Hydroxyapatit

Calciumhydroxylapatit-Formel

Calciumhydroxyapatit (CHA) ist ein anorganisches Hauptbestandteil des Knochengewebes. Сa10 (PO4) 6 (OH) 2 Ist eine unorganische Hauptkomponente des Knochengewebes.

Das Präparat wird aus Korallen der Gattung Porites gewonnen, die im Meer vorkommen. Es ist für menschliches Gewebe absolut reaktionsträge; daher findet es breite Anwendung in der Zahnheilkunde, der Unfallchirurgie sowie in der Kiefer- und Gesichtschirurgie. In der Kosmetik wird Calciumhydroxyapatit zur Faltenbehandlung eingesetzt.

Pharmakologische Gruppe: Regulatoren des Kalzium-Phosphat-Stoffwechsels

Die Darreichungsformen umfassen Pulver, Suspension, Granulat sowie Paste.

Pharmakologische Gruppe: Regulatoren des Kalzium-Phosphat-Stoffwechsels

Pharmakologische Wirkung

Durch die Regulation des Kalzium- und Phosphorstoffwechsels fungiert das Mittel als Matrixbasis der Knochentextur mit nichtorganischem Charakter; es aktiviert die Osteogenese, steigert die Proliferation von Osteoblasten und initiiert am Einführungsort einen reparativen Prozess, der den entzündlichen Wundverlauf im Knochen hemmt. Nach dem Ausfüllen des Knochendefekts verhärtet das Hydroxylapatit und löst sich auf, wodurch eine Substitution durch die vollwertige Knochentextur erfolgt.

Das Kalziumhydroxylapatit ist schadstoffarm; bei seiner Anwendung werden Nebenwirkungen wie Entzündungen, Allergien oder mutagene Effekte nicht beobachtet.

Anwendungsgebiete des Hydroxylapats

Hydroxylapatit wird zur Stimulation der reparativen Osteogenese in der Kiefer- und Gesichtschirurgie, in der Traumatologie sowie in der Zahnheilkunde eingesetzt:

  • Zur Kompensation fehlender Bestandteile der Knochentextur.
  • Bei Parodontitis
  • Zur Rekonstruktion von Knochendefekten nach der Entfernung von Knochenanteilen (z. B. aufgrund von Tumoren)
  • Zur Behandlung von Knochenverletzungen (z. B. bei Schussverletzungen)
  • Zur Rekonstruktion verschiedener Frakturen
  • Zur Vermeidung der Bildung von Pseudarthrosen
  • Zur Fixierung von Frakturen sowie zur Einbringung von Endoprothesen und Implantaten
  • Zur Rekonstruktion von Defekten im Kieferknochen

Als Füllmaterial in zahnmedizinischen Zementen, insbesondere bei:

  • Bei einer Pulpitis
  • Bei Parodontitis
  • Zur Auffüllung von Knochendefekten nach der Entfernung einer Zyste
  • Zur Auffüllung von Defekten nach der Resektion der Zahnwurzelspitzen
  • Bei tiefer Karies
  • Zur Füllung des Wurzelkanals

Hydroxylapatit wird in der Dermatologie für intrakutane Injektionen zur Faltenbehandlung eingesetzt.

Kontraindikationen

Bei individueller Überempfindlichkeit auf das Präparat.

Nebenwirkungen

Bisher nicht beobachtet.

Anwendungshinweise für Hydroxylapatit

Calciumhydroxylapatit Das Calciumhydroxyapatit-Pulver wird mit physiologischer Kochsalzlösung oder mit einer Retinolazetat-Lösung zu einer pastösen Konsistenz vermischt. Die Paste muss innerhalb von zwei Minuten nach der Zubereitung aufgetragen werden.

Anwendung von Calciumhydroxyapatit in Granulaten zur Füllung von Taschen bei Parodontitis: Der Beutel wird im Voraus vorbereitet und dicht mit den Granulaten ausgefüllt.

Einleitung von Hydroxyapatit als fertige Paste direkt in die Verletzung; der Knochenbereich muss vorläufig vorbereitet (modifiziert oder nekrotisiert) sein, alternativ wird eine Stelle ausgebohrt, an der der Defekt nachfolgend schichtweise durch Nähen des weichen Gewebes gefüllt werden soll.

Einleitung einer 5%igen Suspension in die Höhle des Knochengewebe-Defekts mittels Spritze.

Zur Wiederherstellung der ursprünglichen Höhe der Interalveolarsepten und zur Auffüllung des Defekts des Alveolarknochens wird eine 45%ige Paste verwendet.

Zur Therapie der Parodontitis wird eine 18%ige Hydroxylapatit-Paste verwendet.

Eine 10%ige Hydroxylapatit-Suspension kommt bei der konservativen Behandlung von Parodontitis zum Einsatz.

Zur Faltenbehandlung in der Kosmetikologie wird Hydroxylapatit durch intrakutane Injektionen als Füllmaterial in Form einer wässrigen Lösung appliziert.

Besondere Hinweise

Die Anwendung des Präparats zur Regeneration der Knochenstruktur ist bei akuter Entzündung des Weichgewebes mit Eiterbildung unangemessen.

Bei Bedarf kann Hydroxylapatit im trockenen Ofen unter Einhaltung der Wiederholungsintervalle bei einer Temperatur von bis zu 150 °C für mindestens 10–15 Minuten sterilisiert werden.

Lagerungsbedingungen

An einem kühlen, dunklen und trockenen Ort lagern.

Ob Wissenswertes

Der menschliche Magen kommt mit Fremdkörpern auch ohne ärztliche Intervention gut zurecht; es ist bekannt, dass Magensäure selbst Münzen auflösen kann.


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