sonnenblume kann bei Psoriasis nützlich sein; dazu wird eine fette Tinktur verwendet, die sich wie folgt vorbereitet: Getrocknete Blütenblätter werden in ein Literglas (bis zum Umfang zwei Drittel) gegeben und mit Wodka übergossen. Das Gemisch muss an einem dunklen Ort über 21 Tage stehen gelassen und regelmäßig umgerührt werden. Die fertige Tinktur sollte dunkelbraun und ölig sein. Von ihr werden die Psoriasis-Herde auf der Haut im Verlauf einer Verschlimmerung der Erkrankung abgerieben.

Zudem kann die ölige Sonnenblumen-Tinktur bei Erkältungskrankheiten eingesetzt werden. Zur Anwendung ist es notwendig, einen Esslöffel dreimal täglich einzunehmen. Bei Kindern unter sieben Jahren wird diese Tinktur nicht verwendet; älteren Kindern hingegen werden drei Mal täglich zwei Teelöffel verabreicht. Bei der Behandlung von Erkältungen sollte die Sonnenblumen-Tinktur nicht länger als drei Tage angewendet werden.

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