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Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen

Obsessiv-compulsives Störung – zwanghafte Gedanken oder Handlungen Das Wort "obsessija" bedeutet im Russischen so viel wie Belagerung oder Blockade. "Kompulsija" steht für eine Nötigung. Der Begriff "obsessiv-kompulsiv" wird hier wörtlich ins Deutsche übertragen und suggeriert einen erzwungenen Schutz vor aufdringlichen Ängsten. Tatsächlich bezeichnen Kompulsionen jedoch geordnete Handlungsmuster, die sich aus der Fixierung eines nutzlosen dynamischen Stereotyps ergeben.

Gewaltsame Bewegungen, die gegen den Willen des Menschen ausgeführt werden, entwickeln sich zu bestimmten Ritualen. Diese erscheinen dem Betroffenen zwar unangenehm, sind ihm aber gleichzeitig zwingend notwendig. Die Ängste können vielfältig sein: von der Angst vor offenen Räumen (Agoraphobie) bis hin zur Befürchtung einer psychischen Erkrankung (Lissomphobie).

Die Angst vor psychischer Verwirrung ist für alle Menschen charakteristisch, die unter Zwangsvorstellungen leiden oder Zwangshandlungen ausführen. Dies liegt daran, dass das Bewusstsein über den Unsinn der eigenen Handlungen ernste Befürchtungen bezüglich der eigenen psychischen Gesundheit auslöst. Dennoch treten ähnliche Zustände auch bei vielen Menschen mit einer kerngesunden Psyche auf.

Erscheinungsformen von Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen

In der Tat ist jeder Mensch gewissen Befürchtungen ausgesetzt. Dieser Zustand wird durch den wichtigsten angeborenen Reflex – den defensiven Reflex – gestützt. Vernünftiges Verhalten lässt es nicht zu, das Leben und die Gesundheit zu riskieren. Menschen treffen prophylaktische Maßnahmen zur Unfallverhütung. Wenn eine Person mehr Aufmerksamkeit ihren eigenen Ängsten schenkt, sagt sie innerlich voraus, welche Unfälle eintreten können. Der weitere Gedankengang führt zum System des Schutzes vor der Gefahr.

Deshalb sieht die Behandlung von Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen in der Unterbrechung des Denkens vor. Anders können Menschen die Hände zwanzig- bis dreißigmal pro Tag waschen, um sich nicht anzustecken. Die entstehenden Befürchtungen regen zur Aktivierung des Schutzsystems an. Der Mensch beginnt, das Leben wie ein bestimmtes System wahrzunehmen. Bei leichteren Formen von Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen manifestiert sich die Verwirrung durch verschiedene Volksmerkmale: Ein Mensch klopft nach einem Baum, spuckt über die linke Schulter, nachdem eine schwarze Katze den Weg gekreuzt hat, kehrt heim und schaut unbedingt in den Spiegel.

Komplexere Fälle zeichnen sich durch Dauerwirkungen aus, die dem Schutz vor drängenden Ängsten dienen. Der Mensch verbirgt scharfe Gegenstände aus Sorge um die Gesundheit seiner Familienmitglieder. Bei stark ausgeprägten Zwängen entsteht die Angst, gefährliche Handlungen zu begehen. Schlagartig auftretende Gedanken besitzen einen zwingenden Charakter. Der Patient wird plötzlich von dem Wunsch erfasst, sich unter ein Auto zu werfen oder von einem nahen Menschen heruntergezogen zu werden. Er erkennt die volle Absurdität dieses grausamen Wunsches und fürchtet dennoch, diese Tat auszuführen.

Ein charakteristisches Merkmal von Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen ist eine eigentümliche psychische Kompensation in Form bestimmter Handlungen. Bei leichten Fällen genügt es dem Patienten, unbedingt vom Bett aufzustehen; auch dann lassen die drängenden Ängste nach. Beim verzögerten Verlauf der Erkrankung, bei dem keine Behandlung von Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen erfolgt, werden die Rituale mehrstufiger und auffälliger für das Umfeld. Der Patient ordnet Gegenstände in einer streng festgelegten Reihenfolge an. Wird dieses System durch eine unvorsichtige Bewegung gestört, wiederholt er die Manipulation erneut, bis die Ordnung tadellos ist. Die Stimmung des Menschen verschlechtert sich augenblicklich, sobald er erkennt, dass die zusammengelegten Gegenstände – was den Schutz garantieren sollte – nicht wie erwartet wirken.

Die obsessiv-kompulsive Störung: Diagnostik

Zur Erfassung psychischer Veränderungen im Rahmen einer Zwangsstörung wurden spezielle Tests entwickelt, die die Neigung zu Zwängen offenlegen und das magische Denken evaluieren.

Liegt eine obsessive-compulsive disorder (OCD) vor, so weist der Test Defizite in den Prozessen der Hemmung und Erregung der höheren Nerventätigkeit nach. Ein positives Ergebnis erfordert eine qualifizierte ärztliche Betreuung.

Die obsessive-compulsive disorder: Therapie

Für die Behandlung der Zwangsstörung kommen folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Psychotherapie;
  • Pharmakotherapie
  • Soziale Rehabilitation

Diagnose und Behandlung des obsessiv-compulsiven Störung Die Psychotherapie wirkt zwar oft positiv, ist jedoch nicht immer erfolgreich. Ihre Prinzipien sind die individuelle und die Gruppentherapie; letztere zielt darauf ab, das ständige Wiederholen der psychotraumatisierenden Situation zu vermeiden, um die unbegründete Angst zu überwinden. Bei manchen Patienten wird die Befürchtung jedoch nicht als unrealistisch eingestuft, sondern als eine völlig reale Bedrohung wahrgenommen. Das ständige Erinnern an den psychotraumatischen Faktor verstärkt stattdessen die Depression. Daher sollte bei einer Diagnose einer obsessiv-kompulsiven Störung die Behandlung ausschließlich von einem Psychiater verordnet werden.

Die medikamentöse Behandlung des Zwangssyndroms erfolgt in der Regel stationär über einen Zeitraum von zwei Monaten. Anschließend wird die Patientin zur ambulanten Nachsorge entlassen. Falls erforderlich, wird eine weitere Medikation empfohlen; meist beschränkt sich die Behandlung jedoch auf die soziale Rehabilitation. Mit den Patienten werden unterstützende Gespräche geführt, deren Ziel es ist, die Hoffnung auf eine vollständige Genesung zu stärken. Der Mensch lernt, angstfrei zu leben, und entwickelt ein angemessenes Verhalten in der Gesellschaft sowie eine adäquate Einschätzung der Umgebungslage.

Die obsessiv-kompulsive Störung: Prognose

Bei der Behandlung dieser Erkrankung ist die Prognose in mehr als der Hälfte der Fälle günstig – eine vollständige und endgültige Genesung. Beginnt die Therapie später, entwickelt sich das obsessive-kompulsive Syndrom zu einer Chronizität und dauert über mehrere Jahre an.

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