Biochemische Blutanalyse

Biochemische Blutanalyse Die biochemische Forschung zeichnet sich durch eine hohe Zuverlässigkeit aus. Die Parameter der Blutbiochemie finden in allen Bereichen der medizinischen Praxis Anwendung, da sie den funktionellen Zustand aller Körpersysteme und Organe widerspiegeln.

Als Ergebnis der biochemischen Analyse werden folgende Werte bestimmt:

  • Die Anzahl der Leukozyten, Erythrozyten und Thrombozyten
  • Der Hämoglobingehalt
  • Das Hämagrogramm (Leukozytenformel)
  • Die Blutgerinnungszeit
  • Der Farbindikator – er gibt den Hämoglobingehalt pro Erythrozyt an
  • Der Hämatokrit, also der prozentuale Anteil der Erythrozyten am Gesamtblutvolumen

Vorbereitung auf die biochemische Blutanalyse

Für die Analyse wird empfohlen, das Blut nüchtern zu entnehmen; vor dem Eingriff sollte sich der Patient 6–12 Stunden von Nahrung und Getränken enthalten halten. Wenn der Patient eine Behandlung erhält und täglich Medikamente einnimmt, ist eine ärztliche Konsultation in dieser Hinsicht erforderlich.

Biochemische Blutanalyse bei Erwachsenen Wenn dem Patienten eine Untersuchung angeboten wird, das Blut für die biochemische Analyse nicht zu entnehmen – etwa während einer Behandlung zur Beobachtung des Krankheitsverlaufs –, sollte er wissen, dass dies in diesem Fall unerwünscht ist: Tagesfluktuationen sowie die eingenommene Nahrung beeinflussen den biochemischen Zustand des Blutes.

Das Ergebnis der Analyse liegt schnell vor – innerhalb eines Tages. Unter Anwendung der Express-Methode können die Kennwerte der biochemischen Blutanalyse bereits nach wenigen Stunden bestimmt werden.

Biochemische Blutanalyse beim Kind

Das Blut wird beim Kind vor allem zur Beurteilung der Funktion von Nieren und Leber entnommen; daher ist die biochemische Standardanalyse bei Kindern für die Bestimmung dieser Kennwerte vorgesehen.

  • Gesamteiweiß: Zeigt den Spiegel von Globulin und Albumin an und charakterisiert den Eiweißstoffwechsel in der Leber. Der normale Wert liegt zwischen 60–80 g/l.
  • AST und ALT: Enzymmarker, die auf vorliegende Lebererkrankungen hinweisen. Eine Erhöhung ihres Spiegels wird bei Cholangitis, Zirrhose, infektiöser Hepatitis sowie Hitzschlag beobachtet.
  • Gesamtbilirubin: Kann direkt oder indirekt sein und zeigt die Funktion der Leber an.
  • Harnstoff: Zeigt den Zustand der Nierenfunktion sowie des Eiweißstoffwechsels in der Leber an. Der normale Wert dieser Kenngröße liegt bei 8,3 mmol/l. Ein erhöhter Harnstoffspiegel im biochemischen Blutbild von Kindern wird beobachtet bei Herzinsuffizienz, Verbrennungen, Dehydratation, Stress und Stauung in ableitenden Harnwegen sowie bei Gastrorrhagie.
  • Kreatinin: Diese Kennzahl zeigt die Nierenfunktion an. Die Normwerte liegen zwischen 0,035 und 0,06 mmol/l. Ein Rückgang des Kreatinins wird bei proteinarmen oder kohlenhydratreichen Diäten sowie bei Zöliakie (einer Verdauungsstörung) beobachtet. Ein erhöhtes Kreatinin wird bei renaler Insuffizienz, langdauernder und akuter Pyelonephritis, Glomerulonephritis, Nierenzysten sowie Stoffwechselstörungen festgestellt.
  • Timol-Test: Diese Kennzahl dient zur Differentialdiagnostik einer infektiösen Hepatitis. Der Wert überschreitet die Norm bei infektiöser Hepatitis sowie bei Leberentzündungen des Typs In.

Die biochemische Blutuntersuchung unterscheidet sich beim Erwachsenen von der Analyse bei Kindern, da die Liste der zu ermittelnden Parameter im erwachsenen Alter deutlich umfangreicher ist. Neben den Unterschieden in der Charakteristik und den altersspezifischen Referenzwerten, die bei der Ergebnisdeutung berücksichtigt werden müssen, gelten für erwachsene Patienten zusätzlich zu den kindlichen Werten folgende Grenzwerte:

  • Cholesterin: Der Normalbereich liegt zwischen 3,0 und 6,0 mmol/l.
  • Chlorid: Dieses Elektrolyt ist im Magensaft sowie in der Liquorflüssigkeit enthalten und reguliert das Säure-Basen-Gleichgewicht des Blutes. Der Normalwert für Erwachsene liegt zwischen 98 und 107 mmol/l.
  • Magnesium: Es kommt in Leber, Muskeln und Erythrozyten vor. Der Normalbereich liegt bei 0,65 bis 1,05 mmol/l.
  • Alpha-Amylase: Ein erhöhter Wert dieser Kennziffer, der mittels biochemischer Blutanalyse beim Erwachsenen festgestellt wird, deutet auf Pankreatitis, Konkrementbildung, Tumore oder Zysten in den Ausflüssen der Bauchspeicheldrüse sowie auf Niereninsuffizienz, akute Peritonitis, Diabetes, Parotitis und Cholezystitis hin. Der Normalwert für die pankreatische Amylase liegt bei 0–50 ED/l; für die Diastasen bei 28–100 ED/l.
  • Glukose: Ein wichtiger Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels. Der Normalbereich für Erwachsene beträgt 3,5–5,9 mmol/l; nach dem 60. Lebensjahr liegt er bei bis zu 6,38 mmol/l.
Ob Wissen Sie das Folgende:

Im Darmkanal vermehren sich, leben und sterben Millionen von Bakterien. Diese sind nur bei starker Vergrößerung sichtbar, wenn sie in einer gewöhnlichen Kaffeetasse zusammengetragen wären.


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