Wesentliches > Erkrankungen > Myokarddystrophie

Myokarddystrophie

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Myokardiodystrophie

Myokarddystrophie ist eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, die das normale Funktionieren des Herzmuskels beeinträchtigt und zu einer Dystrophie (Veränderung) des Gewebes führt. Das Hauptrisiko dieser Pathologie liegt in der Störung des normalen Stoffwechsels. Bei fehlender Behandlung kann Myokarddystrophie bei Kindern und Erwachsenen zu Herzrhythmusstörungen sowie zur ausgeprägten Herzinsuffizienz führen; in einigen Fällen entwickelt sich daraus eine langdauernde Herzerkrankung wie Myokarditis oder Kardiomyopathie.

Die Entstehung von Myokarddystrophie wird durch kardiale und extrakardiale Faktoren ausgelöst. Zu den kardialen Ursachen zählen Herzerkrankungen, die den Austauschprozesse im Herzmuskel stören. Extrakardiale Auslöser sind Blutkrankheiten, Vitaminmangelzustände, Vergiftungen, Strahlenschäden sowie Schilddrüsenstörungen. Zudem kann eine Myokarddystrophie durch berufliche Belastung, physikalische Einflüsse (Überhitzung, Brustkorbtrauma) oder emotionale und körperliche Überanstrengung entstehen. Das Fortschreiten dieser Faktoren führt zu Störungen der Austauschprozesse im Herzmuskelgewebe. Die Infektionsherde können diffus oder herdförmig sein; die Pathologie greift dabei unterschiedlich in die Zellstrukturen ein, was eine eigenartige Hauptbesonderheit der Myokarddystrophie darstellt und deren frühe Diagnostik erschwert.

Was geschieht bei Myokarddystrophie?

Der dystrophe Prozess verläuft in drei Stadien:

  • Im ersten Stadium bilden sich isolierte Herde ungünstiger Veränderungen, die zum Abbau des Herzmuskelgewebes und zur Vergrößerung seiner Hohlräume führen. Diese im Laufe der Zeit isolierten Herde verschmelzen zu einem zusammengezogenen Bereich, wodurch ausgedehnte Herzhöhlen entstehen. In dieser Phase ist eine Behandlung möglich, da die anfänglichen Störungen der kontraktilen Funktionen des Herzens durch medikamentöse Präparate behoben werden können.
  • Im zweiten Stadium schreitet der pathologische Prozess fort; die Infektionszone breitet sich auf das gesunde Gewebe aus. Der Abbau der Muskelstrukturen wird dabei durch eine Vergrößerung des Volumens der unbeschädigten Strukturen ergänzt, doch bleiben die dystrophischen Veränderungen aufgrund der Normalisierung der Muskelfasern und ihrer intrazellulären Regeneration weiterhin reversibel.
  • Das dritte Stadium – Beginn der Myokarddystrophie – manifestiert sich durch Symptome einer Herzminderleistung und Flimmern. Diese führen zu irreversiblen Veränderungen des Herzmuskels und verursachen schwerwiegende Komplikationen im kardiovaskulären System.

Symptome der Myokarddystrophie

In einigen Fällen erschwert die Überlappung von Symptomen, dass Merkmale der Myokarddystrophie unter den Zeichen der Grunderkrankung maskiert werden. Folgende Symptome treten bei Patienten auf:

  • Erhöhte Ermüdungsneigung auch bei geringer körperlicher Belastung
  • Dyspnoe
  • Mäßige Tachykardie
  • Abgeschwächte Herztöne
  • Linker Thoraxschmerz
  • Spätere Entwicklungsstadien zeigen eine Herzminderleistung.

Die Hauptaufgabe der Ärzte besteht darin, die klinischen Symptome des dystrophischen Prozesses korrekt zu interpretieren und eine Kardiomyopathie, eine Myokarditis sowie eine ischämische Herzkrankheit auszuschließen.

