Onychomykose

Normotrophe Form der Onychomykose Die Onychomykose ist eine Nagelerkrankung, die durch eine Pilzinfektion verursacht wird. Diese Pathologie ist sehr verbreitet; etwa 10–20 % der Bevölkerung sind von einer Onychomykose betroffen. Die Infektionserreger sind meist Dermatophyten (insbesondere Trichophytie, Mikrosporie und Epidermophytie), wobei letztere etwas seltener vorkommen. Oft wird die Erkrankung durch eine begleitende Besiedlung mit Hefepilzen oder Schimmelpilzen erschwert, was die negativen Symptome verstärkt und die Resistenz gegenüber der Therapie bedingt.

Epidemiologie und Pathogenese der Onychomykose

Die Übertragung einer Onychomykose erfolgt häufig in Saunen, Bädern und anderen öffentlichen Einrichtungen. Eine Infektion kann durch Kontakt mit Bankflächen, Gittern, Beckenrändern oder Teppichbelägen entstehen, auf deren Oberfläche sich pathogene Mikroorganismen befinden. Auch die Erreger der Onychomykose gedeihen unter feuchten Bedingungen besonders gut; sie nutzen zudem ihre Vermehrungsfähigkeit. Von der Art der Infektion her sind ungefärbte hölzerne Oberflächen am gefährlichsten. Die Ausbreitung der Onychomykose erfolgt häufig innerhalb einer Familie, wenn Personen gemeinsame Hausschuhe, Badewannen oder Handtücher verwenden.

Die Onychomykose wird zudem durch weitere Faktoren begünstigt. So kann beispielsweise eine Infektion bei Menschen mit gestörtem Blutkreislauf der Gliedmaßen, Diabetes mellitus, Immundefekten sowie bei Patienten auftreten, die früher Kortikosteroid-, Immunsuppressiva- oder Antibiotika-Therapien durchlaufen haben. Vereinfacht ausgedrückt sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem besonders anfällig für diese Erkrankung; daher sollte die Behandlung der Onychomykose unbedingt eine allgemein kräftigende Therapie umfassen.

Klassifikation der Onychomykosen

Man unterscheidet drei Typen der Onychomykose: die normotrophe, die hypertrophe und die atrophische Form.

  • Bei der normotrophen Onychomykose behält der Nagel seine normale Dicke und den physikalischen Glanz bei; die Veränderungen betreffen lediglich die Färbung des Nagels, wobei sich die Farbe durch das Auftreten von Streifen und Flecken in lateralen Bereichen ändert.
  • Bei der hypertrophen Onychomykose erschwert eine zunehmende subkutane Hyperkeratose die Behandlung, was zu einer Entstellung sowie teilweise zur Zerstörung der Nägel führt und Schmerzen beim Gehen verursacht. Die Nägel werden trüb, verlieren ihren Glanz und verdicken sich.
  • Der atrophische Typ der Onychomykose: Der betroffene Bereich des Nagels verfärbt sich bräunlich-grau und unterliegt einem fortschreitenden Atrophieprozess mit gleichzeitiger Ablösung vom Nagelbett.

Symptome der Onychomykose

Die Symptome der Onychomykose hängen vom Typ der Erkrankung und dem Schweregrad des klinischen Verlaufs ab. Zudem lassen sich eine Reihe von Hauptsymptomen unterscheiden, die für alle Krankheitsformen charakteristisch sind:

  • Das Auftreten weißer oder gelblicher Flecken in der Tiefe des Nagels;
  • Entzündungen des periungulären Gewebes
  • Dystrophische Veränderungen der Nagelplatte
  • Atrophie des Nagels mit Ablösung vom Nagelbett

Die vorläufige Diagnose wird durch den Dermatologen basierend auf der äußeren Inspektion gestellt; die bestätigende Diagnostik erfolgt mittels mikroskopischer Untersuchung eines Abstrichs, wobei in einigen Fällen eine bakteriologische Kultur erforderlich sein kann. Nach der Diagnosestellung sollte die Behandlung der Onychomykose unverzüglich eingeleitet werden, da sich die Infektion rasch entwickelt und auf weitere Nägel übergehen kann.

