Gibraltarfieber

Allgemeine Charakteristik der Erkrankung

Brucellose wird beim Kontakt mit infizierten Tieren auf den Menschen übertragen Das Gibraltarfieber ist eine Infektionskrankheit, die sich durch Bakterien des Geschlechts der Brucellen auszeichnet. Die Infektion verläuft chronisch und betrifft das Knochen-, Nerven- und Herzsystem. Der Erreger des Gibraltarfiebers ist in der natürlichen Umgebung verbreitet; er toleriert niedrige Temperaturen und behält seine Vermehrungsfähigkeit auch bei langem Aufenthalt im Wasser oder Boden bei. In Lebensmitteln überleben die Brucellen bis zu fünf Monate (bei Kuhmilch zwei Monate). Bei der Anwendung von Desinfektionsmitteln werden die Brucellen innerhalb weniger Minuten abgetötet.

Das Gibraltarfieber manifestiert sich in der Regel bei Haustieren; Fleisch und Milch dieser Tiere werden in der menschlichen Ernährung verwendet. Der Erreger dringt beim Menschen durch die Schleimhäute des Verdauungs- und Atmungssystems ein. Auch eine Infektion über frische Ritzen, Schrammen oder andere Traumata ist möglich. Besonders charakteristisch ist das Gibraltarfieber für Personen, deren Tätigkeit mit der Bearbeitung von Haut und Wolle oder dem Umgang mit kranken Tieren verbunden ist. Zur Risikogruppe gehören Tierärzte, Hirten, Melker sowie Zootechniker.

Was geschieht bei der Ansteckung?

Nach dem Eindringen in den Organismus breiten sich die Brucellen rasch durch das Lymphsystem und Blutgefäße im Körper aus. Bald bilden sich neue Herde der Infektion in Leber, Milz, Knochenmark sowie Lymphknoten. Gleichzeitig betrifft das Gibraltarfieber beim Menschen auch das Zentralnervensystem, das Stützgewebe (Gelenke) und die Geschlechtsorgane. Als Reaktion auf die Wirkung der Bakterien treten Abwehrreaktionen des Organismus ein; jedoch ist das Immunsystem in der Regel nicht fähig, eine bakteriologische Säuberung von Blut und Lymphknoten aufgrund der ständigen Transformation der Erreger zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass bei Diagnosestellung das Gibraltarfieber nicht unter häuslichen Bedingungen, sondern in spezialisierten klinischen Abteilungen behandelt werden sollte. Andernfalls entwickelt sich das Gibraltarfieber zur chronischen Form, mit der es deutlich schwieriger umzugehen ist. Zudem wird beobachtet, dass das langdauernde Gibraltarfieber häufig immunopathologischen Erscheinungsformen unterliegt, die das Entstehen und die Ausprägung eines ganzen "Straußes" anderer Krankheiten provozieren.

Das Gibraltarfieber – Symptome und Krankheitsbild

Während der primär-latenten Phase verläuft das Gibraltarfieber beim Menschen symptomfrei. Die charakteristischen Symptome treten erst nach der Inkubationszeit (nach 1 bis 5 Wochen) auf, wenn die Erkrankung in die akute oder chronische Form übergeht.

Das akute Gibraltarfieber beim Menschen

  • Erhöhung der Körpertemperatur (die hohe Temperatur kann sich bis zu drei Wochen halten)
  • Starkes Schwitzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Zunahme der peripheren Lymphknoten

In einigen Fällen endet die Behandlung des Gibraltarfiebers beim Menschen mit voller Genesung, doch nicht selten kommt es auch zu einem Rückfall, wenn die Erkrankung in eine septisch-metastatische Form übergeht. In diesem Fall leidet der Patient an regelmäßigen fieberhaften Attacken, ausgeprägter Intoxikation, diffusen Gelenkschmerzen, Schlafstörungen sowie Kopfschmerzen. Das Gibraltarfieber, dessen Symptome auf eine Infektion der Hauptsysteme des Organismus hinweisen, führt zu ernsthaften Komplikationen wie Myokarditis, Meningitis, Hepatitis, Endokarditis sowie Fehlgeburten in frühen Schwangerschaftsfristen. Nach sechs Monaten (in vieler Hinsicht bedingt) geht die akute Form des Gibraltarfiebers über in eine chronische Verlaufsform.

Das chronische Gibraltarfieber beim Menschen wird vor allem durch Herdinfektionen charakterisiert. Meistens sind große Gelenke betroffen – Sprunggelenke, Handgelenke und Kniegelenke. Auch folgende Symptome des Gibraltarfiebers beunruhigen den Patienten:

  • Hartnäckige morgendliche Schmerzen;
  • Deformitäten der Gelenke sowie der Gelenkflächen;
  • Das Gefühl von Behinderung oder Bewegungseinschränkung.
  • Neuropathien, Radikulitiden sowie weitere Infektionen des Nervensystems
  • Folgende Symptome können auftreten: Meningitis, Infektion der Seh- und Hörnerven sowie Enzephalitis

Bei der chronischen Form des Gibraltarfiebers führen Herdveränderungen in den Geschlechtsorganen bei Frauen häufig zu Unfruchtbarkeit und bei Männern zur Verminderung der sexuellen Funktion. Nach einer Weile geht die Infektion allmählich in das Stadium der Remission über, hinterlässt jedoch irreversible Veränderungen des Stütz- und Bewegungssystems. Aus diesem Grund benötigen Patienten mit der Diagnose eines chronischen Gibraltarfiebers (die Diagnostik sollte nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden) eine stationäre Aufnahme und eine adäquate Behandlung, um das Risiko einer Behinderung zu verringern.

Das Gibraltarfieber – die Behandlung

Effektive Behandlung der Brucellose durch Antibiotika wie Rifampicin Bei dieser Form der Behandlung des Gibraltarfiebers werden dem Patienten folgende Maßnahmen verordnet:

  • Kausaltherapie
  • Zur Anwendung kommen Antibiotika aus der Tetracyclin-Gruppe: Rifampicin, Levomizin sowie Streptomycin. Empfohlen sind Präparate, die gut in Gewebe eindringen können, beispielsweise Doxycyclin peroral oder Streptomycin intramuskulär.
  • Die physiotherapeutische und Kurbehandlung (nicht früher als sechs Monate nach dem Verschwinden der klinischen Symptome).

Bei der Diagnose eines chronischen Gibraltarfiebers wird die Behandlung auf den Einsatz allgemein kräftigender Maßnahmen und der Impfung aufgebaut. Die Prognose ist meist günstig; jedoch sollte man bedenken, dass das Gibraltarfieber häufig zu einem Verlust der Arbeitsfähigkeit führt.

Die Prophylaxe der Infektion zielt darauf ab, die Morbidität bei Haustieren und Vieh durch das Gibraltarfieber zu senken. Zu diesem Zweck führen Experten sanitär-veterinärmedizinische Maßnahmen durch, bei denen der Erreger des Gibraltarfiebers fast immer eliminiert wird. Die spezifische Prophylaxe besteht in der Anwendung von Brucellenvakzinen. Diese werden nicht nur dem Tier, sondern auch den Arbeitern der Viehzucht, den Mitarbeitern der Fleischkombinate und Vertretern anderer Berufe, die mit der Verarbeitung von Fleisch oder der Bearbeitung von Häuten und Pelzen verbunden sind, regelmäßig verabreicht.

Ob Bitte beachten Sie:

Wenn Sie von einem Esel fallen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Genickbruchs höher als bei einem Sturz vom Pferd; versuchen Sie nicht, diese Behauptung zu widerlegen.


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