Myokardiodystrophie – Behandlung der Erkrankung

Die Behandlung der Myokardiodystrophie basiert auf der Beseitigung der zugrundeliegenden Pathologie, also des Faktors, der die dystrophischen Veränderungen verursacht hat. In diesem Fall handelt es sich um eine chirurgische und pharmakologische Therapie endokriner Erkrankungen, die Entfernung von Herden langdauernder Infektionen sowie die Prophylaxe von Intoxikationen und die Verringerung negativer beruflicher Belastungen. Anschließend wird je nach Schweregrad der Myokardiodystrophie entweder eine spezifische Behandlung empfohlen oder bei besonders schweren Fällen eine vorübergehende Einschränkung körperlicher Belastung bzw. strenge Bettruhe.

Behandlung der Myokardiodystrophie

Zudem ist bei einer dysglandulären Myokardiodystrophie auf eine strenge Diät zu achten. Der Patient sollte den Anteil an Lebensmitteln in der Ernährung erhöhen, die große Mengen an Eiweiß und Vitaminen enthalten. Bei Übergewicht ist der Kaloriengehalt zu verringern, während er bei Vitaminmangelkrankheiten und Dystrophien erhöht wird.

Die wichtigste therapeutische Strategie bei Myokardiodystrophie ist die Korrektur von Elektrolytstörungen. Dem Patienten wird intravenös Kaliumchlorid (1 g) oder Panangin (10–15 mg), jeweils in einer 5 %igen Glukoselösung, verabreicht. Bei leichter Myokardiodystrophie mit schwach ausgeprägten Symptomen können Kaliumpräparate oral verordnet werden. Zur Behandlung aller Formen der Myokardiodystrophie kommen zudem Mittel zum Einsatz, die den Stoffwechsel des Herzmuskels fördern; dazu zählen Vitamine der Gruppe B (Riboflavin), Kaliumorotat sowie anabole Steroide. Führt die Myokardiodystrophie zur Entwicklung einer Herzinsuffizienz, werden Herzglykoside gegeben.

Es ist zu beachten, dass die Therapie der Myokardiodystrophie unabhängig von Form und Stadium komplex sein sollte. Die Maßnahmen werden über einen längeren Zeitraum durchgeführt, bis die Elektrolytstörungen behoben sind und sich die EKG-Werte normalisiert haben. Nach der Krankenhausentlassung unterliegen alle ehemaligen Patienten einer obligatorischen ambulanten Betreuung beim Kardiologen. Falls notwendig, legt der Arzt den Komplex weiterer therapeutischer Maßnahmen sowie das Rehabilitationsprogramm fest.

Zur Prophylaxe der Erkrankung ist es entscheidend, jene Prozesse termingerecht zu vermeiden, die zur Dystrophie des Herzmuskels führen.

Myokardiodystrophie bei Kindern

Im frühen Kindesalter entstehen Herzpathologien infolge von Rachitis, Hypervitaminose, langdauernden Ernährungsstörungen, bakteriellen Erkrankungen sowie Virusinfektionen. Zudem kann sich eine Myokardiodystrophie bei Kindern aufgrund körperlicher Überanstrengung oder im Gegenteil infolge geringer körperlicher Aktivität entwickeln. In der Regel sind die Symptome dieser Pathologie im frühen Kindesalter kaum ausgeprägt. Aus diesem Grund sollten Sie bei ersten Verdachtsmomenten auf Herzprobleme unverzüglich einen Arzt konsultieren. Für die Diagnostik der Myokardiodystrophie werden in solchen Fällen standardmäßig folgende Verfahren durchgeführt: sorgfältige Untersuchung durch den Kardiologen, Elektrokardiogramm und Ultraschall des Herzens.

Ob Sie sollten wissen:

Neben dem Menschen leidet nur eine andere Spezies der Erde an einer Prostatitis – der Hund. Ja, tatsächlich unsere treuen Gefährten.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt