Patella

Aufbau der Patella

Die Patella ist das größte Sesamoidknochen des menschlichen Skeletts. Sie liegt tief im Quadrizepsmuskel, lässt sich perkutan gut palpieren und verschiebt sich beim Strecken des Knies leicht. Der obere Rand der Patella hat eine abgerundete Form; dieser Teil wird als Grundplatte bezeichnet. Die untere Kante (Spitze) der Patella weist eine leicht geriffelte Struktur auf. Die vordere Oberfläche dieses Knochens ist uneben und enthält Öffnungen für Blutgefäße sowie den Ansatzpunkt des Sehnenstrangs des geraden Oberschenkelmuskels. Auf der Rückseite (Gelenkfläche) gliedern sich die Oberflächen der Patella in zwei unterschiedliche Bereiche, die durch den Gelenkbereich begrenzt sind: einen kleineren medialen und einen größeren lateralen Abschnitt. Diese Flächen werden von der Gelenkknorpelplatte bedeckt. Die laterale Gelenkfläche gleitet mit dem äußeren Teil des Oberschenkelmuskels zusammen, während die mediale Fläche mit dem inneren Muskelabschnitt interagiert. Ein weiterer Bereich liegt noch medialer und berührt bei vollständig gestrecktem Knie den medialen Abschnitt des Oberschenkelknochens. Die dicke Schicht des Gelenkknorpels verbessert die Kongruenz der sich berührenden Oberflächen erheblich und verringert gleichzeitig die kompressiven Belastungen im Kniegelenk. Bei Neugeborenen besitzt die Patella noch eine rein knorpelige Struktur; der Ossifikationskern bildet sich etwa im Alter von 2 bis 4 Jahren.

Kniegelenk

Die Patella fungiert als Drehpunkt und gewährleistet die Effektivität der Arbeit des vierköpfigen Quadrizepsmuskels bei der Übertragung der Belastung auf das Kniegelenk. Die Belastung, die auf die Patella wirkt, ist sehr komplex verteilt und umfasst sowohl Dehnungs- als auch Kompressionskräfte bei minimaler Reibung. Der Aufbau dieses Knochens spiegelt das Verhältnis der ständig einwirkenden Kräfte wider.

Das Ligamentum patellae

Das Ligamentum patellae beginnt an der Patellaspitze und setzt sich am Schienbeinkamm fort. Es gewährleistet die Verteilung der ausdehnenden Belastungen, die das Kniegelenk beeinflussen. Die Fasern dieses Bandes beginnen weit voneinander entfernt auf dem Gebiet der hinteren und unteren Oberfläche der Patella. In unmittelbarer Nähe des Ansatzpunkts schließen sich auch die Fasern des Sehnenstrangs des geraden Oberschenkelmuskels an. Etwa 85 % der Trockensubstanz dieses Bandes besteht aus Kollagen.

Luxation der Patella

Die Patella verbindet die Muskulatur des Unterschenkels mit der vorderen Oberfläche des Oberschenkelknochens. Im Normalzustand ist sie an dieser Stelle fest fixiert. Bei Störungen des Aufbaus, wie beispielsweise einer Abflachung oder Rauigkeit der Oberflächen, kann es zum Abrutschen des Knochens kommen; dies wird als Luxation der Patella bezeichnet und manifestiert sich entweder als unvollständige Verrenkung (Subluxation) oder eine vollständige Ausrenkung.

Die Knieausrenkung

Die Knieausrenkung ist eine Variante seiner Instabilität. Sie kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, wobei in der Pathogenese stets das Dehnen des äußeren Bandes, das das Kniegelenk stabilisiert, sowie die Muskelatrophie und die anomale Form der Beine (die CH-bildliche Verbiegung, Pererastjanije) vorliegen. Die Hauptmerkmale dieser Knieausrenkung sind Schmerzen und das Gefühl von Instabilität im vorderen Bereich des Kniegelenks; in der Anamnese ist ein Trauma (eine Beschädigung des Kniegelenks) oder eine operative Intervention an dem Kniegelenk mit Mobilisierung des äußeren Randes des Knies vorhanden. Auf dem Röntgenogramm bei dieser Pathologie zeigen sich die Merkmale der Knieausrenkung. Die Behandlung erfolgt häufiger konservativ und besteht in der Stabilisierung des Knies. Zu diesem Zweck werden orthopädische Apparate oder Bandagen verwendet. Bei anhaltenden Symptomen, die die Funktion des Glieds beeinträchtigen, ist eine operative Intervention notwendig.

Der Kniebandbruch

Der Kniebandbruch ist ein recht häufiges Trauma. Er entsteht gewöhnlich beim Fallen auf das gebeugte Knie. Seltener erfolgt der Bruch des Kniebands bei einem Treibschlag nach dem Knochen, und er ist – bei starkem Zug an der Sehne – äußerst selten. Die Symptome dieses Traumas sind Schmerzen, die sich bei Bewegung in der unteren Extremität verstärken, eine Wassergeschwulst (Hämatom), die Unmöglichkeit, das Knie zu beugen, sowie ein aufgerichtetes Bein, das nicht gehoben werden kann. Die Behandlung des Bandbruchs hängt vom Charakter des Bruchs sowie vom Vorhandensein von Knochenfragmenten ab. Eine konservative Behandlung ist bei stabilen Brüchen ohne Knochenbruch möglich. Für die übrigen Fälle wird eine operative Intervention gefordert.

Ob Sie wissen:

Früher wurde angenommen, dass Schlaf den Organismus mit Sauerstoff anreichert. Diese Meinung wurde jedoch widerlegt. Wissenschaftler haben bewiesen, dass Schlaf das Gehirn kühlt und seine Arbeitsfähigkeit verbessert.


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