Über die Hepatologie

Hepatologie

Die Hepatologie ist eine Fachabteilung der Gastroenterologie, die sich der Leber widmet.

Der Grund für diese Spezialisierung liegt darin, dass die Leber das wichtigste und einzigartige Organ darstellt: Sie ist nicht nur dem Verdauungssystem zugeordnet, sondern auch eng mit dem Blutsystem verbunden und spielt eine entscheidende Rolle in den Stoffwechselprozessen. Die Leber gilt als "das Hauptlabor" des Körpers: Hier werden Gallensäure, Bilirubin, Plasmaproteine, Lipide, Hormone sowie Enzyme, die an der Verdauung beteiligt sind, synthetisiert. Ferner erfolgt hier die Reinigung des Blutes von für den Organismus giftigen Substanzen wie externen Toxinen, Allergenen, Medikamenten, toxischen Stoffwechselprodukten und einem Hormonüberschuss. Die Leber fungiert zudem als eine einzigartige "Speicherstelle", in der ein Vorrat an Glukose in Form von Glykogen sowie Reserven an Vitaminen und Spurenelementen gehalten werden.

Die Hepatologie ist nicht ausschließlich ein Teilgebiet der Gastroenterologie; sie umfasst zudem Aspekte der Hämatologie, Endokrinologie und Toxikologie sowie weiterer medizinischer Disziplinen. Lebererkrankungen haben schwerwiegende Folgen für den gesamten Organismus. Die Leber ist für das Leben von entscheidender Bedeutung und verfügt über enorme kompensatorische Fähigkeiten, die bei keinem anderen Organ in diesem Ausmaß vorhanden sind. Ähnlich wie der Phönix kann sie sich aus nur 20 % verbleibendem gesunden Gewebe wiederherstellen. Diese Eigenschaft wird bei Lebertransplantationen genutzt: Ein Leberlappen wird beim gesunden Spender entnommen und dem Empfänger implantiert, dessen Leber ihre Funktionen bereits verloren hat. Im Laufe eines Jahres stellt sich die Leber sowohl beim Spender als auch beim Empfänger bis zum normalen Umfang wieder her.

Zum Untersuchungsgebiet der Hepatologie gehören Funktionsstörungen der Leber sowie Gallenwegserkrankungen (zum Beispiel kalkulöse Cholezystitis), Infektionskrankheiten der Leber (Virushepatitis, parasitäre Erkrankungen) und onkologische Lebererkrankungen. Unabhängig von der Ursache der Erkrankung ist eine intensive Behandlung notwendig, die oft über einen längeren Zeitraum andauert und durch eine kontinuierliche ärztliche Überwachung begleitet wird. Heute wird als Hauptursache für Leberentzündungen eine Virusinfektion identifiziert, die das Organ zerstört. Um die Ausbreitung dieser Krankheit – oft als „sanfter Mörder" bezeichnet – sowie anderer infektiöser Lebererkrankungen zu verhindern, ist der konsequente Einsatz prophylaktischer Maßnahmen erforderlich, was ebenfalls eine Kernaufgabe der Hepatologie darstellt.

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Laut der Meinung zahlreicher Wissenschaftler sind Vitaminkomplexe für den Menschen tatsächlich wirkungslos.


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