Das Schienbein

Das Schienbein ist einer der größten Knochen des menschlichen Skeletts. Die rechten und linken Schienbeine befinden sich in den unteren Abschnitten des Knochengerüsts.

Beckenknochen

Der Aufbau des Schienbeins

Die Schienbeine sind paarig angeordnet; daher weisen sowohl das linke als auch das rechte Schienbein einen identischen Aufbau auf. Sie bestehen aus zwei Bereichen: dem Unterschenkelknochen (Tibia) und der Fibula. Der Unterschenkelknochen ist ein langer, dicker Knochen, der zusammen mit dem Femur die Sprunggelenkpflanze bildet. Das obere Segment des Unterschenkelknochens bildet den Schienbeinkopf. Der gebogene obere Rand dieses Kopfes wird als Tibiaplateau bezeichnet. Auf dem vorderen Bereich des Plateaus befinden sich zwei kleine Auswüchse – der mediale und der laterale Sporn. Etwas tiefer liegt die große mediale Vertiefung. Der mediale konkave Bereich bildet die Gelenkfläche, während der konvexe äußere Bereich die Oberfläche darstellt. Auf der medialen Oberfläche des Unterschenkelknochens befindet sich eine Gelenkfläche, die den Kontakt zum Sprunggelenk herstellt.

Der Bruch des Schienbeins

Schienbeinbrüche entstehen meist durch Treibschläge oder durch das Zusammenpressen der Beckenknochen. Bei Kindern kann ein Bruch im Bereich des Unterschenkelknotens als Folge heftiger Muskelkontraktionen der Gesäßmuskulatur auftreten. Die Symptome eines Schienbeinbruchs sind:

  • Eine ausgeprägte Schwellung des Gewebes an der Bruchstelle;
  • Ein heftiger Schmerz, der sich bei jeder Bewegung des Beins verstärkt.
  • Ein starker Funktionsverlust im betroffenen unteren Gliedmaßensegment; beispielsweise leiden bei einem Trauma des rechten Oberschenkels die Funktionen des rechten Beines, während bei einer Infektion das linke Bein entsprechend verletzt ist.

Ein Oberschenkelbruch geht häufig mit einem ausgeprägten Bluterguss einher; das Hämatom erstreckt sich über die gesamte laterale Fläche des Beckens sowie des oberen Drittels der Hüfte. Nicht selten treten Anstrengungen der Bauchmuskulatur auf.

Bei Verdacht auf einen Oberschenkelbruch ist eine stationäre Aufnahme erforderlich, wobei der Patient im Rücken liegend positioniert wird; unter das Knie wird ein kleines Kissen gelegt. Bei einem Bruch ohne Abtrennung erfolgt eine lokale Anästhesie des Verletzungsgebiets, das Bein wird in eine spezielle Schiene eingebracht und es wird strenge Bettruhe für drei bis vier Wochen verordnet. Bei Brüchen mit Abtrennung ist eine operative Intervention notwendig, deren Ziel die Reposition (Gegenüberstellung) darstellt; danach wird das Bein in die Schiene eingelegt und dem Verletzten eine Bettruhe für einen Monat auferlegt. Anschließend erfolgt eine physiotherapeutische Behandlung sowie Massage. Eine Teilnahme an Heilsportübungen ist obligatorisch. In der Regel wird die vollständige Wiederherstellung der Funktion des unteren Gliedmaßensegments 1,5 bis 2 Monate nach Aufhebung der Bettruhe beobachtet.

Schmerzen im Oberschenkel: Ursachen

Neben Traumata bestehen weitere Gründe für Oberschenkelbeschwerden; diese sind vielfältig:

  • Hohe körperliche Belastung im Rahmen von Sportaktivitäten
  • Geschwülste am Schienbein
  • Hämopathien (Myelom, Erythrozytose, langdauernde Myelozytose, akute Leukämie, Knochenmarkserkrankung, Hodgkin-Lymphom)
  • Infektiöse Erkrankungen des Schienbeins (Tuberkulose, Osteomyelitis)
  • Stoffwechselstörungen des Knochens (Mineralstoffmangel und/oder Vitamin-D-Mangel, Osteomalazie, Vitamin-B1-Mangel)
  • Überproduktion von Kortisol, T3 oder Parathormon
  • Der Effekt bestimmter Medikamente, insbesondere hormoneller Mittel
  • Langdauernde Bettruhe
  • Alterungsbedingte Unterdrückung der Osteoblastenaktivität
  • Angeborene Störung der Kollagensynthese (Paget-Krankheit)

Neben dem Schmerz im Bereich des rechten oder linken Schienbeins können bei einer Osteochondrose der Wirbelsäule Bandscheibenvorfälle auftreten. Daher ist es ratsam, sich nicht auf die Selbstheilung zu verlassen, sondern einen Arzt aufzusuchen. Nur ein Facharzt kann nach umfassender medizinischer Untersuchung die wahre Ursache des Schmerzes aufklären, eine korrekte Diagnose stellen und die entsprechende Behandlung verschreiben.

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