Unterhalb der Hohlvene

Die untere Hohlvene ist ein breiter Behälter, der durch die Verschmelzung der linken und rechten Nierenvenen auf Höhe des vierten bis fünften Wirbelkörpers gebildet wird. Ihr Durchmesser variiert zwischen 20 und 34 mm. Die Länge im Brustbereich beträgt 2–4 cm, im Bauchbereich 17–18 cm.

Unterer Hohlvene

Aufbau der unteren Hohlvene

Die untere Hohlvene verläuft im Retroperitonealraum rechts von der Aorta, hinter den medial gelegenen Organen. Sie zieht hinter dem oberen Abschnitt des Zwölffingerdarms, hinter der Wurzel des Dünndarms sowie hinter dem Pfortaderkopf (der Spitze) der Bauchspeicheldrüse und mündet in die Vena cava inferior ein, wobei sie Venen der Leber aufnimmt.

Durch das gleichnamige Loch im Faserring der Zwerchmuskulatur tritt die Vene in den hinteren Bereich des Brustraums ein. Dabei werden elastische, kollagene und Muskelbündel der Wand der unteren Hohlvene in die Wand des Zwerchfells eingebunden.

Nach Erreichen des Perikardraums mündet die Vene in den rechten Herzvorhof ein. An der Einmündungsstelle ist das Lumen der unteren Hohlvene leicht eingeschnürt. Es liegen keine Klappen vor.

Der Durchmesser der unteren Hohlvene ändert sich im Verlauf des Atemzyklus: Bei der Ausatmung wird die Vene erweitert, während sie bei der Einatmung zusammengedrückt wird. Diese Veränderung erleichtert ihre Erkennung und die Differenzierung von anderen großen Venen.

System der unteren Hohlvene

Das System der unteren Hohlvene gehört zu den leistungsfähsten Gefäßsystemen des menschlichen Körpers; auf sie entfallen etwa 70 % des gesamten venösen Blutvolumens.

Das System der unteren Hohlvene besteht aus Behältern, die das Blut aus dem Bauchraum, den Beckenwänden sowie den Organen und den unteren Extremitäten sammeln.

Die vorliegende Vene weist parietale (periphere) und viszerale Nebenvenen auf.

Zu den peripheren Nebenvenen gehören:

  • die Lendenvenen, die das Blut aus den Muskeln und der Haut des Rückens sowie der Bauchdecken und dem Bereich des Wirbelsäulenplexus sammeln.
  • die Zwerchfellvenen, die an der unteren Oberfläche des Zwerchfells beginnen,
  • die subdiaphragmatischen Lendenvenen sowie die lateralen Kreuzbeinvenen und die oberflächlichen und tiefen Gesäßvenen, welche das Blut aus den Muskeln des Bauches, der Hüfte und des Beckens sammeln.

Zu den viszeralen Nebenvenen zählen:

  • die Gonadvenen (Eierstock- bzw. Hodenvene), welche das Blut aus den Eierstöcken beziehungsweise den Hoden sammeln.
  • Die Nierenvenen münden auf Höhe der Knorpel des Wirbelkörpers in die untere Hohlvene zwischen dem ersten und zweiten Lendenwirbel.
  • Die Nebennierenvenen: Die rechte Vene mündet direkt in die untere Hohlvene, während sich die linke Vene mit der Nierenvene vereinigt.
  • Die Pfortader leitet das Blut aus der Leber ab.

Alle Venen – mit Ausnahme der größten Gefäße – bilden im Inneren und an den Oberflächen der Organe zahlreiche Geflechte zur Umverteilung des Blutes. Bei einer Venenschädigung fließt das Blut über Kollateralbahnen (Umgehungswegen).

Thrombose der Unteren Hohlvene.

Neben der Thrombose der unteren Hohlvene stellen Phlebothrombosen des Beckens und der unteren Extremitäten insgesamt 11 % aller Venenthrombosen. Die Venenthrombose kann primär oder rezidivierend (je nach Ursache) auftreten.

Eine primäre Thrombose entsteht infolge bösartiger oder benigner Tumoren, angeborener Defekte oder eines Venentraumas. Als Ursachen für eine rezidivierende Thrombose gelten ein wachsender Tumor in der Vene oder deren Kompression. Die nicht selten auftretende rezidivierende Thrombose der unteren Hohlvene kann sich durch den Druck anderer (kleinerer) Venen ausbreiten.

In der Medizin werden die Thrombosen des distalen, renalen und pfortaderbezogenen Bereichs unterschieden. Die Thrombose des distalen Bereichs manifestiert sich in Zyanose und Wassereinlagerungen an den unteren Extremitäten sowie im unteren Bauch- und Lendenwirbelbereich. Manchmal erstrecken sich die Wassereinlagerungen bis zum oberen Brustkorb. Das Ausmaß der Zyanose und der Hautwassersucht hängt von der Ausdehnungsstufe der Thrombose ab.

Eine Thrombose der unteren Hohlvene führt zu schweren allgemeinen Störungen, die zum Tod führen können.

Die Entwicklung einer Thrombose im pfortaderbezogenen Segment wird häufig durch Funktionsstörungen der Leber und eine nachfolgende Pfortaderthrombose begleitet. Zu den Symptomen gehören Bauchschmerzen, Milzvergrößerung, Hepatomegalie (Leberschwellung), Ascites (Bauchwassersucht), dyspeptische Störungen sowie Veränderungen der Hautpigmentierung.

Kompression der unteren Hohlvene.

Eine Erweiterung der unteren Hohlvene kann infolge einer Lymphknotenschwellung sowie bei retroperitonealer Fibrose und Lebertumoren entstehen.

Eine Dilatation der unteren Hohlvene und der Aorta im Rückenlage-Schweregrad bei Schwangeren dient als Auslöser für die Entwicklung des Syndroms der arteriellen Hypotonie sowie von Störungen im mütterlich-plazentaren Blutkreislauf.

Die Erweiterung der Venen im Verlauf der Schwangerschaft kann zur Entstehung einer Phlebitis, zum Auftreten eines Ödems in den unteren Extremitäten sowie zu einer venösen Stauung führen.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Es gibt verschiedene medizinische Syndrome; so beispielsweise das Syndrom der Fremdkörperzwangsstörung. Bei einer Patientin, die an dieser Störung leidet, wurden im Magen 2.500 fremde Gegenstände gefunden.


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