9. Schwangerschaftswoche

In der 9. Schwangerschaftswoche entspricht das Alter des Fötus sieben Wochen ab dem Zeitpunkt der Befruchtung; nach gynäkologischen Regeln wird die Frist vom ersten Tag der letzten Menstruation aus berechnet. In der 9. Schwangerschaftswoche beginnt das Kind, menschliche Züge anzunehmen

Veränderungen des Fötus

In der 9. Schwangerschaftswoche hat sich die Plazenta vollständig der Lebenserhaltung des Fötus angenommen, und das Kind wächst weiter und entwickelt sich. Die Länge des Fötus beträgt bis zu 30 mm, das Gewicht bis zu 2 g; sein Aussehen verändert sich zunehmend menschlicher – der Körper verlängert sich, der Schwanz hat sich zum Schwanzknochen (Kokzyx) umgewandelt, der Kopf hat eine runde Form angenommen und zeigt eine deutliche Vorwärtsneigung; der Hals ist unterscheidbar. Die Haut des Fötus ist sehr dünn und halbdurchsichtig, sodass die Blutgefäße sichtbar sind.

Veränderungen im Ultraschallbild in der 9. Schwangerschaftswoche: Hände und Füße erscheinen noch kurz mit bereits gebildeten Fingern, wobei eine Disproportionalität erkennbar ist; an den Händen beginnen Nägel zu bilden. Diese Veränderungen betreffen auch das Gesicht – die Augenlider sind geschlossen, die Augen sind weit aufgestellt, und die Lippenfalte entwickelt sich. Die Ohrmuscheln sind in der 9. Schwangerschaftswoche bereits gut erkennbar, doch das Innenohr ist noch unterentwickelt, sodass der Fötus noch nicht hört.

Im Gehirn findet in der 9. Schwangerschaftswoche eine intensive Entwicklung des Kleinhirns statt – jener Abteilung, die für Gleichgewicht und räumliche Koordination zuständig ist. Es bildet sich die Hypophyse – jene Hirnabteilung, die verschiedene Lebensprozesse reguliert und Hormone produziert. Zu diesem Zeitpunkt entwickeln sich Spinalganglien sowie Schädel- und Zwischenwirbelganglien. Zudem wird in den Nebennierenrinde die Schicht abgeschieden, die für die Bildung von Adrenalin verantwortlich ist.

In der 9. Schwangerschaftswoche erfolgt die Anlage der Lymphknoten und Brustdrüsen; bei zukünftigen Jungen beginnen die Hoden aus dem Bauchraum in den Hodensack abzusinken.

Veränderungen im Organismus der Frau in der 9. Schwangerschaftswoche

Der Bauchumfang bleibt bis zur 9. Schwangerschaftswoche noch unverändert; äußerlich ist die Schwangerschaft unmerklich, während im weiblichen Organismus intensive Prozesse für das heranwachsende Kind ablaufen, die sich in veränderten Empfindungen und Stimmung widerspiegeln. In dieser Phase ist der Geruchssinn meist verstärkt; aufgrund dessen reagieren Schwangere auf Gerüche sehr sensibel – starke Gerüche können Übelkeit und Erbrechen auslösen.

Die Brust wird krankhaft und sensorisch verändert, insbesondere verdicken sich die Areolen und die Brustwarzen.

Der Uterus entspricht in der 9. Schwangerschaftswoche etwa dem Umfang einer Pampelmuse. Die hormonelle Umstellung des Organismus führt zu einer Verbesserung des Hautbildes – die Haut wird glatter und ebenmäßiger. Für einen günstigen Schwangerschaftsverlauf steigen im Blut die Spiegel der weiblichen Sexualhormone sowie des Choriongonadotrophins an.

Bei einigen Frauen treten in der 9. Schwangerschaftswoche Symptome wie Verstopfung oder Venenvarikose auf den Beinen auf.

Nieren, Herz und Lungen der Schwangeren arbeiten im verstärkten Modus, da das Blutvolumen zunimmt; neben den inneren Organen können beginnend Fettreserven verschoben werden, die eine wichtige Rolle bei der Ernährung des Kindes spielen.

In der 9. Schwangerschaftswoche können Symptome einer frühen Toxämie wie übermäßiger Speichelfluss, Schwäche, Übelkeit und Erbrechen bestehen bleiben; in der Norm klingen diese Erscheinungen jedoch gewöhnlich ab.

Im Zusammenhang mit dem Wachstum des Fötus und der Zunahme des Blutvolumens kann in der 9. Schwangerschaftswoche eine Senkung des Hämoglobins im allgemeinen Blutbild auf Anämie hindeuten. Ihre Symptome treten schneller auf, wenn der Ausgangswert des Hämoglobins vor der Schwangerschaft bereits niedrig war. Die Größe des Fötus in der 9. Schwangerschaftswoche beträgt bis zu 30 mm

Gelbliche Scheidensekretionen in der 9. Schwangerschaftswoche sollten nicht beunruhigen; unter Hormoneinfluss werden sie verdickt und blass – es handelt sich um physiologische Sekrete. Bei Abwesenheit anderer unangenehmer Symptome oder Beschwerden sind sie für Mutter und Kind sicher. Ein besorgniserregendes Symptom sind hingegen blutige Sekrete in der 9. Schwangerschaftswoche.

Schmerzen im Bauch- oder Lendenbereich in der 9. Schwangerschaftswoche können auf eine Untersuchung des Organismus zur Beurteilung des Fötusgewichts oder auf eine drohende Fehlgeburt hindeuten.

Die Untersuchung in der 9. Schwangerschaftswoche

In der 9. Schwangerschaftswoche sollte die Frau den vereinbarten Termin wahrnehmen, falls dieser noch nicht erfolgt ist; bei Vorliegen von Risikofaktoren (Blutung, frühere Abtreibung, intrauterine Infektion oder Verschlimmerung einer chronischen Erkrankung) wird eine engmaschige Kontrollierung empfohlen.

Bei jedem Besuch in der Schwangerschaftsberatungsstelle sollte die Frau einen Urin für die allgemeine Analyse mitbringen; dieser Screening-Test kann Symptome einer Gestose oder anderer Schwangerschaftskomplikationen bereits in frühen Stadien aufdecken.

Ob Folgendes ist zu beachten:

Studien zeigen, dass Frauen, die pro Woche ein Glas Bier oder Wein konsumieren, ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben.


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