Hämaturie

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Hämaturie

Unter Hämaturie versteht man üblicherweise das Vorhandensein von Blut (Erythrozyten) im menschlichen Urin. Je nach Intensität des Prozesses wird zwischen mikroskopischer und makroskopischer Hämaturie unterschieden: Bei der mikroskopischen Form zeigen sich Erythrozyten lediglich unter dem Mikroskop, während sie bei der routinemäßigen Analyse entdeckt werden; die Krankheit manifestiert sich bei makroskopischer Hämaturie durch eine deutlich sichtbare Farbveränderung des Urins und erfordert unverzüglich die Konsultation eines Experten.

Derzeit tritt bei 15–21 % der erwachsenen Männer und Frauen periodisch Blut im Urin auf. Bei vielen Patienten gelingt es lange nicht, die wahre Ursache der Erkrankung zu ermitteln; ohne diese Klärung wäre eine Behandlung sinnlos, da Hämaturie lediglich das Ergebnis entzündlicher oder anderer ungünstiger Prozesse in Niere, Harnblase, Harnleiter, Prostata oder Harnröhre darstellt.

In einer Reihe von Fällen stellt die Hämaturie – deren Ursachen auf Besonderheiten des Organismus des konkreten Patienten zurückzuführen sind – kein Problem dar, und der Mensch kann sein ganzes Leben damit leben. Solche unbedeutende Form der Krankheit zeigt sich bei 9–10 % der Menschen, die sich mit Beschwerden über Blut im Urin an die Klinik wenden. Nichtsdestotrotz leiden 90 % der Patienten ernsthaft an Hämaturie und benötigen eine adäquate komplexe Behandlung.

Ursachen der Erkrankung: Hämaturie

  • Nierenkrankheiten und Harnwegsinfektionen
  • Bösartige Tumore
  • Gutartige Prostatahyperplasie
  • Mechanische Verletzungen der Harnblase
  • Erhöhte Strahlenbelastung
  • Prostatitis
  • Alkoholismus und Rauchen
  • Starke körperliche Belastungen
  • Akute entzündliche Prozesse im Urogenitalsystem

Symptome der Hämaturie und diagnostische Methoden zur Erkennung dieser Erkrankung;

Meistens manifestiert sich die Hämaturie durch Störungen des Wasserlassen (plötzlicher Harndrang, Schwäche des Strahls, erhöhte Häufigkeit) sowie Farbveränderungen des Urins. Diese Merkmale deuten auf entzündliche Prozesse in der Harnblase, Harnröhre oder Prostata hin. Selbst bei gesicherter Diagnose einer Hämaturie erfolgt die Behandlung erst nach vollständiger Abklärung, da das primäre Ziel des Arztes darin besteht, die Ursache für das Blut im Urin zu ermitteln.

Zur Aufdeckung infektiöser Prozesse dient die bakteriologische Untersuchung des Urins. Eine Hämaturie mit reizbarer Symptomatik beim Wasserlassen deutet auf ein Blasenkarzinom hin. Für eine genauere Diagnose ist eine zytologische Untersuchung des Waschwassers nach Spülung der Harnblase mit isotonischer Natriumchlorid-Lösung erforderlich. Diese Methodik wird auch dann angewendet, wenn das Blut im Urin das Vorhandensein eines Blasenkrebses vermuten lässt.

Eine Verkleinerung des Harnstrahldurchmessers, ein unbestimmtes Harndranggefühl sowie eine unvollständige Entleerung der Blase sind Symptome einer Infektion im unteren Bereich des Harntrakts. Wird die Hämaturie von Schmerzen in den seitlichen Bauchabschnitten begleitet, so sind die wahrscheinlichsten Blutungsquellen die Harnleiter oder die Niere. Blut im Urin, das sich vor dem Hintergrund eines Fiebers entwickelt, ermöglicht die Diagnose einer Nierengeschwulst oder einer Niereninfektion.

Die Hämaturie – Behandlung der Erkrankung

Behandlung der Hämaturie

Bei der makroskopischen Form der Krankheit muss sich der Patient an den behandelnden Arzt wenden, um eine umfassende Untersuchung zur Klärung der Krankheitsursache durchführen zu lassen. Tritt die Hämaturie plötzlich auf und wird von einem signifikanten Blutverlust begleitet, so müssen hämostatische Präparate eingesetzt werden, um die Gerinnbarkeit des Blutes zu erhöhen. Gleichzeitig erfolgt damit eine Untersuchung des Organismus auf Infektionen und entzündliche Prozesse.

Wie bereits erwähnt sollte die Behandlung der Hämaturie unabhängig von ihrer Erscheinungsform erst nach einer umfassenden Abklärung und Erhebung der notwendigen Analysen erfolgen. Andernfalls führen Heilverfahren lediglich zu kurzfristigen Effekten ohne Beseitigung der Krankheitsursache. Zudem ist es nicht ratsam, bei der Auffindung von Blut im Urin stark in Panik zu geraten, da diese Tatsache allein noch keineswegs auf die Schwere der Erkrankung hindeutet.

Behandlung der Hämaturie mit Volksmitteln

  • Gießen Sie die Rinde oder Wurzel des Berberitzenbaums mit einem Glas kochendem Wasser auf und lassen Sie die Mischung 20 Minuten köcheln. Nehmen Sie den Sud 2–3-mal täglich zu je 3 Esslöffeln ein;
  • Gießen Sie 20 g Brombeerwurzeln mit 0,5 Gläsern Rotwein auf und lassen Sie die Mischung bei schwacher Hitze 10 bis 15 Minuten köcheln. Verwenden Sie den Sud 3-mal täglich zu je 2 Esslöffeln;
  • Auch das Pulver aus den Blättern der Tollkirsche hilft bei Hämaturie. Mischen Sie es in gleichen Anteilen mit Puderzucker und nehmen Sie jede vierte Stunde bis zum Mittag einen Löffel ein.

Ob Das sollten Sie wissen:

Im Bestreben, die Patienten zu entlasten, überschätzen Ärzte oft das Risiko. So hat beispielsweise der gewissenhafte Chirurg Charles Jensen zwischen 1954 und 1994 mehr als 900 Operationen zur Entfernung von Neubildungen durchgeführt.


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