Danazol

Danazol – ein hormonelles Medikament, das die Produktion der gonadotropen Hormone hemmt.

Darreichungsform und Inhalt

Die Darreichungsform ist die Kapsel. Der Wirkstoff Danazol hat eine Dosierung von 100 oder 200 Milligramm pro Kapsel.

Anwendungshinweise

  • Hereditäres Angioödem
  • Fibrozystische Mastopathie sowie weitere gutartige Neubildungen der Brustdrüse
  • Endometriose bei gleichzeitiger Unfruchtbarkeit
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS)
  • Primärmenorrhoe
  • Gynäkomastie

Kontraindikationen

  • Karzinome
  • Androgenabhängige Tumore
  • Brustkrebs
  • Vaginalblutung unklarer Ätiologie
  • Schwere Funktionsstörungen von Leber und/oder Niere
  • Langdauernde Formen des Herzversagens
  • Thromboembolie (auch in der Vorgeschichte)
  • Porphyrie
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Kinder und höheres Lebensalter
  • Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Danazol.

Es wird empfohlen, das Präparat mit Vorsicht bei Nierenerkrankungen und/oder Lebererkrankungen sowie kardiovaskulären Störungen (einschließlich arterieller Hypertonie) anzuwenden. Ferner ist eine Anwendung bei Pathologien indiziert, die sich durch Flüssigkeitsretention verschärfen, wie Epilepsie, Diabetes mellitus, Lipidstoffwechselstörungen und Polyzythämie. Zusätzlich gilt dies für Störungen der hämostatischen Plasmamechanismen sowie bei Migräne. Zudem sollte das Präparat bei einer androgenen Reaktion auf Sexualhormone im Rahmen der vorangegangenen Therapie mit Vorsicht eingesetzt werden.

Anwendung und Dosierung

Die individuelle Dosierung und Behandlungsdauer wird vom Arzt festgelegt; in der Regel erfolgt die Einleitung mit der minimal wirksamsten Dosis.

Die maximale Tagesdosis für Erwachsene liegt bei 800 mg.

Nebenwirkungen

Die Anwendung von Danazol kann folgende Nebenwirkungen verursachen:

  • Seitens des endokrinen Systems: Störungen der Spermatogenese, Blutungen bei Frauen (Menorrhagie), Amenorrhoe, vermehrte Schweißabsonderung, Libidoveränderung, Verkleinerung des Milchdrüsenvolumens, Kolpitis, Nervosität, emotionale Labilität, erhöhte Talgsekretion, fortschreitender Krankheitsverlauf, unbedeutender Hirsutismus, androgenetische Alopezie, Zunahme des Körpergewichts, Wassergeschwülste, Stimmverdichtung.
  • Seitens des Nervensystems sind folgende Nebenwirkungen möglich: Schwindel, Kopfschmerzen, Tremor, Schwäche, Depression sowie Schlafstörungen. Sehr selten kann eine unbedeutende Erhöhung des intrakraniellen Blutdrucks auftreten.
  • Seitens des Verdauungssystems können erhöhte Aktivität der Lebertransaminasen und funktionelle Störungen des Gastrointestinaltraktes beobachtet werden. In seltenen Fällen tritt cholestatische Gelbsucht auf.
  • Seitens des Stoffwechsels können Glukosetoleranzstörungen, Hyperglykämie sowie eine Erhöhung des Cholesterins in den Lipoproteinen niedriger Dichte (LDL) und eine Senkung des Cholesterins in den Lipoproteinen hoher Dichte (HDL) im Serum auftreten.
  • Seitens des hämatologischen Systems sind eine Erhöhung oder Senkung der Blutzellzahl möglich.
  • Kardiovaskuläre Nebenwirkungen sind selten und umfassen arterielle Hypertonie sowie Tachykardie.
  • Zu den dermatologischen Reaktionen gehört ein Exanthem.
  • Andere Nebenwirkungen umfassen Krämpfe oder Muskelkrämpfe sowie Rückenschmerzen. Sehstörungen treten selten auf.

Besondere Hinweise

Das Präparat erhöht den Testosteronspiegel im Blut und beeinflusst andere Parameter der sexuellen Hormone-Analyse.

Bei der Behandlung von Patientinnen mit Diabetes mellitus ist eine Insulindosisanpassung erforderlich.

Frauen in einem bestimmten Alter müssen vor Therapiebeginn auf Schwangerschaft untersucht werden; die Behandlung sollte am ersten Tag des Menstruationszyklus eingeleitet werden.

Während der Einnahme des Präparats ist die Anwendung nicht-hormoneller Kontrazeptiva ratsam.

Die Anwendung von Danazol ist indiziert zur Behandlung von Kindern mit einer präpubären Genitalentwicklung (vorzeitige sexuelle Entwicklung).

Zu beachten sind Arzneimittelinteraktionen.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Derivaten der Indandion-Reihe sowie Antikoagulanzien wird die Wirkung von Danazol verstärkt, was das Blutungsrisiko erhöht.

Das Präparat beeinflusst den Kohlenhydrstoffwechsel; in Kombination mit oralen hypoglykämischen Mitteln und Insulin schwächt es deren Wirkung und fördert die Glukoneogenese.

Die Glukosekonzentration im Blut.

Danazol erhöht die Plasmakonzentrationen von Glukagon, Ciclosporin und Tacrolimus (was das Risiko einer Nephrotoxizität steigert).

Das Präparat unterdrückt den Metabolismus antiepileptischer Mittel wie Phenytoin, Carbamazepin oder Phenobarbital; die gleichzeitige Anwendung führt zu einer Erhöhung ihrer Blutkonzentrationen.

Danazol kann die Wirkung von Antihypertensiva herabsetzen.

Das Präparat kann in Kombination mit Alfacalcidol eine Erhöhung des Kalziumspiegels beim primären Hypoparathyreoidismus hervorrufen.

Die Lagerfristen und -bedingungen

Aufbewahrung an einem für Kinder unzugänglichen und lichtgeschützten Ort.

Ob Dies sollten Sie wissen:

Das menschliche Gehirn macht etwa 2 % der gesamten Körpermasse aus, verbraucht jedoch rund 20 % des Sauerstoffs. Diese Tatsache macht das menschliche Gehirn außerordentlich empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel.


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