Belladonna

Belladonna Belladonna: Die giftige Heilpflanze, die Alkaloide der Atropingruppe enthält.

Chemische Verbindung

Belladonna: Eine mehrjährige krautartige Pflanze aus der Gattung Solanum (Nachtschattengewächse); umgangssprachlich wird sie als Tollwurz, Schlafbeere oder auch Tollwütige Beere bezeichnet.

Die Belladonna kommt in Nordafrika, Europa, Asien sowie auf der Krim und im Kaukasus vor; sie bevorzugt lichtdurchflutete Buchen-, Eichen-, Weißtannen- und Ahornwälder.

Morphologische Merkmale der Pflanze:

  • Dickere, weit verzweigte Stiele in grüner oder dunkelvioletter Farbe, die bis zu zwei Meter hoch werden.
  • Rhizome mit zahlreichen großen, weit verzweigten Wurzeln.
  • Breitlancettartige, kirschsteinfruchtähnliche Blätter von länglich-eifriger Form.
  • Nicht große, einzeln stehende fünfzählige Blüten in schmutzig-violetter oder gelber Farbe.

Die Belladonna blüht vom Ende des Frühlings bis zum tiefen Herbst; die Früchte in Form glänzender schwarzer Beeren, die nicht großen Kirschen ähneln, beginnen Ende Juli zu reifen.

Alle Teile der Belladonna sind giftig und enthalten in unterschiedlichen Anteilen Alkaloide der Atropin-Gruppe; am höchsten ist ihr Gehalt in den Wurzeln und Blättern (1,2–1,3 %) sowie bis zu 1 % in Stielen, Blüten und reifen Früchten; neben dem Atropin kommen Gioszin (Skopolamin) und Giosziamin hinzu, im oberirdischen Bereich finden sich zudem Oksikumarine, Flavonoide sowie Asche mit verschiedenen Makro- und Mikroelementen wie Kalium, Kalzium, Eisen und Selen.

Als medizinischer Rohstoff dienen die Blätter; Gras und Wurzeln werden hauptsächlich von Plantagen gesammelt, wobei die Blätter zu Beginn des Sommers (in der Blütephase) und das Gras etwas später (in der Fruchttragungsphase) geerntet werden.

Die therapeutischen Eigenschaften

In frühen Quellen wurde Belladonna als Giftquelle beschrieben, doch die Pflanze fand auch perorale Anwendung bei der Behandlung von Magen- und Lebererkrankungen sowie bei Geschwüren und Tumoren.

Die Eigenschaften der Belladonna sind seit den Anfängen der Homöopathie bekannt; die Pflanze wird tatsächlich bei der Behandlung verschiedener entzündlicher Prozesse, einschließlich Hirnhautentzündungen (Meningitis), eingesetzt und bildet zudem die Basis für Tropfen wie Selenina sowie andere Kombinationspräparate.

Studien zur chemischen Zusammensetzung haben gezeigt, dass die pharmakologischen Eigenschaften der Belladonna denen des Atropins entsprechen. Die Präparate aus der Pflanze:

  • verringern die Sekretion von Magen-, Speichel-, Tränen-, Bronchial- und Schweißdrüsen.
  • verursachen eine Lähmung der Akkommodation.
  • senken den Tonus der Muskulatur des Gastrointestinaltrakts sowie der Gallenblase und reduzieren den Gallendurchfluss.
  • erschweren den Abfluss des Kammerwassers.
  • erhöhen den Augeninnendruck.
  • verursachen eine Tachykardie.
  • erweitern die Pupillen.
  • Verbesserung der Atrioventrikularleitung.

Anwendungshinweise

  • Magengeschwüre und Zwölffingerdarmulzera
  • Gallensteine
  • Krämpfe der glatten Muskulatur des Verdauungstraktes
  • Nieren- und Gallensteinkoliken
  • Herzschwäche (Bradycardie)
  • Bronchialasthma
  • Krampfadern und Analrissen

Zur Behandlung wird das Belladonna-Extrakt auch in Studien zur Untersuchung des Augenrückgrunds eingesetzt.

Kontraindikationen

  • Akutes Glaukom;
  • Überempfindlichkeit gegen die flüchtigen Bestandteile der Pflanze
  • Prostatahyperplasie mit gestörter Harnausscheidung

Hausmittel mit Belladonna

Belladonna-Tinktur (hergestellt aus den Blättern der Pflanze und 40 %igem Alkohol im Verhältnis 1:10) wird bei Schmerzen unterschiedlicher Herkunft in einer Menge von 5–10 Tropfen eingeäuft.

Ärzte empfehlen jedoch aufgrund des hohen Risikos für Überdosierungen und Nebenwirkungen keine eigenständige Anwendung von Belladonna.

Bei einer Überdosierung der Belladonna-Präparate können Schwindel, psychomotorische Unruhe, Lidrötung, Darmatonie, Harnretention, Mundtrockenheit, Mydriasis, Akkommodationsparese sowie Tachykardie und Photophobie auftreten. Bei Auftreten ähnlicher Symptome ist die Anwendung von Belladonna sofort zu unterbrechen.

Während der Behandlung sollten Patientinnen beim Führen von Kraftfahrzeugen und bei Tätigkeiten, die eine gute Sehkraft und erhöhte Konzentration erfordern, besonders vorsichtig sein.

Ob Sie sollten das wissen:

Im Bestreben, Kranke zu heilen, überschätzen Ärzte oft ihre eigene Kompetenz. So hat beispielsweise ein gewisser Charles Jensen zwischen 1954 und 1994 mehr als 900 Operationen zur Entfernung von Neubildungen durchgeführt.


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