Die Onychomykose – Behandlung der Erkrankung

Die Therapie der Onychomykose beginnt in der Regel mit einer lokalen antimykotischen Behandlung: Es werden Salben und Cremes eingesetzt, die antimykotische Substanzen enthalten. Bei Vorliegen abgestorbener Nagelbereiche ist eine Entfernung erforderlich. Diese erfolgt entweder chirurgisch oder durch das Auftragen spezieller keratolytischer Mittel auf die betroffenen Bereiche; dadurch wird der Nagel erweicht und ermöglicht eine schmerzfreie Ablösung.

Die lokale Therapie kann im frühen Stadium der Erkrankung ausreichen, während bei fortgeschrittenen Fällen auch eine systemische Behandlung indiziert ist. Folgend eine Übersicht über die am weitesten verbreiteten Präparate, die zu diesem Zweck eingesetzt werden:

  • Griseofulvin – als erstes antimykotikum des Systemeffekts, das bei der Behandlung der Onychomykose eingeführt wurde. Es erzielt in etwa 40 % der Fälle Erfolge; jedoch beschränken die zahlreichen Nebenwirkungen und die hohe Rückfallquote seine Anwendung erheblich.
  • Ketokonazol: Wird einmal täglich unter Nahrungsaufnahme eingenommen. Die Therapiedauer beträgt im Verlauf von 8 bis 12 Monaten. Das Präparat heilt die Onychomykose in etwa 50 % der Fälle. Eine vorläufige chirurgische Abtragung der betroffenen Nagelplatten lässt die Effektivität des Ketokonazols erhöhen.
  • Itrakonazol: Eines der wirksamsten Antimykotika. Die Therapiedauer beträgt 7 bis 10 Tage. Eine positive Dynamik wird bei 80–85 % der Patienten beobachtet. Im Unterschied zu anderen Mitteln ist Itrakonazol auch ohne chirurgische Abtragung geschädigter Nägel ausreichend wirksam.
  • Terbinafin: Wird täglich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten eingenommen. Der volle therapeutische Effekt zeigt sich nicht sofort, sondern erst 48–50 Wochen nach Abschluss der Behandlung. Die Therapie mit Terbinafin ermöglicht es, auch bei hartnäckigen Fällen eine Heilung zu erreichen; damit werden 80–90 % der Patienten geheilt.

Alle oben genannten Medikamente weisen ernsthafte Nebenwirkungen auf. Daher erfolgt die Auswahl des Präparats ausschließlich durch den Arzt basierend auf mikrobiologischen Befunden und unter Berücksichtigung individueller Kontraindikationen. Bei Auftreten jeglicher relevanter Anzeichen ist es notwendig, die Einnahme des Medikaments abzubrechen und ein alternatives Präparat zu wählen.

Volksheilmittel bei der Onychomykose

Es sei vorab angemerkt: Die alleinige Anwendung von Volksmitteln erschwert die Heilung einer Onychomykose erheblich. Volksmethoden eignen sich besser als Supplement zur Systemtherapie sowie für die Prophylaxe des Rückfalls nach Abschluss der Hauptbehandlung. Zu diesem Zweck stellen wir Ihnen einige unkomplizierte Rezepte zur Verfügung.

  1. Eine Behandlungsmethode besteht darin, die betroffenen Nagelbereiche zweimal täglich mit einer 5-%igen Jodlösung zu behandeln. Dabei kann ein Brennen empfunden werden: Ist dieses Gefühl schwach, ist das Verfahren unbedenklich und erzeugt den gewünschten Effekt; bei intensivem Schmerz sollte die Anwendung von Jod abgebrochen werden.
  2. Bei der Onychomykose zeigt Propolis eine günstige Wirkung. Es erleichtert die Ablösung des infizierten Nagels und fördert die schnelle Regeneration des gesunden Gewebes. Propolis wird auf die betroffenen Stellen in Form einer 20-%igen Tinktur oder als Extrakt aufgetragen.
  3. Ein bewährtes Mittel gegen Nagelpilz ist die Kompresse aus dem Teepilz. Dazu wird ein Stück reifen Pilzes auf den Nagel gelegt, sorgfältig mit einem Tuch umwickelt und leicht angefeuchtet; diese Kompresse bleibt über Nacht liegen. Am Morgen wird sie entfernt, der Nagel mit warmem Wasser gewaschen und die betroffenen Bereiche anschließend mit einer Jodalkohollösung oder einem anderen Antimykotikum behandelt. Die Behandlung sollte mehrere Wochen fortgesetzt werden.
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