Stottern

Wie äußert sich Dyslalie bei Kindern? Unter allen bekannten Sprechstörungen ist das Stottern am weitesten verbreitet. Es tritt meist im Kindesalter auf und äußert sich in verschiedenen Defekten der Aussprache der Muttersprache – durch Verzerrungen, Ersatzlaute oder Vermischungen bis hin zur vollständigen Abwesenheit bestimmter Laute bei der Rede. Obwohl die weitverbreitete Meinung besagt, dass Stottern bei Kindern eine vorübergehende Erscheinung ist, die mit zunehmendem Alter von selbst verschwindet, kann diese Störung auch bei Erwachsenen bestehen bleiben. In diesem Fall ist es notwendig, die Hauptursachen des Problems bereits in der Kindheit zu suchen. Ein später auftretender Defekt der Sprachproduktion hat oft einen äußerst ungünstigen Einfluss auf das gesamte weitere Leben.

Ursachen des Stotterns

Alle potenziellen Ursachen des Stammelns lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

  • Organische: Die Aussprachestörung entsteht infolge verschiedener Abnormalitäten im Aufbau des Sprachapparates – der Zähne, des Gebisses, der Zunge und des Gaumens. Diese Defekte können angeboren oder erworben sein: Zahnfehlstellungen, falscher Biss, verkürzte Zungewurzel sowie ein hohes Gaumengewölbe. Jede dieser Abnormalitäten kann zu Sprechstörungen führen, die für das Stammeln charakteristisch sind.
  • Sozial-biologische Faktoren: Die Sprachentwicklung des Kindes erfolgt durch Nachahmung. Viele Eltern beschäftigen sich unzureichend mit dem Kind und lenken nicht genügend Aufmerksamkeit auf die Entwicklung seiner Fähigkeiten. Oft ist dies eine Ursache für das Stammeln; doch in ähnlichen Situationen ist es schwierig, das spontane Auftreten einer korrekten Rede beim Kind zu erwarten. Eine Hemmung der Ausbildung der Aussprachefertigkeiten führt häufig zur Entwicklung und Fixierung eines defekten Sprechens.

Getrennt betrachtet werden die altersbedingten Ursachen des Stammelns bei spielreifen Kindern. In diesem Fall stellt der Sprechdefekt eine physiologische Norm dar, die keine Korrektur erfordert. Jedoch muss man sich sorgfältig für das Ausschlusskriterium pathologischer Fertigkeiten beim Aufbau der Rede kleiner Kinder interessieren. Gerade im Spielalter werden die Grundlagen der kommunikativen Fähigkeiten gelegt, die im gesamten weiteren Leben eine entscheidende Rolle spielen.

Formen des Stammelns

Je nach den Ursachen, die zum Auftreten der Sprechstörung beitragen, können zwei Hauptformen des Stammelns unterschieden werden: mechanisch und funktionell. Die erste Form kann in jedem Alter bei Vorhandensein organischer Veränderungen im Sprachapparat entstehen. Bei Kindern ist eine Aussprachestörung häufig mit Pathologien wie einer verkürzten Zungewurzel oder einem falschen Biss verbunden, was oft auf eine anomale Zahnstellung zurückzuführen ist. Eine schlechte Rede Erwachsener kann primär durch altersbedingte Veränderungen, insbesondere das Fehlen der Zähne, bedingt sein.

Die funktionale Form des Stammelns weist Abarten auf. Diese Deletionen eliminieren die wesentlichen Merkmale des Sprechverstoßes, wodurch eine zielgerichtete logopädische Intervention ermöglicht wird. Insgesamt lassen sich drei Formen des funktionalen Stammelns unterscheiden:

  • Akustisch-phonetische Form: Grundlage dieses Verstoßes ist eine unzureichende Entwicklung des Sprechgehörs; infolgedessen kommt es zur Vermischung von Klängen, die nach akustischen Eigenschaften (z. B. nach Sonorität oder Stimmlosigkeit) ähnlich klingen. In einer Reihe von Fällen führt diese Unvollkommenheit der Klangwahrnehmung zu Fehlern in der Rede.
  • Artikulatorisch-phonetische Form: Diese Form des Stammelns entsteht durch unzureichende Beherrschung der korrekten Lage der Sprechorgane beim Aussprechen bestimmter Laute, was zu einer Vermischung dieser Laute führt.
  • Artikulatorisch-phonematische Form: Für diese Variante des Stammelns ist eine charakteristische Verzerrung der Laute typisch, die auf fehlerhafte Artikulationspositionen zurückzuführen ist.

Komplexes Stimmeln

Beim Stimmeln kann die Aussprache von Konsonanten unterschiedlicher Anzahl beeinträchtigt sein. Ist ein Defekt vorhanden, wird entweder einer davon oder eine Gruppe (z. B. nur pfeifende Laute) wiedergegeben; in diesem Fall wird der Defekt als einfach eingestuft. Wird die Aussprache von Konsonanten aus verschiedenen Gruppen beeinträchtigt, spricht man von komplexem Stimmeln. Meistens handelt es sich dabei um eine Unterentwicklung der phonetischen Rezeption, also des Sprechgehörs.

Die Schwierigkeiten bei der Korrektur hängen weniger von der Anzahl der betroffenen Laute ab, sondern vielmehr vom Aufwand für die Entwicklung ihrer Klangwahrnehmung. In der Regel sind phonetische Probleme dafür verantwortlich, dass die Beseitigung komplexen Stammelns viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch das Alter spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

Hauptformen der Dyslalie Bei Erwachsenen ist die fehlerhafte Aussprache häufig mit falschen Artikulationspositionen verbunden; dabei ist das Sprechgehör meist ausreichend entwickelt. Beim Stimmeln von Kindern liegt in der überwiegenden Mehrheit der Fälle jedoch eine unzureichende Entwicklung des phonetischen Gehörs zugrunde, was zur Festigung einer defekten Aussprache vieler Laute führt.

Obwohl die weit verbreitete Meinung besteht, dass sowohl einfaches als auch komplexes Stimmeln in jedem Lebensalter ohne Folgen behoben werden kann: Bei der mechanischen Form steht primär die Korrektur von Defekten im Sprachbildungsapparat im Vordergrund. Wird danach eine Verbesserung angestrebt (z. B. bei falscher Artikulation), so ist die Behebung der Sprechdefekte dennoch vollständig möglich. Die normierte akustische Wirkung des Klanges kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden.

Eine fehlerhafte Aussprache tritt bei Menschen unterschiedlichen Alters auf. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle liegen die Ursachen dieses Problems in der frühen Kindheit. Kleinkinder können sich aufgrund klarer objektiver Gründe nicht selbstständig entscheiden, wie sie im weiteren Leben sprechen sollen. In diesem Zusammenhang trifft den Eltern meist die Schuld für das Entstehen und die Fixierung solcher Sprechstörungen bei Kindern zu, wie z. B. des Stammelns. Dennoch kann man mit Defekten der Sprachproduktion vollständig umgehen, wenn man rechtzeitig zum Logopäden hinzugeht.

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