Halluzinose

Halluzinose (Halluzinosis; lateinisch: hallucinatio – das Trugbild + griech. -usis (Suffix) – die Erkrankung; Synonym: halluzinatorisches Syndrom) – ein psychopathologisches Syndrom, das durch reichlich auftretende Halluzinationen charakterisiert wird und in einigen Fällen von Wahn begleitet sein kann.

Spezies der Halluzinosen:

  • Alkoholische Halluzinose (Synonym: halluzinatorischer Wahnsinn bei Alkoholikern) – entwickelt sich im Rahmen des Alkoholismus; sie wird durch das Vorherrschen authentischer verbaler Halluzinationen mit unangenehmem Inhalt charakterisiert, die in Kombination mit motorischen Impulsen zu impulsiven Handlungen und einem halluzinatorischen Wahn führen; sie entsteht auf dem Hintergrund eines klaren Bewusstseins.
  • Wahnhalluzinose – wird begleitet von einem Wahn, der inhaltlich eng mit den Halluzinationen sowie durch die standhafte Überzeugung von deren Realität verbunden ist.
  • Verbale Halluzinose: Wird durch verbale Halluzinationen charakterisiert und entwickelt sich auf dem Hintergrund einer akuten Alkoholpsychose oder anderer Intoxikationen.
  • Visuelle Halluzinose: Verläuft mit Vorherrschen der Visionen; entsteht bei getrübtem Bewusstsein.
  • Olfaktorische Halluzinose: Verläuft mit Vorherrschen reichlicher, meist unangenehmer Geruchshalluzinationen.
  • Akut: Entwickelt sich schlagartig, weist einen umkehrbaren Charakter auf und verläuft ohne Bewusstseinsverfinsterung; verbal-, visuell oder taktil vorherrschende Halluzinationen treten in Kombination mit Angst, Besorgnis und Wahn seltener auf.
  • Pedunkuläre Halluzinose (Synonyme: mesenzephalische Halluzinose, Lermittas-Halluzinose): Eine Sehhalluzinose, die durch Veränderlichkeit und Beweglichkeit der Bilder, deren kleinen Umfäng sowie den Bühnencharakter gekennzeichnet ist; sie tritt bei Herdinfektionen im Bereich der Mittelhirnstiele auf.
  • Syphilitische Halluzinose: Eine langdauernde Verbalhalluzinose, die sich vor dem Hintergrund einer vaskulären Form der Hirnsyphilis entwickelt.
  • Komplettierte Halluzinose (Synonym: gemischte Halluzinose): Eine Kombination aus taktilen, visuellen, auditiven und weiteren Halluzinationen.
  • Taktiler Halluzinationszustand: Begleitet vom Empfinden von Kriechbewegungen oder dem Gefühl, dass kleine Lebewesen den Körper beißen; in selteneren Fällen wird das Vorhandensein unbelebter Gegenstände unter der Haut oder auf der Körperoberfläche wahrgenommen; dieses Phänomen tritt häufiger im fortgeschrittenen Alter auf.
  • Toxisch: Tritt nach langdauernder Intoxikation auf.
  • Chronisch: Verläuft über viele Jahre mit wellenförmigem oder ununterbrochenem Ablauf, begleitet von auditiven und/oder taktilen Halluzinationen.
Ob Sie wissen:

Nach den Forschungsergebnissen haben Frauen, die wöchentlich mehrere Gläser Bier oder Wein konsumieren, ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs.


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